Zum Corona-Überblick: Alle Zahlen zu SARS-CoV-2 in Deutschland
Beim Abstrich. Ist der Test positiv gibt es bestimmte Verhaltensvorschriften, an die sich jeder halten muss. Foto: Marius Becker/dpa
© Marius Becker/dpa

Update Verhaltensregeln bei Covid-19 Ich bin Corona-positiv – was nun?

Gesundheitsämter sind überlastet, Eigenverantwortung ist gefragt. Wie verhalte ich mich bei einer Covid-19-Infektion oder als Kontaktperson? Ein Leitfaden.

Die Zahlen der Corona-Neuinfektionen steigen. Die Gesundheitsämter in Berlin sind überlastet und kommen mit der Verfolgung der Kontakte nicht mehr hinterher. Der Senat setzt daher auf die Eigenverantwortung der Bürger.

Doch wie verhalte ich mich richtig bei einer Corona-Infektion oder bei Kontakt mit einer infizierten Person?

Ein Leitfaden zu folgenden Themen:

  • Ich bin selbst mit SARS-Cov2 infiziert. Was nun?
  • Ich hatte Kontakt zu einer infizierten Person. Wie verhalte ich mich?
  • Wo kann ich mich in Berlin testen lassen?
  • Was sind Kontaktpersonen der Kategorien I, II, III?
  • Wie sollten sich Arbeitgeber verhalten?
  • Wie lange dauert die Quarantäne oder die Isolation?
  • Welche neuen Regeln gelten seit dem 1. Dezember?

Ich bin Corona-positiv getestet worden. Was nun?

Ich begebe mich unverzüglich in Selbstisolation und nehme Kontakt zum Gesundheitsamt auf. Außerdem informiere ich meine Kontaktpersonen der letzten 14 Tage, die sich umgehend in Quarantäne begeben müssen. Die Pflicht zur Selbstisolation/ -quarantäne ist in einer Allgemeinverfügung des Landes Berlin festgelegt. Der Verstoß dagegen stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und wird mit einem Bußgeld von 500 bis 25.000 Euro geahndet. Erreiche ich das Gesundheitsamt telefonisch nicht, kann ich auch eine Email schreiben. Den Kontakt zu den Berliner Gesundheitsämtern findet man hier.  

Ich habe erfahren, dass ich Kontakt zu einer Corona-positiv getesteten Person hatte. Was nun?

Bin ich Kontaktperson der Kategorie I, hatte also engen Kontakt, begebe ich mich in Quarantäne und kontaktiere das Gesundheitsamt. Dieses ordnet dann in der Regel eine 14-tägige Quarantäne an. Eine Person vom Gesundheitsamt kommt je nach Einschätzung des Infektionsrisikos für einen Covid-19-Test vorbei oder ich versuche, mich beim Arzt oder bei einer Teststelle testen zu lassen (mehr Informationen zu Teststellen und genauem Vorgehen weiter unten). Seit dem 1. Dezember 2020 kann die Quarantäne-Zeit laut RKI-Richtlinien auf zehn Tage verkürzt werden, sofern ein negatives Testergebnis zu SARS-CoV-2 vorliegt. Dieser Test muss aber am zehnten Tag der Quarantäne-Zeit erfolgen (beziehungsweise zehn Tage nach dem letzten Kontakt mit der infizierten Person.) Momentan ist noch ungeklärt, welche Bundesländer den zwischen Bund und Ländern vereinbarten Beschluss zur Verkürzung der Quarantäne-Zeit tatsächlich auch umsetzen. Am Ende entscheidet das Gesundheitsamt, wann die Quarantäne endet.

