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In diesem Bereich an der Invalidenstraße passierte das schwere Unglück, bei dem es zu mehreren Toten kam. Foto: Kai-Uwe Heinrich
© Kai-Uwe Heinrich

SUV-Unfall in Berlin Behandelnder Arzt sagt im Prozess aus

Knapp einen Monat vor dem Unfall unterzog sich der Fahrer einer Hirn-Operation. Der Mediziner empfahl seinem Patienten, danach nicht Auto zu fahren.

Im Prozess um den SUV-Unfall mit vier Toten in Berlin hat der behandelnde Arzt des angeklagten Autofahrers vor Gericht über die vorangegangene Gehirnoperation bei seinem Patienten berichtet. Ein Neurochirurg sagte am Montag als Zeuge vor dem Berliner Landgericht, nach einer Hirnoperation habe er dem Patienten empfohlen, für mindestens einen Monat nicht Auto zu fahren. Dieser Hinweis sei mündlich erfolgt, so der Mediziner aus der Schweiz im Zeugenstand.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft hätte der 44-jährige Unternehmer wegen einer strukturellen Epilepsie und der Gehirnoperation, die knapp einen Monat zurücklag, nicht am Steuer des schweren Wagens sitzen dürfen. Die Anklage lautet auf fahrlässige Tötung und fahrlässige Gefährdung des Straßenverkehrs.

Am 6. September 2019 war das Auto über die Gegenfahrbahn hinweg von der Invalidenstraße in der Innenstadt abgekommen. Der Fahrer soll wegen eines epileptischen Anfalls das Gaspedal durchgedrückt haben. Der Wagen überschlug sich mehrfach und tötete vier Menschen auf dem Gehweg. Unter den Opfern war auch ein dreijähriger Junge.

Der Neurochirurg sagte weiter, Anfang August 2019 sei die Operation erfolgt. Nach dem erfolgreichen Eingriff, bei dem ein kleiner Tumor entfernt wurde, sei die Stimmung optimistisch gewesen. Bereits nach drei Tagen habe der 44-Jährige die Klinik verlassen können.

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Er habe dem Patienten allerdings „ganz sicher nicht gesagt, dass das Kapitel Epilepsie abgeschlossen ist mit der Operation“. Er habe dem Angeklagten zudem empfohlen, nach der Operation in der Schweiz eine Behandlung bei einem Neurologen in Berlin fortzusetzen und das weitere Vorgehen zu besprechen.

Der 44-Jährige hatte zu Prozessbeginn sein Bedauern ausgedrückt. Für ihn habe es jedoch keine Anhaltspunkte gegeben, dass er nochmals einen Anfall erleiden könnte. Er sei sicher gewesen, dass mit einer Hirn-OP die Ursache für seinen ersten und bis zum tragischen Unfall einzigen epileptischen Anfall, den er im Mai 2019 erlitten habe, restlos beseitigt worden sei. Der Prozess wird am 1. Dezember mit der Befragung eines weiteren Mediziners fortgesetzt. (dpa/bb)

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