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Das Anwesen von Clanchef Arafat Abou-Chaker in Kleinmachnow. Foto: Manfred Thomas
© Manfred Thomas

Update Vergewaltigung, Raub, Überfall auf Sexarbeiterin Razzia bei Arafat Abou-Chaker – Clanspross in Neukölln festgenommen

Ermittler durchsuchten die Villa von Arafat Abou-Chaker in Kleinmachnow. Grund: Ein Überfall auf eine Prostituierte. Auch gegen den Clan-Boss wird ermittelt.

Razzia beim Clan-Boss: Die Polizei hat am Mittwochmittag das Anwesen samt Villa von Arafat Abou-Chaker im brandenburgischen Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) und ein Objekt in Berlin-Neukölln durchsucht. Die ermittelnde Polizei im nordrhein-westfälischen Recklinghausen und die in dem Verfahren zuständige Staatsanwaltschaft Bochum meldeten dann am Mittwochnachmittag: „Festnahme eines zweiten Tatverdächtigen nach Vergewaltigung und Raub.“

Einer der Verdächtigen ist ein Mann aus dem Abou-Chaker-Clan. Es soll sich um einen Sohn des Clanchefs handeln. Mit Komplizen soll er eine Sexarbeiterin überfallen, ausgeraubt und vergewaltigt haben.

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Hintergrund ist eine brutale Tat im Rotlichtmilieu, die sich am 23. September in Recklinghausen zugetragen hat. Drei Männer, davon zwei mit Schlagstöcken bewaffnet, sollen sich am Abend dieses Tages Zugang zu einer Wohnung verschafft und Geld von der dort lebenden Sexarbeiterin gefordert haben. Ein Mann aus dem Trio soll die Frau zudem vergewaltigt haben.  

Eine weitere Bewohnerin der Wohnung hatte die vermummten Männer kommen sehen, war aus dem Fenster geklettert und hatte sich auf das Vordach gerettet. Zeugen hatte ihre Hilferufe gehört und die Polizei alarmiert. Das Trio wiederum war mit dem erbeuteten Bargeld geflüchtet und in einem Kleinwagen davongerast.

Bereits wenige Tage nach dem Überfall war ein 18-Jähriger aus Recklinghausen festgenommen und einem Haftrichter vorgeführt worden. Der verhängte wegen dringenden Tatverdachts für den Heranwachsenden Untersuchungshaft. Der 18-Jährige sitzt seither in der Justizvollzugsanstalt Wuppertal.

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Nach den anderen beiden Tätern war seither gefahndet worden. Die Beschreibung: ein kleinerer Mann, nicht einmal 1,70 Meter groß, dünne Statur, hellblaue Augen, etwa 20 Jahre alt; der andere: bis 1,75 Meter groß, kräftige Statur, auch etwa 20 Jahre alt.

Clan-Boss Arafat Abou-Chaker. Foto: imago images/Olaf Wagner Vergrößern
Clan-Boss Arafat Abou-Chaker. © imago images/Olaf Wagner

Die Polizei in Recklinghausen hat für den Fall eigens eine Ermittlungskommission gegründet. Die fand Hinweise auf einen zweiten Tatverdächtigen, einen 19-Jährigen aus Oer-Erkenschwick: Er soll ein 19 Jahre alter Sohn von Clan-Boss Abou-Chaker sein. Ein Ermittlungsrichter erließ den von der Staatsanwaltschaft Bochum beantragten Haftbefehl, nun schlugen die Ermittler in drei Bundesländern zu.

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Beteiligt waren Ermittler und Spezialeinheiten aus Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Berlin. In der Villa im brandenburgischen Kleinmachnow stellten die Ermittler Beweismittel, darunter ein Auto, sicher, dort vermuteten sie auch den Clanspross. Festnehmen konnten die Ermittler ihn dann in einem zweiten Objekt in Neukölln, das ebenso wie eine Wohnung in Oer-Erkenschwick durchsucht wurde, wo Datenträger beschlagnahmt wurden.

Am Donnerstag verkündete ein Ermittlungsrichter dem 19-jährigen Clanspross den Haftbefehl, er kam in Untersuchungshaft. Nach dem dritten Verdächtigen wird gefahndet.

In dem Verfahren geht es auch um den Vorwurf der Bedrohung: Die Ermittler befürchten, dass das Opfer aus Angst nicht mehr gegen die Täter aussagen könnte. Wie die Polizei in Recklinghausen bestätigte, steht deshalb auch Clan-Boss Arafat Abou-Chaker im Visier der Ermittler. Er soll demnach die Frauen eingeschüchtert und bedroht haben. Gegen ihn wird nun ebenfalls ermittelt. 

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