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Das Null-Euro-Ticket war als Berliner Alternative zum Neun-Euro-Ticket gedacht. Foto: dpa
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Verkehrssenatorin äußert Zweifel Null-Euro-Ticket für Berlin droht zu scheitern

Christian Latz

cheDas geplante Angebot sollte eine Alternative zum bundesweit vorgesehenen Neun-Euro-Ticket sein. Doch scheitert es an Abstimmungen - auch mit der BVG.

Berlins Verkehrssenatorin Bettina Jarasch hat Zweifel, dass das angedachte kostenlose Ticket für ÖPNV-Abonnenten ab Juni in Berlin eingeführt werden kann. „Noch führen wir Gespräche, aber es stellt sich als schwierig heraus. Deshalb bin ich mittlerweile skeptisch, dass es gelingen wird“, sagte Jarasch im Anschluss an die Senatssitzung am Dienstag.

Jarasch hatte geplant, im Rahmen des dreimonatigen Aktionszeitraums des bundesweiten Neun-Euro-Tickets bestehende und neue Berliner Nahverkehrsabonnenten kostenlos fahren zu lassen. Beschlossen werden konnte das Vorhaben bislang jedoch nicht. Angedacht war das Tickt ursprünglich als gemeinsame Lösung mit dem Land Brandenburg, ließ sich länderübergreifend jedoch nicht realisieren.

Dass das Ticket nun auch in Berlin wohl scheitert, liegt nach Tagesspiegel-Informationen daran, dass es der Verkehrsverwaltung nicht gelang, in der begrenzten Zeit die vielen nötigen Abstimmungen für das Vorhaben zu treffen.

Nötig wäre demnach selbst bei einem auf Berlin beschränkten Angebot mindestens ein Umlaufbeschluss unter allen Mitgliedern des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) gewesen. Einige Vertreter:innen aus Brandenburg sollen sich vorab reserviert gegenüber dem Vorschlag gezeigt haben.

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Letztlich stimmten jedoch nicht einmal die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) dem Vorhaben zu. Zwar gehört die BVG-Vorstandsvorsitzende Eva Kreienkamp zu einer der großen Befürworter:innen der Idee. Doch im Prüfungsausschuss des Unternehmens am Montag soll nach Tagesspiegel-Informationen der Vorstand selbst das Vorhaben endgültig abgeblasen haben, weil man das Vorhaben nicht mehr für finanzierbar gehalten habe, hieß es von Teilnehmern. Die BVG hätte demnach wohl Kosten in Höhe von rund 17 Millionen Euro tragen müssen, ohne zu wissen, ob sich das Angebot rentiert - ein offenbar zu großen finanzielles Risiko für den Landesbetrieb.

Jarasch warnte vor den Folgen eines Scheiterns des Tickets. „Was wir eigentlich brauchen, ist ein massiver Zugewinn an Fahrgästen, die dauerhaft auf den ÖPNV umsteigen. Das wird nicht passieren, wenn diese Phase nach drei Monaten einfach endet.“ Wenn man vom Bund „die Gelder in den Schoß geworfen“ bekomme, müsste daraus auch etwas Dauerhaftes erwachsen. So sei die Aktion nicht nachhaltig, sagte Jarasch.

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Die ab 1. Juni gültigen Neun-Euro-Tickets sollen in Berlin ab kommendem Montag, 23. Mai, verkauft werden. Noch ist das Ticket jedoch nicht von Bund und Ländern beschlossen. Die Entscheidung darüber soll in dieser Woche fallen, noch immer gibt es zwischen Bund und Ländern jedoch Streit über die Finanzierung der Aktion. Jarasch schätzt dennoch, dass das Angebot eingeführt wird. „Ich gehe davon aus, dass das Ticket kommt“, sagte sie.

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