Definition Kontaktperson Kategorie I (A und B)

Kategorie I (A) heißt, ich hatte engen Kontakt zu einer mit Corona infizierten Person. Das bedeutet: näher als 1,5 Meter und ohne Mund-Nasen-Schutz. Das ist zum Beispiel ein 15 minütiger Face-to-Face-Kontakt, ein Kuss oder auch eine Umarmung. Oder, Kategorie I (B): Ich befand mich unabhängig vom Abstand für längere Zeit (mehr als 30 Minuten) im selben Raum wie die infizierte Person. Bei der Übertragung über Aerosole bringt auch eine gewöhnliche Mund-Nasen-Bedeckung keinen Schutz. Beispiele dafür sind der gemeinsame Aufenthalt in einem Klassenzimmer, Büroraum, bei Feiern, beim gemeinsamen Singen oder Sporttreiben in Innenräumen ohne adäquate Lüftung.

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Definition Kontaktperson Kategorie II

Kategorie II bedeutet, dass das Infektionsrisiko gering ist. Ich hatte zum Beispiel weniger als 15 Minuten Nahkontakt (weniger als 1,5 Meter) oder befand mich nur kurze Zeit (weniger als 30 Minuten) im selben Raum wie die infizierte Person. Oder ich und die infizierte Person hatten zwar Kontakt, trugen aber einen Mund-Nasen-Schutz. Hierbei muss ich nicht in Quarantäne, bin aber dazu angehalten, freiwillig meine physischen Kontakte zu minimieren. Ein Covid-19-Test erfolgt, falls ich Krankheitssymptome entwickele.

Definition Kontaktperson III

Zur Kategorie III gehöre ich, wenn ich potentiell einem erhöhtem Infektionsrisiko ausgesetzt bin, beispielsweise als medizinisches Personal. Dann bin ich zur Selbstüberwachung aufgefordert, unterliege aber keiner stärkeren Kontaktbeschränkung als der üblichen durch das Infektionsschutzgesetzt geregelten Corona-Maßnahmen.

Genauere Informationen finden sich auf der Seite des RKI.

Was ist der Unterschied zwischen Isolation und Quarantäne?

In Quarantäne muss ich als Kontaktperson der Kategorie I. In Isolation gehe ich, wenn ich für Covid-19 typische Krankheitssymptome (siehe nächster Absatz) aufweise oder positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde.


Ab wann bin ich eine Verdachtsperson?

Verdachtsperson bin, sobald ich für Covid-19 typische Krankheitssymptome aufweise wie Husten, Halsschmerzen, erhöhte Temperatur, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Atembeschwerden oder Geschmacksverlust. Ich muss mich in Isolation begeben und mit meinem Arzt abklären, ob ein Covid-19-Test sinnvoll ist. Bei einem negativen Testergebnis endet meine Isolation.

Ich bin Kontaktperson der Kategorie I. Wie verhalten sich Personen, die mit mir im gleichen Haushalt leben?

Meine Familie, meine Lebenspartnerin oder mein Mitbewohner sind per Definition des Robert-Koch-Instituts (RKI) keine Kontaktpersonen. Sie müssen zunächst nicht in Quarantäne gehen – solange ich keine Symptome aufweise oder nicht positiv getestet wurde. Es ist jedoch ratsam, für diese Zeit im Haushalt - nach Möglichkeit - eine räumliche Trennung vorzunehmen. Mahlzeiten können zum Beispiel getrennt eingenommen und Schlafstätten in unterschiedliche Räume verlegt werden.

[Warum die Charité-Ärzte die Meldung vom Impfstoff auch besorgt - lesen Sie hier die T+-Geschichte.]

Meine obengenannten Nächsten sind (angesichts der fortschreitenden Pandemie) dennoch dazu angehalten, ihre physischen Kontakte zu anderen Menschen auf ein Minimum zu reduzieren und sich gegebenenfalls mit mir in freiwillige Quarantäne zu begeben. Dabei wird auch auf die Kulanz von Arbeitgebern gesetzt (wenn zum Beispiel kein Homeoffice möglich ist). Denn Kontaktpersonen von Kontaktpersonen erhalten weder eine Quarantäne-Anordnung vom Gesundheitsamt noch eine Krankschreibung vom Arzt. Die Gesundheitsämter beraten die Betroffenen im Einzelfall. 

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Muss ich als Kontaktperson der Kategorie I auf jeden Fall in Quarantäne und werde getestet?

