Spraymetropole. In den vergangenen Tagen wurden wieder mehrere U-Bahn-Züge großflächig beschmiert. Foto: imago/Schöning
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Verkehr in Berlin Immer mehr BVG-Züge fallen wegen Graffiti-Schäden aus

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Die U3 fährt mit kurzen Zügen durch Berlin. Denn immer mehr Waggons sind vollgesprüht und müssen gereinigt werden. Die Folge: Die Wagen sind rappelvoll.

Komplett verdreckt fahren lassen oder lieber beschränkt? Die Frage muss sich die BVG derzeit fast täglich beantworten. Und meist entscheidet sie sich für die Einschränkungen: Die Züge der U-Bahn fahren dann mit weniger Wagen als vorgesehen, weil die beschmierten erst gereinigt werden sollen. Graffiti-Waggons will die BVG ihren Kunden nicht zumuten. Doch das hat Folgen: In den vergangenen Tagen fuhren vor allem auf der Linie U 3 (Warschauer Straße – Krumme Lanke) Züge häufig nur mit vier statt sechs Wagen. Vor allem zu Beginn und am Ende der Vorlesungen an der FU sind die Bahnen dann meist rappelvoll. Auch auf dem Kreuzberger Ast reichen vier Wagen oft kaum aus, um alle Fahrgäste bequem unterbringen zu können.

Dabei hatte die BVG erst Anfang Mai den Betrieb geändert. Seither fahren die Züge der U 3 wie auch die U 1 tagsüber bis zum Bahnhof Warschauer Straße. So sollte dort das Angebot verstärkt werden. Vermutungen, dass deshalb Wagen von der U 2 abgezogen würden und dort Fahrten ausfielen, dementierte BVG-Sprecherin Petra Reetz. Allerdings gebe es auch auf dieser Linie Ausfälle, weil Züge vollgesprüht würden.

99 Prozent der Fahrten finden wie vorgesehen statt

Auf der gemischten Strecke von U 1 und U 3 finden nach Angaben der Sprecherin 99 Prozent der Fahrten wie vorgesehen statt; 98 Prozent der Züge seien zudem pünktlich. Gefordert sind 98,7 Prozent. Allein am Freitag seien auf vier Bahnhöfen Züge großflächig beschmiert worden, sagt Reetz. Die BVG schicke die Züge dann in die Werkstatt, um sie reinigen zu können. „Da der Fahrzeugbestand knapp ist, spüren wir das Fehlen jedes Wagens im Betrieb“, sagt Reetz. Am Ziel, beschmierte Züge nicht tagelang durchs Netz fahren zu lassen, halte man dennoch fest. Entspannen werde sich die Lage auf den Linien 1 bis 4, auf denen Züge mit schmalen Fahrzeugen unterwegs sind, wohl erst im Herbst, wenn die bestellten neuen 27 Züge mit je vier Wagen des Typs IK 18 geliefert seien. Derzeit erhalte die BVG acht Wagen monatlich.

Die BVG hofft, dass die neuen Züge die Flotte verstärken und nicht als Ersatz für Fahrzeuge dienen, die ausgemustert werden müssen. Die bisherigen Züge sind durchschnittlich rund 30 Jahre alt, die ältesten kommen sogar bereits auf rund 50 Jahre.

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