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Berlins wohl bekannteste Intensiv-Mobilfunkerin Angela Merkel (CDU) auf der Regierungsbank im Deutschen Bundestag. Welches Netz sie nutzt, ist der Redaktion aber nicht bekannt. Foto: Kay Nietfeld/dpa
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Exklusiv Telekom, Vodafone oder Telefónica O2 Welcher Anbieter hat das beste Mobilfunknetz in den Berliner Kiezen?

Von Frohnau bis Schmöckwitz, von Wannsee bis Buch: Im „großen Mobilfunktest“ zeigen wir in einer Karte die lokal besten Mobilfunkanbieter in Berlin.

In Berlin ist die Qualität der Mobilfunknetze so gut wie nirgendwo sonst in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, die die Fachzeitschrift „connect“ gemeinsam mit dem Unternehmensberatung Umlaut erstellt hat. Der „große Mobilfunktest“ wurde in diesem Jahr bereits zum 27. Mal mit erheblichem Aufwand durchgeführt. (Lesen Sie hier die Ergebnisse des vorangegangenen Tests). Ergebnis: Die Netzqualität hat sich auch im vergangenen Jahr wieder verbessert. Die Auswertung zeigt aber auch, wo es noch Nachholbedarf gibt.

Miteinander verglichen wurden die Netze der konkurrierenden Anbieter Telekom, Vodafone und Telefónica/O2. Um deren Leistungswerte zu testen, schickte die Firma Umlaut vier Messfahrzeuge auf die Straßen. Jedes dieser Autos war mit je sechs Smartphones bestückt. Für jeweils einen der Anbieter nahm ein Samsung Galaxy S10 die Sprachmessungen vor, ein weiteres Smartphone führte derweil Datenmessungen durch. Zusätzlich war ein weiteres Team zu Fuß mit Mess-Handys im Gepäck unterwegs.

Das Fußteam war vor allem in Gegenden mit starkem Publikumsverkehr unterwegs: in Bahnhofshallen, Flughafenterminals, Museen oder Cafés. Die Mitarbeiter fuhren auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln und der Deutsche Bahn. In diesem Jahr habe sich aufgrund der Coronapandemie zum ersten Mal die Frage gestellt, ob der Test überhaupt wie geplant durchführbar sei, sagt der Connect-Fachjournalist Hannes Rügheimer. Doch der Messpartner Umlaut habe schnell festgestellt, dass es mit einigen neuen Sicherheitsregeln möglich sein werde.

Der größte Teil der Messungen fand von Mitte Mai bis Ende Oktober statt. Zusammen legten die Teams in Deutschland eine Stecke von 22.379 Kilometern mit Auto, Bahn und zu Fuß zurück. In die Gesamtwertung flossen auch die Ergebnisse einer Crowdsourcing-Analyse mit ein. Dazu wurden etwa zwei Milliarden Einzelmesswerte analysiert. Die Daten kamen von 492.845 Nutzern handelsüblicher Smartphone-Apps. Diese Apps führten die Messungen 24 Wochen lang mit kleinen Datenpaketen im Hintergrund durch und leiteten die Ergebnisse anonymisiert an Umlaut weiter.

Jedes Jahr passen die Experten von Umlaut ihre Testmethoden und Bewertungsschlüssel an die fortschreitende technische Entwicklung an. Das bedeutet, dass die Schwellenwerte und Anforderungen steigen. Die Anbieter müssen sich also verbessern, um in der Wertung nicht abzusinken. Das ist allen gelungen. Die Ergebnisse zeigen vor allem Kontinuität. Im Anbietervergleich gewinnt die Deutsche Telekom bereits zum zehnten Mal in Folge gegen ihre Konkurrenten. Im Vergleich zum Vorjahr kann sich der Konzern mit Hauptsitz in Bonn sogar deutlich verbessern. Aber auch Vodafone und Telefónica legen gegenüber dem Vorjahr noch einmal zu, was die Experten vor allem auf erfolgreiche Anstrengungen beim Netzausbau zurückführen.