Die Einstufung, ob ich Kontaktperson der Kategorie I, II oder III bin, erfolgt über das Gesundheitsamt. Dessen Mitarbeiter versuchen anhand von Fragen zu erkennen, wie hoch das Infektionsrisiko ist. Gab es eine schwer zu überblickende Kontaktsituation, kann zum Beispiel für eine ganze Gruppe (zum Beispiel Schulklasse) eine Quarantäne angeordnet werden? Getestet werden sollen nach der Leitlinie des RKI in jedem Fall Kontaktpersonen der Kategorie I und II, die Symptome aufweisen.

Ob ich auch als asymptomatische Kontaktperson getestet werde, wird individuell entschieden und hängt stark von den Testkapazitäten des Landes Berlin ab. Ein negatives Testergebnis ersetzt auch keine Quarantäne, diese kann nur seit dem 1. Dezember auf zehn Tage verkürzt werden, sofern das jeweilige Bundesland den Beschuss und entsprechende RKI-Richtlinie auch umsetzt.

Ich bin Kontaktperson der Kategorie I und befinde mich in Quarantäne. Was nun?

Während der 14-tägigen (bzw. 10-tägigen) Quarantäne sollte ich meinen Gesundheitszustand überwachen. Dazu gehört zweimal tägliches Messen der Körpertemperatur. Sollte Fieber auftreten sowie andere für Covid-19 typische Symptome, muss ich dies beim Gesundheitsamt melden. Covid-19 typische Symptome sind, wie weiter oben bereits genannt, zum Beispiel Husten, Halsschmerzen, erhöhte Temperatur, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Atembeschwerden oder Geschmacksverlust. Symptome sollte ich in einem Tagebuch notieren.

Das Gesundheitsamt ist dazu angehalten, sich bei mir zu melden, mich über Covid-19 aufzuklären, meinen Gesundheitszustand abzufragen und die Quarantäne anzuordnen und zu überwachen.


Ein Test muss unter Umständen selbst bezahlt werden, sollten Ärzte und Gesundheitsamt ihn nicht anordnen. Foto: Bernd Wüstneck/dpa Vergrößern
Ein Test muss unter Umständen selbst bezahlt werden, sollten Ärzte und Gesundheitsamt ihn nicht anordnen. © Bernd Wüstneck/dpa

Ich befinde mich bereits in Quarantäne und bekomme Covid-19 typische Symptome. Wie verhalte ich mich?

Ich melde mich beim Gesundheitsamt und schildere die Symptomatik – und ich kontaktiere meinen Hausarzt und bespreche das weitere Vorgehen. Bin ich noch nicht getestet worden, sollte das Gesundheitsamt spätestens jetzt eine Person zum Testen vorbeischicken. Sollte ich statt der typischen grippeartigen Symptome andere schwere Symptome wie Atemnot oder andere Auffälligkeiten (wie zum Beispiel Lähmungserscheinungen oder besonders starke Schmerzen) bekommen, kontaktiere ich in jedem Fall einen Arzt oder rufe im Notfall einen Krankenwagen über die 112.

Wo kann ich mich selbstständig testen lassen?

Als Kontakt- oder Verdachtsperson kann ich mich beim Hausarzt auf Covid-19 testen lassen. Teststellen gibt es auch an Krankenhäusern, so beim Charité Campus Virchow-Klinikum oder bei den DRK Kliniken Berlin Köpenick. Die Tests sind beschränkt, ich muss mich anmelden.

Beschäftigte des Bezirks Neukölln können sich beim Corona-Abstrich-Zentrum vor dem Hotel Estrel testen lassen. Bewohner des Bezirks Mitte können sich beim Corona-Testzentrum hinter dem Rathaus Wedding (Müllerstraße 146/147) testen lassen, aber nur nach einer Anmeldung über das Gesundheitsamt Mitte (Tel. 9018-45271). Eine Drive-by-Teststelle gibt es auch in Reinickendorf für die Bewohner des Bezirks (Termin über Bezirks-Corona-Hotline 902945500).

