Zander mit Hund. Der Kleine mag Frank Zander, Frank Zander mag Zoo und Tierpark. Foto: Britta Pedersen/dpa
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Update Versteigerung für Zoo und Tierpark mit dem Tagesspiegel Frank Zanders Vampir-Maske für den guten Zweck

Frank Zander ist zu Corona-Zeiten auch Zuhause. Dort bemalte er Masken mit leichter Feder - zugunsten der Hauptstadtzoos. Man kann sie ersteigern.


Frank Zander, den muss man nicht vorstellen, er ist Kult in Berlin. Im Moment bleibt auch der Musiker, Sänger, Grafiker, Künstler und Obdachlosenhelfer zu Hause in Charlottenburg und erfreut seine Fans über Facebook mit seinem Balkonbericht und mit seiner Initiative Kneipenretter. Nun unterstützt er eine Solidaritätsaktion zugunsten der Hauptstadtzoos, und zwar gemeinsam mit der Fördergemeinschaft für Zoo und Tierpark - und in Kooperation mit dem Tagesspiegel für Leserinnen und Leser. Jetzt kann man in Berlin selbstgenähte und von Frank Zander künstlerisch bemalte Nase-Mund-Masken ersteigern, ab 30. April um Mitternacht bis 5. Mai - der Erlös geht komplett an die Freunde der Hauptstadtzoos, die mit dem Geld Zoo und Tierpark unterstützen. Die sind ja unter Auflagen wieder geöffnet.

"Die Felsenpinguine sind witzig"

„Ich habe eine Verbindung zum Zoo, und ich habe mir gerade die Videos angeguckt, die ich in den 1970er Jahren im Zoo gemacht habe, da habe ich den Affen und Kamelen was in den Mund gelegt, sehr lustig“, erzählt Zander am Telefon.


Der kleine Vampir und zwei Gute-Laune-Macher. Mindestgebot: je 110 Euro. Foto: Frank Zander Vergrößern
Der kleine Vampir und zwei Gute-Laune-Macher. Mindestgebot: je 110 Euro. © Frank Zander

Das habe ihm Spaß gemacht, und die Aufnahmen auch dem "RBB im Anfangsstadium" zukommen lassen. „Ich mag auch die Felsenpinguine, witzig.“ 2007 hatte er „Hier kommt Kurt“ für Eisbär Knut umgedichtet. "Knut, das war der Hammer", sagt der Künstler, "Knut und der Betreuer, das war was für die Seele". Und Hertha, der Eisbären-Nachwuchs? "Also, "so eine Verbindung wie zu Knut habe ich zu Hertha nicht". Bei den Tieren - beim Fußball ist das anders.

Nur nach draußen gehen wir nicht

Denn da ist seine Hertha-Hymne, umgedichtet für Corona-Zeiten in: „Nur nach draußen gehen wir nicht“. Die würde er dann auch am Tage eines tatsächlich doch noch, aber wegen Corona-Übertragungsgefahr ohne Zuschauer stattfindenden Derbys Hertha gegen Union vielleicht auf seinem Balkon Zuhause singen, mit dem Schal umgehängt. "Aber freuen wir uns, dass da Berlin gegen Berlin spielt, und möge der Bessere gewinnen." Aber auf dem Balkon sei es dann schon, anders als im Stadion, etwas einsam, "und ich habe auch einen Neubau vor der Nase". Zander freut sich darüber, dass sich so viele Facebook-Benutzer an seinen Posts erfreuen, zu Zeiten, wo es Auftritte auf den Bühnen nicht geben kann. Auch sein Gänseessen für Obdachlose im Hotel Estrel wird er dieses Jahr wohl nicht anbieten können, stattdessen werde wohl an die Berliner Tafel gespendet.

Er hofft, dass viele mitsteigern

Jetzt hofft Frank Zander, dass die drei von ihm bemalten Mund-Nasen-Masken, darunter auch das Modell Vampir, (Mindestgebot 110 Euro), hoch versteigert werden. Und das Werk „Ein kleiner ,Zander’“ (Ausschnitt, ab 175), das der gelernte Grafiker mit flinker Hand erstellt hat.

Wer will den kleinen Zander? Mindestgebot bei der Versteigerung: 175 Euro - für Zoo und Tierpark. Foto: Frank Zander Vergrößern
Wer will den kleinen Zander? Mindestgebot bei der Versteigerung: 175 Euro - für Zoo und Tierpark. © Frank Zander

Dann gibt es auch noch die signierte LP „Urgestein“ (Mindestgebot: 25 Euro). „Die Masken müsst ihr aber bitte einrahmen und an die Wand hängen, das sollte dann schon ein privater Liebling werden“, sagt er im Hinblick auf den Versteigerungs-Sieger und lacht.

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Frank Zander, der Gute-Laune-Verbreiter, auch zu jetzigen Corona-Zeiten, wird aber auch nachdenklich. Wie er da so zum Fenster rausguckt beim Telefonat, endlich Regen, bei der "fast mystischen Stimmung": „Mir ist aufgefallen, dass so alle hundert Jahre eine Zäsur kommt, die bringt bestimmte Dinge zum Vorschein“ – wie jetzt: Dass das Miteinander zähle.

"Ich mache mir Sorgen um unsere Erde"

Und: „Die Welt regeneriert sich gerade." Ob die Welt nach der Krise so weitermache wie davor, "das ist das große Fragezeichen. Denn ich mache mir Sorgen um unsere Erde. Ich bin Wassermann, ich fühle das. Hoffentlich ist danach nicht derselbe Mist: verdrecken, vermüllen, verdrecken." Es zeige sich zudem auch in der Coronakrise, dass das Gesundheitssystem in den USA viel zu mangelhaft sei. Auch zur großen Politik fällt ihm einiges ein, die Verantwortung, die jetzt auf den Schultern der Politiker, vor allem der Bundeskanzlerin, laste, die sei schon immens, "das muss man erstmal schaffen, das bewundere ich". In den USA gehe es ihm in der Politik gerade viel zu sehr um egoistische Interessen: "Hauptsache, ich werde wiedergewählt."

Zander will die Kiezkneipen retten

Die wirtschaftliche Lage sei auch in Berlin gerade für viele sehr belastend. Die Stadt Berlin werbe beim Tourismus auch mit dem besonderen Flair der Berliner Eckkneipen, doch in der jetzigen Coronakrise stünden auch viele dieser Gastronomen vor dem Aus, ohne dass Lösungen angeboten würden. "Kneipen haben keine Lobby, leider."

Beim Fußball gebe es Hilfen, für die Rennfahrer, aber der Wirt an der Ecke stehe alleine da. Daher engagiert sich Frank Zander auch für diese und ruft zum Beispiel auf seiner Facebook-Seite zu Nominierungen für die Kiezkneipenrettung auf, da könnten Lokale online bei Schultheiss Pilsener eingetragen werden. Naja, überhaupt habe er ja ein Herz für viele, so sei er wiederum jetzt auch von der Polizeigewerkschaft zum Ehrenkommissar ernannt worden. Dem Tagesspiegel hat er mal sein Berlin gezeigt.

Dass ihm sein Engagement fürs soziale Berlin gedankt werden, das freue ihn. "Manchmal umarmen mich wildfremde Menschen." Nur leider gerade nicht.

Versteigerung über die Internetseite: www.freunde-hauptstadtzoos.de, 30.4., 0 Uhr, bis 5.5.

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