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Einst ein sozialer Brennpunkt, heute fast schon Kult: das Pallasseum in der Pallasstraße. Foto: Mike Wolff
© Mike Wolff

Tempelhof-Schöneberg Landeseigene Gewobag kauft Pallasseum

Der markante Gebäudekomplex in der Pallasstraße geht mehrheitlich in Landeseigentum über. Im Bezirk begrüßt man den Kauf, ärgert sich aber über das Vorgehen.

Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Gewobag hat sich die absolute Mehrheit am Immobilienfonds „Pallasseum Wohnbauten KG“ gesichert. Damit geht der markante Gebäudekomplex an der Bezirksgrenze von Schöneberg zu Friedrichshain-Kreuzberg in Landeseigentum über.

Das gab die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen am Freitag bekannt. Baustaatssekretär Sebastian Scheel (Linke) sieht in dem Kauf ein "Symbol für die neue Politik Berlins". Der Senat wolle den landeseigenen Wohnungsbestand „durch den vorausschauenden Erwerb von Immobilien sukzessive erweitern“. So solle vor allem langfristig bezahlbarer Wohnraum gesichert werden. In den 514 Wohnungen leben ungefähr 2000 Menschen aus gut 40 Nationen.

Bezirk war nicht über den Kauf informiert

Das Gebäudeensemble an der Pallasstraße hat eine bewegte Geschichte. 1910 wurde an dieser Stelle der Sportpalast eröffnet, in dem unter anderem Max Schmeling boxte und Joseph Goebbels 1943 den "totalen Krieg" propagierte. 1972 wurde der Sportpalast abgerissen, zwischen 1973 und 1976 entstand hier der "Sozialpalast" getaufte und heute noch existierende Gebäudekomplex. In den Neunzigerjahren wurde dieser in "Pallasseum" umbenannt – um das wegen der vielen Gewalt- und Drogendelikte in Verruf geratene Image wieder aufzubessern.

Trotz dieser Bedeutung war der Bezirk Tempelhof-Schöneberg nicht über den Kauf informiert. Bezirksbaustadtrat Jörn Oltmann (Bündnis 90/Die Grünen) begrüßt zwar den Erwerb, ärgert sich aber über das Vorgehen des Senats und der Gewobag: "Das ist ein schwieriger Umgang. Es wäre schön, wenn man mich eingeweiht hätte." Oltmann hofft, dass die Gewobag das soziale Engagement fortführen wird. Für die Mieter im Pallasseum dürfte sich seiner Ansicht nach nichts ändern.

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