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Sawsan Chebli mit Ehemann Nizar Maarouf beim Presseball in Berlin 2019. imago/Future Image
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Umstrittene Geschäfte des Ehemannes Vorwürfe gegen Angehörige von Sawsan Chebli

Cheblis Mann arbeitete für Berlins Vivantes-Kliniken - als dort Nichten der SPD-Frau tätig wurden. Letztlich mussten sie wegen 100.000 Euro gehen.

Drei Angehörige von Berlins bekannter Staatssekretärin Sawsan Chebli stehen wegen ihres mutmaßlichen Geschäftsgebahrens in der Kritik. In der „Welt“ werden Cheblis Ehemann, dem langjährigen Klinikmanager Nizar Maarouf, umstrittene Geschäfte mit Gesundheitstouristen reicher Golfstaaten vorgeworfen.

Zudem sollen zwei Nichten der Staatssekretärin in einer Tochterfirma der Vivantes-Kliniken, in der Maarouf leitend tätig war, beschäftigt worden sein – bis die Frauen bei einer Revision wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten auffielen.

Chebli äußerte sich auf Anfrage nicht. Die SPD-Politikerin thematisiert Herkunft, Werdegang und Erfolge ihrer Familie regelmäßig öffentlich – insofern muss Chebli damit rechnen, zur aktuellen Causa befragt zu werden.

Eine Sprecherin von Bürgermeister Michael Müller (SPD) teilte am Sonntag mit, der Senatskanzlei – in der Chebli für „Bürgerschaftliches Engagement und Internationales“ tätig ist – lägen zu den Vorwürfen keine Erkenntnisse vor.

Cheblis Mann Maarouf hatte sich für Berlins landeseigene Vivantes-Kliniken um Selbstzahler aus dem Ausland gekümmert. Das ist hinlänglich bekannt. Oft handelte es sich um Gesundheitstouristen aus arabischen Ölmonarchien. Maarouf war Vizechef der entsprechenden Tochterfirma „Vivantes International“.

Unter seiner Leitung wurden den „Welt“-Recherchen zufolge dort zwei Nichten seiner Ehefrau Chebli angestellt. Die beiden Frauen fielen 2017 bei einer Revision auf. Es ging um 100.000 Euro, die von Patientenkonten stammten, die Nichten wurden entlassen. Schon zuvor war klinikintern über „Vivantes International“ debattiert worden, auch über das Einkommen des dortigen Leitungspersonals.

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Man habe Bedenken wegen der Firma in den Aufsichtsgremien der Klinikkette angesprochen, sagte der damalige Vivantes-Betriebsratschef, Giovanni Ammirabile, dem Tagesspiegel. Der damalige SPD-CDU-Senat ließ die Tochterfirma 2014 auflösen. Maarouf verließ Vivantes wenig später.

Der „Welt“ zufolge bat der wegen der Maskenaffäre zurückgetretene CDU-Bundestagsabgeordnete Nikolas Löbel ihn kürzlich um Hilfe. Löbel soll einem privaten Klinikkonzern – gegen Provision – Schutzmasken angeboten haben. Das Geschäft kam nicht zustande. Ob gegen Angehörige Cheblis ermittelt werde, war am Sonntag nicht zu erfahren.

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