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Musik verbindet. Junge amerikanische und ukrainische Musiker geben ein spontanes Konzert vor dem Rosinenbomber in Tempelhof. Foto: Oksana Meleshchenko
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Ukrainisch-amerikanisches Konzert Sehnsucht nach Harmonie – nicht nur in der Musik

Oksana Meleshchenko

Ein diplomatischer Chor: Auf dem Flugfeld Tempelhof musizierten junge amerikanische und geflüchtete ukrainische Musiker gemeinsam und freundeten sich an

Gemeinsam Musik machen und dabei Freunde finden: Das war die Idee hinter einer Initiative der US-Botschaft, die jetzt 17 junge geflüchtete ukrainische Musiker zusammenbrachte mit den Talenten des National Youth Orchestra, die aus Anlass der Young Euro Classics aus den USA nach Berlin gekommen sind.

Ganz in der Nähe des Rosinenbombers gibt es auf dem traditionsreichen Tempelhofer Flugfeld zunächst eine gemeinsame Probe, dann ein gemeinsames Konzert. Es kommt ursprünglich zustande auf Vermittlung der vielfältig engagierten Gründerin des "Diplomatic Choir of Berlin", Barbara Leifer.

Mit dabei ist auch der Violinist Volodymir Corda, der weltweit mehr als 1200 Konzerte als Solist, Dirigent und Konzertmeister gegeben hat. Eigentlich sollte er dieser Tage in Kiew auftreten. Doch der Krieg hinderte ihn, wie Millionen anderer Ukrainer, daran, seinen Plänen nachzugehen.

Er lobt das Engagement von Barabara Leifer und dem diplomatischen Chor, der Musiker aus verschiedenen ukrainischen Städten integriert. „Wir geben regelmäßig Konzerte vor unterschiedlichem Publikum. Ich hoffe wirklich, dass diese Ereignisse - genau wie das heutige Treffen - den Menschen helfen werden, zu einem friedlichen Leben zurückzukehren.“

Diplomaten und Sänger aus der ganzen Welt

Der 2013 gegründete Diplomatic Choir of Berlin" ist eine musikalische Gruppe von Diplomaten und nicht-diplomatischen Sängern, die aus der ganzen Welt kommen, um Konzerte zu geben. Im Jahr 2022 sind besonders viele ukrainische Künstler dabei. Das nationale Jugendorchester der Vereinigten Staaten wurde 2012 vom Weill Music Institute in der Carnegie Hall in New York gegründet.

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Zur Aufführung kommen unter anderem Werke Werke des ukrainischen Komponisten Miroslav Skorik und des amerikanischen Komponisten Jessie Montgomery. Gemeinsam spielen die Musiker klar, sensibel und nuanciert.

Gebraucht und nützlich

Auch Oleg Yanushkevich vom Cherson Philharmonischen Orchester und der zeitgenössischen Musikgruppe „Stadt ohne Schlaf“ ist aufs Tempelhofer Flugfeld gekommen. Seit März lebt er in Berlin. „Solche Projekte helfen uns dabei, uns als Fachleute zu verwirklichen, uns gebraucht und nützlich zu fühlen,“ sagt er. „So können wir zum zum gegenseitigen Verständnis beitragen und auf die schreckliche Situation in der Ukraine aufmerksam machen.

Er habe den Eindruck, dass die amerikanischen Musiker eine etwas anspruchsvollere Leistung bieten konnten als seine Landsleute. „Aber wir waren unserer Aufgabe gewachsen, fanden leicht eine gemeinsame Basis und spielten als Gruppe,“ fügt er hinzu. „Musik ist ein wirkungsvolles Instrument, um Menschen zusammenzubringen. Und wir wollen, dass die Menschen nicht kämpfen, sondern in Frieden und Harmonie leben."

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