Für Reiserückkehrer gibt es momentan nur das Test-Center am BER. Die Teststellen am Hauptbahnhof oder am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) sind derzeit wegen der geänderten Teststrategie und des Teil-Lockdowns, der das Reisen einschränkt, geschlossen.  

[Alle aktuellen Fallzahlen auf einen Blick finden Sie in unserem interaktiven Überblick zu allen Corona-Fällen in allen Berliner Bezirken, allen deutschen Kreisen, Bundesländern und weltweit. Hier finden Sie stets die neuesten Zahlen.]

Wie einfach es ist, an einen Test heranzukommen, hängt immer von den jeweiligen Testkapazitäten und Infektionsgeschehen ab. In Absprache mit Arzt und Gesundheitsämtern muss erwogen werden, wie notwendig ein Test in meiner aktuellen Situation ist. Wenn ich meinem Hausarzt anbiete, den Test selber zu bezahlen, komme ich eventuell schneller an einen Test.

Wo kann ich mich als Selbstzahler testen lassen?

Ein Corona-Test kostet bis zu 160 Euro. Zum Beispiel kann man im Ärztehaus-Mitte (www.aerztehaus-mitte.de/covid-19-test/) einen Antikörper-Test oder einen PCR-Abstrich (zum Beispiel für Reiserückkehrer) machen lassen. Mit einem Fahrzeug kann man an das Testzelt heranfahren.

Auch auf einem  Parkplatz bei der Messe Berlin kann man sich bei Quicktest-Berlin (quicktest.berlin) auf eigene Kosten testen lassen. Die Krankenkassen erstatten die Kosten im Regelfall nicht. Es werden auch Personen ohne Symptome getestet – und auf Wunsch auch Kinder.

Ein neues Testzentrum (Centogene) gibt es auch am neuen Flughafen (BER). Eigentlich sollen sich dort hauptsächlich Reiserückkehrer testen lassen. Aber da es derzeit so wenig davon gibt, können sich auch andere Berliner dort (für 59 Euro) auf Covid-19 testen lassen.

Ein weiteres neues Testzentrum ist das Test-Zentrum-Moritzplatz (Prinzessinnenstraße 14 in Kreuzberg). Dort kann man für 50 Euro einen Antigen-Schnelltest machen und erfährt nach 20 Minuten das Ergebnis per Mail. Termin online buchbar unter: www.coronatest-moritzplatz.de.

Auch die Betreiber des Kitkat-Clubs in Mitte haben angekündigt, dass sie ab dem 4. Dezember in ihren Räumen ein Testzentrum eröffnen. Die Schnelltests sollen für knapp 25 Euro angeboten werden. Die Testung findet in den Räumen des Kitkat (Köpenicker Str.76 in 10179 Berlin; U-Bahnhof: Heinrich-Heine-Straße) statt. Termine sind nur nach einer Online-Registrierung hier buchbar.

Beim Anbieter "Schnelltest Berlin" in der Auguststraße 20 in Mitte werden ebenfalls PCR-Tests (99 Euro) sowie Antigen-Schnelltests (49Euro) durchgeführt. Laut Aussage des Anbieters durch professionelles Personal. Das skurrile an diesem Anbieter ist, dass die Testung in einer Galerie stattfindet und nebenbei die Kunst betrachtet werden kann. Mehr unter Schnelltest Berlin.

Wie unterscheiden sich die einzelnen Tests?

Ein PCR-Test ist die sicherste Methode bei der Testung auf SARS-CoV-2. Der PCR-Test weist Virus-Erbgut nach, auch noch in geringen Mengen, etwa wenn die getestete Person gerade erst frisch infiziert wurde und nur wenige Viren im Rachen vorhanden sind, oder wenn die Erkrankung schon mehrere Tage zurückliegt und kaum noch Erregererbgut am Abstrich hängen bleibt. Das Verfahren ist jedoch aufwändiger und je nach Laborkapazitäten kann es bis zu mehreren Tagen dauern, bis das Ergebnis eingeht.

