Das alte Stadion im Jahn-Sportpark soll umgebaut werden. Bis 2023 wird das aber wohl nichts mehr. Foto: Doris Spiekermann-Klaas TSP
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Special Olympics 2023 in Berlin Senat: Jahn-Stadion wird nicht rechtzeitig fertig

Der Senat rechnet nicht mehr mit rechtzeitigem Neubau des Jahn-Stadions. Der Zeitplan hatte eine pünktliche Fertigstellung für Juni 2023 vorgesehen.

Der Senat rechnet nicht mehr mit einer rechtzeitigen Fertigstellung des neuen Stadions im Jahn-Sportpark. Das soll laut Zeitplan pünktlich zu den Special Olympics im Juni 2023 fertig werden – dort sind unter anderem die Leichtathletikwettbewerbe geplant.

Doch dies erscheine „nur bei optimalem Bauablauf realistisch“, räumt Sportstaatssekretär Aleksander Dzembritzki auf eine schriftliche Anfrage der CDU-Abgeordneten Stephan Lenz und Stephan Standfuß ein. Deshalb „prüft der Senat derzeit die Nutzung des Olympiaparks und alternativ des Mommsenstadions“ als Alternative zum Sportpark in Prenzlauer Berg.

Die Leichtathletikwettkämpfe könnten laut Dzembritzki im Hanns-Braun-Stadion des Olympiaparks ausgetragen werden, wenn dies um zwei weitere Laufbahnen erweitert werde. Darüber hinaus biete der Standort Olympiapark die Chance, das Olympiastadion in die Wettkämpfe stärker zu integrieren. Für die Special Olympics im Olympiapark hatte sich unlängst auch der Landessportbund Berlin starkgemacht.

Das „Große Stadion“ im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark soll ab Juni 2020 abgerissen werden. Für 135 Millionen Euro soll dann ein Neubau entstehen, der ebenfalls 20.000 Zuschauer fassen soll. Einen integrierten Bebauungsplan für Stadion und den angrenzenden Mauerpark lehnt die Sportverwaltung dabei ab. Den hatte Pankows Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn (B'90/Grüne) wegen der zu erwartenden Verkehrsströme gefordert.

Keine zusätzlichen Parkplätze, kein zusätzlicher Verkehr

Doch die Erweiterung des Mauerparks könne nicht gemeinsam mit dem Stadionbau geplant werden, so Dzembritzki, „da der Zugang zu einer öffentlichen Grünanlage und deren Nutzung nicht steuerbar ist“. Man habe nun ein Lastenheft zum Stadionneubau erstellt, das Teil des Architektenwettbewerbs werden soll. Es liege den beteiligten Sportverbänden, Behörden und dem Bezirksamt Pankow zur Endabstimmung vor. Die Befürchtungen von Bezirksamt und Anwohnern, der Stadionneubau würde die Nachbarviertel ins Verkehrschaos stürzen, weist die Sportverwaltung zurück. Es würden „keine zusätzlichen Parkplätze geschaffen und kein zusätzlicher Verkehr generiert“, so Dzembritziki.

Es gebe lediglich „aus dem Sportanlagenbetrieb resultierende punktuelle Verkehrsbelastungen“, für die ein Verkehrskonzept erstellt werde. Das lege für den Besucherverkehr „den Schwerpunkt auf ÖPNV und Fahrrad“, nicht aufs Auto. Allerdings soll die Planung für den Umbau des restlichen Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks ab 2023 noch einmal nachjustiert werden.

Machbarkeitsstudie wohl veraltet

Dzembritzki räumte ein, dass die zugrundeliegende Machbarkeitsstudie von 2014 womöglich veraltet ist, "aufgrund des Bevölkerungswachstums und sich neu entwickelnder Bedarfe". Deshalb sei nun eine Überarbeitung der Studie beabsichtigt, sie solle noch einmal „kritisch hinterfragt und auf mögliche Mehrfachnutzungen geprüft“ werden. Unter anderem soll geklärt werden, ob das vom Basketballverein Alba nachträglich gewünschte Trainings- und Geschäftszentrum wirklich „ohne Verdrängung anderer Nutzenden“ realisiert werden kann.

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