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So könnte die „Flaniermeile Friedrichstraße“ einmal aussehen. Simulation: SENUMVK
© Simulation: SENUMVK

Umstrittenes Modellprojekt in Berlin-Mitte Autofreie Friedrichstraße kostet dieses Jahr mehr als 200.000 Euro

Mindestens 213.000 Euro kostet das Modellprojekt zur autofreien Friedrichsstraße 2022. Kritiker werfen einen verantwortungslosen Umgang mit dem Geld vor.

Das umstrittene Modellprojekt zur autofreien Friedrichstraße in Berlin kostet im laufenden Jahr mindestens 213.000 Euro. Das ergibt sich aus einer Aufstellung der Verkehrs- und Umweltverwaltung für die Haushaltsberatungen im Abgeordnetenhaus, über die am Sonntag zuerst die „Berliner Morgenpost“ berichtete.

Laut dem Papier, das auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, schlagen „Gestaltungskonzeption und Begleitung der technischen Umsetzung der Aufbauten“ mit 62.832 Euro zu Buche. Für Stadtmöbel wie Sitzmöglichkeiten sind 56.300 Euro eingeplant, für die Pflege von Grünflächen 36.000 Euro.

Die verkehrliche Begleituntersuchung soll 22.365,61 Euro kosten. Für die Verstromung und Beleuchtung der sogenannten Showcases auf der Straße, eine Art Vitrinen aus Glas, sind 18.469,75 Euro vorgesehen, für die Straßenreinigung 17.136 Euro. „Mehrausgaben für das Projekt im laufenden Haushaltsjahr sind möglich, können derzeit aber nicht zielgerichtet abgeschätzt werden“, erklärt die Verkehrsverwaltung in dem Papier weiter.

Zu rechnen ist damit vor allem deshalb, weil die von Verkehrs- und Umweltsenatorin Bettina Jarasch (Grüne) Ende April angekündigte Neujustierung des Modellprojekts „Flaniermeile Friedrichstraße“ im Haushalt noch nicht eingepreist ist. Jarasch erklärte damals, dass das bisherige Konzept so nicht funktioniere: Nun sollen der Radweg in der Straßenmitte wegfallen und überall Fußgänger:innen Vorrang bekommen.

Jarasch will zudem eine weitere Umgestaltung des fraglichen, 500 Meter langen Abschnitts nach dem Vorbild einer italienischen Piazza. Die benachbarte Charlottenstraße soll Fahrradstraße werden.

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Im Zuge des Modellversuchs ist seit August 2020 der Abschnitt zwischen Französischer und Leipziger Straße, an dem auch das Luxus-Kaufhaus Galeries Lafayette liegt, für Autos tabu. Seither wird das Vorhaben in der Stadt sehr kontrovers diskutiert.

Die FDP-Finanzpolitikerin Sibylle Meister sagte am Sonntag der dpa, das Geld für die Friedrichstraße werde nicht verantwortungsvoll ausgegeben. „Mehr als 200.000 Euro dafür, dass weder Einzelhändler noch Fußgänger noch Anwohner glücklich sind? Danke für nichts.“ (dpa)

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