Die Schnelltests hingegen weisen kein Erbgut, sondern Teile der Virushülle nach, die sogenannten Antigene. Anders als beim PCR-Test braucht es eine gewisse Menge an Viren, damit der Test anschlägt. Das bedeutet: Auch bei einem negativen Test besteht ein Restrisiko, dass die getestete Person trotzdem infiziert ist. Sie ist aber sehr wahrscheinlich zum Zeitpunkt der Testung nicht infektiös, denn sind im Rachenraum nur wenig Viren vorhanden, dann ist auch die Wahrscheinlichkeit gering, dass man beim Sprechen, Husten oder Singen an Weihnachten viele Viren mit der Atemluft verbreitet. Positive Antigen-Schnelltests müssen durch einen PCR-Test bestätigt werden

(Mehr zu Antigen-Schnelltests lesen Sie hier).

Der Antikörper-Test unterscheidet sich vom PCR- und vom Antigen-Schnelltest, da er nicht das Virus selbst, sondern die Immunreaktion des Körpers auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 nachweist. Die Bildung von Antikörpern erfolgt frühestens nach ein paar Tagen nach einer Infektion. Dieser Test wird herangezogen, um festzustellen, ob eine Person bereits eine Infektion durchgestanden hat.

Wann ist der Zeitpunkt einer Übertragung am wahrscheinlichsten?

Vier bis sechs Tage nach der Ansteckung bricht die Krankheit Covid-19 in der Regel aus. Zwei Tage vor dem Ausbruch werde ich selbst zum Überträger. Von diesem Zeitpunkt bis zum Testergebnis vergeht viel Zeit. Deshalb ist eine freiwillige Selbstisolation für Erkrankte sowie freiwillige Quarantäne für Kontaktpersonen so wichtig.

Mein Kind besucht eine Schule und ich bin positiv getestet worden. Was nun?

Ihr Kind gilt nun als Kontaktperson der Kategorie 1. Sie informieren die Schule und ihr Kind bleibt zu Hause. Die Schule entscheidet, wie weiter vorgegangen wird, welche anderen Kinder zum Beispiel isoliert werden sollten. Sollte ihr Kind ebenfalls positiv getestet werden oder auch negativ, informieren Sie in beiden Fällen umgehend die Schule. Das Kind bleibt bis zum Ende der Quarantäne-Zeit zu Hause. (Lesen Sie hier, wie Eltern, die gleichzeitig erkranken, geholfen werden kann.) Im Gespräch ist derzeit eine Regelung, dass positiv getestete Schüler und ihre Mitschüler sofort in eine fünftägige Quarantäne sollen. Wer dann negativ getestet wird, darf die Quarantäne beenden. Eine klare Entscheidung der Ministerpräsidenten, ob diese Regel auch genauso umgesetzt wird, gibt es bisher noch nicht. Dazu müsste es vor allem genug Testkapazitäten geben.


Eine erhöhte Temperatur kann ein Anzeichen für Covid-19 sein. Isolierte sollen regelmäßig Fieber messen. Foto: Andreas Gebert/dpa Vergrößern
Eine erhöhte Temperatur kann ein Anzeichen für Covid-19 sein. Isolierte sollen regelmäßig Fieber messen. © Andreas Gebert/dpa

Wie lange dauert die Isolation oder Quarantäne?

Die Quarantäne kann erst beendet werden, wenn der enge Kontakt zur infizierten Person 14 Tage zurückliegt und während der gesamten Zeit keine für Covid-19 typischen Symptome aufgetreten sind. Seit dem 1. Dezember kann die Quarantäne-Zeit auf zehn Tage verkürzt werden, sofern ein negatives Testergebnis vorliegt. Liegt ein positives Testergebnis einer SARS-CoV-2-Infektion vor, entscheidet das Gesundheitsamt (gegebenenfalls in Absprache mit dem Arzt), wie lange ich in Isolation bleiben muss.

