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Menschen stehen vor dem Corona-Impfzentrum in der Arena in Berlin-Treptow an. Foto: dpa/Paul Zinken
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Spritzen nicht gekühlt Im Berliner Impfzentrum „Arena“ musste Impfstoff entsorgt werden

Im Impfzentrum in der „Arena“ in Berlin-Treptow hat es eine Panne gegeben – Ärztinnen sprechen von entsorgtem Impfstoff aus wenigen Ampullen.

Im Berliner Impfzentrum in der "Arena" soll Impfstoff entsorgt worden sein - offenbar weil er schon zu lange in Spritzen aufgezogen war. Nach Tagesspiegel-Informationen handelte es sich um wenige Dosen, die in den ersten Tagen nach der Eröffnung nicht schnell genug eingesetzt werden konnten.

Der Impfstoff wird aus den gelieferten Ampullen in Spritzen gezogen, die dann innerhalb von zwei Stunden benutzt werden müssen. Die Dosen, die danach nicht verbraucht, also den Patienten gespritzt worden sind, werden entsorgt.

Der RBB hatte am Montag darüber berichtet. Den Tagesspiegel machte am Freitag schon eine Ärztin auf einen möglichen Vorfall dieser Art aufmerksam. Am Montag sagte eine andere Medizinerin, es hätten wohl zehn Spritzen entsorgt werden müssen. Das wäre Stoff aus zwei Ampullen, denn eine Ampulle des aktuellen Impfstoffs von Biontech und Pfizer enthält mindestens fünf Dosen.

[Die Geschichte hinter der Meldung: Warum zu wenig Ampullen zu schleppend verteilt werden - und manchmal im Müll landen]

Im Impfzentrum in der Treptower Arena-Halle bereiten Pharmazeuten, die über die Konzerne Bayer und Berlin Chemie gebucht wurden, den Impfstoff auf. Die aufgezogenen Spritzen setzen wiederum Mediziner, die von der für ambulante Versorgung zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung (KV) mobilisiert wurden.

Das Deutsche Rote Kreuz koordiniert die Abläufe vor und nach der Impfung. Beauftragt wurden die Akteure von der Verwaltung von Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). Sie erklärte am Abend, solche Fälle könnten künftig vermieden werden, indem mit überflüssigen Spritzen kurzfristig Helfer geimpft würden.

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In der Arena sind am Montag circa 500 Berliner geimpft worden, die meisten waren hochbetagte Senioren und Pflegekräfte. Das Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlicht die Zahlen der Geimpften pro Bundesland. Am Sonntag waren knapp 18.000 Berliner gegen das Coronavirus geimpft. Am Montag dürften mindestens 2000 dazugekommen sein, da mobile Teams in den Pflegeheimen impfen.

Wenige Milliliter. Mit einer Spritze wird der Impfstoff aus einer Glasampulle aufgezogen. Frank Molter/dpa Vergrößern
Wenige Milliliter. Mit einer Spritze wird der Impfstoff aus einer Glasampulle aufgezogen. © Frank Molter/dpa

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Kalayci hatte schon vor einigen Tagen gesagt, es gebe nicht genug Impfstoff, um mehr Termine zu machen. Die Senatorin sagte dem RBB am Montag, die Infektionszahlen in Berlin seien "nach wie vor besorgniserregend". Es gebe circa 5000 Neuansteckungen pro Woche.

Kalayci plädierte für einen verlängerten Lockdown, auch der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) äußerte sich ähnlich. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Bundesländer werden am Dienstag darüber beraten.

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