Die Rufaufbauzeit liegt bei Telekom und Vodafone etwa bei einer Sekunde in Großstädten, Telefónica benötigt dafür bis zu 1,9 Sekunden. In Kleinstädten liegt die Telekom ebenfalls vorn mit einer Sekunde, gefolgt von Vodafone mit 1,1 Sekunden und Telefónica mit 2,0. Zieht man die Ergebnisse der Vorjahresstudie hinzu, wird jedoch deutlich, dass sich alle Anbieter verbessert haben. Telekom und Vodafone wiesen seinerzeit noch eine durchschnittliche Rufaufbauzeit von 1,5 Sekunden in Großstädten auf, Telefónica lag bei 2,3 Sekunden.

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Die Ergebnisse der diesjährigen Crowdsourcing-Analysen bestätigen im Großen und Ganzen die Tendenzen aus den Sprach- und Datentests. Das zeigt laut Studie, dass die festgestellten Resultate wirklich im Alltag der Nutzer ankommen. Denn auch bei den Crowd-Ergebnissen liegt die Telekom demnach vorn, gefolgt von Vodafone und Telefónica. Allerdings konnte sich Telefónica in dieser Disziplin von allen drei Kandidaten gegenüber dem Vorjahr am meisten verbessern. Das Unternehmen habe von der Zusammenlegung der ehemaligen Teilnetze von O2 und E-Plus profitiert, heißt es dazu in der Studie.

Generell sind die Ergebnisse in Großstädten besser als im bundesweiten Durchschnitt. Die Mobilfunkversorgung in der Bundeshauptstadt schneidet aber am besten ab, und zwar bei allen drei getesteten Anbietern. Im direkten Städtevergleich mit den Ballungszentren Frankfurt am Main, Hamburg, Köln und München erzielen die Betreiber in Berlin besonders hohe Punktzahlen.

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Beim Vergleich von Sprachanrufen in Berlin liefern Telekom und Vodafone sehr gute Ergebnisse. In der Wertung erzielen sie gleichermaßen 190 von 192 möglichen Punkten. Telefónica kommt immerhin auf 182. Bei den Datenverbindungen hingegen liegt das Telekom-Netz deutlich vorn mit 273 von 288 möglichen Punkten, während Vodafone es auf 258 bringt und Telefónica auf 257. Bei den Crowd-Messungen in der Hauptstadt liegt hingegen Vodafone vorn mit 185 von 200 Punkten, gefolgt von der Telekom (180) und Telefónica (169).

Das Crowdsourcing ermöglicht es den Forschern sogar, die Versorgungsqualität auf Gebiete innerhalb der Stadt herunterzubrechen. Dabei hat sich gezeigt: In Innenstadtbezirken wie Mitte, Charlottenburg, und Friedrichshain-Kreuzberg liefern Telekom und Vodafone die besten Ergebnisse bei der Versorgung mit 4G und 5G. Telefónica erweist sich jedoch in den Außenbezirken als stark, etwa in Teilen von Köpenick oder Reinickendorf.

Nachbesserungsbedarf haben alle drei Anbieter im ländlichen Bereich. Die Telekom liegt in Kleinstädten und auf Verbindungsstraßen bundesweit weiterhin vorn, wie in den Vorjahren, aber die Konkurrenz holt auf. Die Crowd-Daten ermöglichen auch einen regionalen Vergleich zwischen dem Netzausbau in Berlin und Brandenburg. Wie zu erwarten, liegt das Flächenland hinter der Großstadt. Allerdings ist der Unterschied in den Netzen von Telekom und Vodafone nicht mehr allzu groß. Und Vodafone liegt in Berlin-Brandenburg insgesamt sogar vor dem magentafarbenen Marktführer.

Das teilt Umlaut auf Tagesspiegel-Anfrage mit. Vodafone erreicht in der Gesamtwertung von 1000 möglichen Punkten in Berlin 925 und in Brandenburg 882. Die Telekom folgt mit 900 in Berlin und 866 in Brandenburg. Das Telefónica-Netz ist insgesamt deutlich schwächer mit 846 in Berlin und nur 710 in der Mark.

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