Die Isolation bei Verdachtspersonen endet mit dem Vorliegen eines negativen Testergebnisses. Im Fall eines positiven Testergebnisses endet die Isolation bei asymptomatischen Krankheitsverlauf zehn Tage nach Erstnachweis des Erregers. Habe ich als Erkrankte einen symptomatischen Krankheitsverlauf, endet die verordnete Isolation zehn Tage nach Symptombeginn - bei einer Symptomfreiheit seit mindestens 48 Stunden.

Wann eine häusliche Quarantäne/Isolation beendet werden darf, entscheidet das zuständige Gesundheitsamt. Ist die Erkrankung schwer verlaufen, muss zudem ein negatives Testergebnis vorliegen.

Weitere Hinweise zur häuslichen Quarantäne und zur häuslichen Isolierung finden sich auf der Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter www.infektionsschutz.de.

Darf ich trotz freiwilliger Quarantäne zum Testen noch das Haus verlassen?

Ja, mit Vorlage eines Bescheides des Gesundheitsamtes darf ich beim Hausarzt einen Test durchführen. Selbstverständlich trage ich beim Verlassen des Hauses einen Mund-Nasen-Schutz (möglichst FFP2) und achte darauf, dass ich dabei keinen Kontakt zu anderen Menschen bis auf das Testpersonal habe. Manche Teststellen lassen sich mit dem Fahrzeug ansteuern.

Gibt es Entschädigungen für Selbstständige?

Selbstständige, die aufgrund einer Quarantäne-Anordnung des Gesundheitsamtes einen Verdienstausfall erleiden, können beim Land Berlin eine Entschädigung beantragen. Mehr Informationen dazu finden sich hier.


Darf mein Arbeitgeber oder eine andere Personen verkünden, dass ich Corona habe?

In einem normalen Krankheitsfall ist mein Arbeitgeber zur Verschwiegenheit verpflichtet. Er oder sie darf nicht sagen, ob ich zum Beispiel eine Magenverstimmung habe oder an einer Depression erkrankt bin. Hier gilt der Schutz der Allgemeinen Persönlichkeitsrechte, Arbeitnehmer sollen nicht stigmatisiert werden. Im Fall einer Infektion mit SARS-CoV-2 kann der Arbeitgeber aber Auskunft darüber verlangen.

Nur so kann er seiner Fürsorge- und Schutzpflicht nachkommen und die gesundheitlichen Belange anderer Arbeitnehmer schützen. Inwiefern hierbei die Nennung meines Namens erforderlich ist, muss im Einzelfall abgewogen werden - dafür gibt es bisher auch keine eindeutige Rechtsprechung. Im Idealfall einigen wir uns darauf, in welchem Fall mein Name genannt werden darf und in welchem Fall es nicht notwendig ist.

Manchmal reicht es, darüber zu informieren, dass eine Person des Unternehmens an Corona erkrankt ist und diese sich an einem bestimmten Ort aufgehalten hat. Manchmal ist es sinnvoll, den Namen zu nennen, damit Kollegen selber überlegen können, ob sie mit mir Kontakt hatten.

Muss ich während der Isolation oder Quarantäne arbeiten, wenn ich keine Symptome habe?

Ja, sofern die Tätigkeit im Homeoffice durchgeführt werden kann. Treten Symptome auf, benötigt der Arbeitgeber eine Krankschreibung vom Arzt. Kann ich meine Tätigkeit nicht im Homeoffice erledigen, bekomme ich bei angeordneter Quarantäne vom Gesundheitsamt ein Schreiben zur Vorlage beim Arbeitgeber. Der Arbeitgeber sollte in jedem Fall ein Interesse daran haben, dass ich als Verdachts-, Kontakt- oder mit Corona infizierte Person nicht zur Arbeit erscheine.

Wo finde ich weitere Informationen?

Der Berliner Senat hat die wichtigsten Informationen zu Verordnungen, Quarantänevorschriften und Gesundheitsämtern auf dieser Seite gebündelt. Beraten lassen kann man sich auch unter der Hotline 030/90 28 28 28.

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