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Am Vormittag ging's noch: Osterreisebetrieb am Flughafen Berlin-Brandenburg. Foto: Paul Zinken/dpa
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Update Stresstest für den BER Hauptstadtflughafen startet mit Problemen an der Gepäckanlage in die Osterferien

Ken Münster

Am Freitagmorgen kommt es zu Problemen bei der Gepäckabfertigung, mehrere Flüge starteten verspätet. Ab dem Nachmittag werden hohe Abflugzahlen erwartet.

Kurz vor Beginn der Osterferien ist es auf dem Berliner Flughafen am frühen Freitagmorgen zu Problemen bei der Gepäckabfertigung und Wartezeiten für Passagiere gekommen. In der Gepäckförderanlage in Terminal 2 habe es in der Nacht zu Freitag technische Schwierigkeiten gegeben, daher seien die ersten Abflüge am Morgen ins Terminal 1 verlegt worden, sagte ein Flughafensprecher. Dadurch seien längere Wartezeiten und Verspätungen entstanden. Das habe eine „Handvoll Flüge“ betroffen.

Die Gepäckanlage sei inzwischen repariert, seit 6 Uhr laufe der Betrieb wieder normal und ohne Schwierigkeiten. Knapp 40 Flüge starteten laut der Internetseite des Flughafens am Morgen zwischen 6 und 8 Uhr. Passagiere sind dann meist bereits zwei Stunden vor dem Abflug zur Abgabe des Gepäcks da.

Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Sensburg schrieb am Morgen bei Twitter, es gebe zu wenig Personal für die Beladung der Flugzeuge mit Gepäck. Deshalb ständen Maschinen mit Passagieren am Boden und warteten. Seine Empfehlung: lieber zwei Stunden "on top einplanen". Der Flughafensprecher betonte jedoch, dass die Schwierigkeiten nicht mit der angespannten Personalsituation am BER zusammenhingen und rein technischer Natur gewesen seien.

Im Laufe des Vormittags normalisierte sich der Betrieb. An Schaltern und Kontrollen gab es immer wieder Schlangen, diese lösten sich jedoch meistens schnell auf.

Mit Wartezeiten gingen die Passagiere gelassen um. "Es ist schon unangenehm, dass die Schlange so lang ist", sagte ein Niederländer, der nach Amsterdam reisen wollte, beim Abflug. Doch er habe gewusst, dass es beim BER Probleme geben könne. Ganz entspannt gab sich ein Mann aus Florida, dem noch eine lange Reise bevorstand. "Berlin ist viel besser als Orlando", urteilte er.

Nach Problemen mit der Gepäckabfertigung in der Früh normalisierte sich der Betrieb am BER am Freitagvormittag. Foto: Frank Bachner Vergrößern
Nach Problemen mit der Gepäckabfertigung in der Früh normalisierte sich der Betrieb am BER am Freitagvormittag. © Frank Bachner

Der große Stresstest steht dem Hauptstadtflughafen erst am Nachmittag bevor. Nach Schulschluss dürften viele Familien in den Osterurlaub fliegen. Man rechne am Freitag mit 70.000 Passagieren im Laufe der Tages, sagte der Flughafensprecher. Insgesamt werden während der gut zweiwöchigen Osterferien rund eine Million Fluggäste erwartet - also annähernd so viel wie die rund 1,3 Millionen Passagiere, die im gesamten Monat März den BER genutzt haben. Am 24. April – dem Sonntag, an dem die Ferien enden – sei dann mit besonders vielen Ankünften zu rechnen.

Aufruf an BER-Passagiere: Mehr Zeit einplanen

Die Flughafengesellschaft hatte schon am Dienstag die Passagiere dazu aufgerufen, ausreichend Zeit bei der Anreise einzuplanen. BER-Chefin Aletta von Massenbach hatte daraufhin angedeutet, dass es Probleme mit Personalausfällen gebe – nicht zuletzt den externen Bodendienstleistern zur Gepäckabfertigung seien viele Beschäftigte durch den Umzug von Tegel nach Schönefeld und die Coronakrise abhanden gekommen.

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Derzeit gebe es auch immer das Risiko kurzfristiger Ausfälle durch Corona-Infektionen. Neben der Gepäckabfertigung hatte von Massenbach auch die Sicherheitskontrollen als Engpass benannt.

„Grundsätzlich ist die Personaldecke bei vielen Partnern zum Osterreiseverkehr ausreichend, aber nicht komfortabel“, sagte die BER-Chefin vor Beginn des Osterreiseverkehrs der Deutschen Presse-Agentur. „Das war zum Jahresbeginn von Januar bis März noch in Ordnung. Aber für diese Spitzen, die wir jetzt erwarten, kann an neuralgischen Punkten des Flughafens wie bei den Bodenverkehrsdiensten und bei der Sicherheit der Puffer beim Personal fehlen.“

Fünf Mal so viele Passagiere wie im März 2021

Im März nutzten zum ersten Mal in diesem Jahr wieder mehr als eine Million Menschen den BER. Insgesamt landeten und starteten im vergangenen Monat 12.500 Maschinen mit 1,3 Millionen Passagieren, wie die Flughafengesellschaft am Donnerstag mitteilte. Das waren den Angaben zufolge 2500 Maschinen und 350.000 Menschen mehr als im Februar 2022. Im März 2021 seien es nur 4000 Maschinen und 220.300 Passagiere gewesen, also mehr als fünf Mal so wenig Fluggäste. Vor der Pandemie im März 2019 zählten die damaligen Flughäfen Tegel und Schönefeld zusammen 2,9 Millionen Fluggäste.

Das am 24. März 2022 in Betrieb genommene Terminal 2 des BER habe 26.800 Passagiere gezählt. Hier landen und starten vor allem Maschinen der Fluggesellschaft Ryanair. Insgesamt seien in den ersten drei Monaten dieses Jahres rund drei Millionen Menschen über den BER gereist. Laut Flughafengesellschaft sind das 1,2 Millionen Menschen mehr als im gesamten ersten Halbjahr 2021. (mit dpa)

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