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Max Bachem (links), Vorsatandschef der Coya AG und Raphaël Vullierme, Vorstandschef und Co-Gründer von Luko aus Paris. Foto: Coya AG/Luko/obs
© Coya AG/Luko/obs

Versicherungs-Start-up aus Kreuzberg Franzosen übernehmen Coya und bauen Berliner Standort aus

Bewegung im jungen Markt für neue Versicherungen. Der Berliner Anbieter Coya wird von Luko aus Frankreich übernommen. Der deutsche Standort soll aber wachsen

Das Berliner Versicherungs-Start-up Coya wird nach Frankreich verkauft. Der Pariser Konkurrent Luko übernimmt die Firma mit Sitz am Landwehrkanal in Kreuzberg zu einer unbekannten Bewertung. Die Coya-Gesellschafter werden in Luko-Anteilen bezahlt. Der Standort Berlin soll erhalten bleiben, ebenso das Management um Geschäftsführer Max Bachem und das Team von 40 auf 90 Mitarbeitende vergrößert werden.

Die Marke Coya wird jedoch verschwinden und in Luko Insurance AG umbenannt. Mit der Übernahme expandiert Luko nicht nur auf den deutschen Markt, sondern sichert sich auch Coyas Versicherungslizenz. Die Berliner sind eines der wenigen sogenannten Insurtech-Start-ups, die eine solche von der Bafin erhalten haben. Mit der Lizenz will Luko künftig in Deutschland, Frankreich und Spanien auch selbst als Versicherer auftreten. Bislang entwickelten die Franzosen Policen rund ums Wohnen, bei denen andere Versicherungen die Risikoträger waren. Gemeinsam haben beide Unternehmen rund 200 Mitarbeitende und 300.000 Kund:innen.

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Coya bietet in Deutschland unter anderem Hausrat-, Haftpflicht- und Haustierversicherungen an. Damit überzeugte das Start-up seit seiner Gründung 2016 Investoren wie Roland Berger oder den Silicon-Valley-Milliardär Peter Thiel, aber nur vergleichsweise wenige Kund:innen. 80.000 Coya-Versicherten stehen beispielsweise 250.000 beim Heidelberger Konkurrenten Getsafe gegenüber. Im Sommer hatte das Finanzportal „Finance Forward“ berichtet, dass Coya Schwierigkeiten habe, neue Investoren zu finden. Ein möglicher Zusammenschluss mit Luko wurde schon damals ins Spiel gebracht, aber vom Gründer des Pariser Start-ups dementiert.
Nun fusioniert man doch und gibt ambitionierte Ziele aus: „Wir sind sehr zuversichtlich, gemeinsam bis Ende 2023 eine Million Kunden und bis 2026 mehr als eine Milliarde Euro Prämienvolumen zu haben“, sagte Luko-Chef Raphaël Vullierme dem Handelsblatt. In den kommenden Wochen sollen Coya-Kund:innen bereits auf die Plattform der Franzosen zugreifen können, wo etwa ein Handwerkerservice und eine Videoberatung angeboten werden.

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