Als Managerin in der Coronakrise gefordert: Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). Foto: Britta Pedersen/dpa
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Update SPD-Referent mit Coronavirus infiziert Bildungssenatorin Scheeres und weitere Politiker in Quarantäne

Weil ein SPD-Mitarbeiter positiv getestet wurde, befinden sich mehrere Berliner Politiker in Isolation. Einen ähnlichen Fall gibt es bei der AfD in Brandenburg.

Nach der Infektion eines Fraktionsmitarbeiters mit dem Coronavirus haben sich zahlreiche Mitglieder des Berliner Abgeordnetenhauses vorsorglich in Quarantäne begeben. Unter den Betroffenen sind mit Sandra Scheeres und Beate Stoffers (beide SPD) auch die Bildungssenatorin sowie deren Staatssekretärin. Der infizierte Referent arbeitet Tagesspiegel-Informationen zufolge ebenfalls für die SPD.

Während ein Sprecher der Bildungsverwaltung den Fall zunächst weder bestätigen noch dementieren wollte und erklärte, Scheeres wie Stoffers seien "entschuldigt", hieß es aus den Fraktionen übereinstimmend, dass sich deren Mitglieder im Bildungsausschuss vorsichtshalber in Quarantäne begeben hätten.

Später erklärte die Bildungsverwaltung jedoch, Scheeres habe sich zu Hause isoliert, weil sie auf das Ergebnis eines Corona-Tests warte. Sie habe den Test vorsorglich machen lassen. Grund sei, dass Scheeres bei einer größeren Gesprächsrunde einer Person begegnet sei, die anschließend positiv getestet worden sei, sagte der Sprecher.

Die Veranstaltung sei nicht in der Bildungsverwaltung gewesen. „Wir gehen davon aus, dass es keinen direkten Kontakt gegeben hat“, sagte der Sprecher. Scheeres sei vorübergehend zu Hause geblieben, bis das Testergebnis feststehe. Das gelte auch für ihre Staatssekretärin Stoffers. Mit einem Ergebnis des Tests werde voraussichtlich Freitag gerechnet.

Referent war bei Sitzung des Wissenschaftsausschusses

Torsten Schneider, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion, erklärte am Rande des Plenums, von der vorsorglichen Quarantäne betroffen seien auch sämtliche Mitglieder des Wissenschaftsausschusses. Dieser hatte am vergangenen Montag getagt. Auch bei dieser Sitzung war der infizierte Referent aus den Reihen der Sozialdemokraten anwesend.

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Bekannt geworden war der Fall dem Vernehmen nach am Mittwochabend. Eine Woche zuvor, am vergangenen Donnerstag, hatte der Bildungsausschuss zum letzten Mal getagt.

Weil sich die Abgeordneten nach den Ausschusssitzungen in verschiedenen Runden, unter anderem auch Fraktionssitzungen, versammelt hatten, sind weitere Fälle von Quarantäne-Anordnungen der Gesundheitsbehörden zumindest nicht ausgeschlossen. Die Ergebnisse der Corona-Tests der Abgeordneten dürften in den kommenden Tagen vorliegen.

Wie am Donnerstagabend bekannt wurde, ist nicht nur ein Referent der SPD im Berliner Abgeordnetenhaus mit dem Coronavirus infiziert. Einen ähnlichen Fall gibt es in Brandenburg: Dort ist ein Mitarbeiter der AfD-Landtagsfraktion positiv auf das Virus getestet worden. Das berichteten die Potsdamer Neuesten Nachrichten in ihrem Newsblog.

Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke habe am Donnerstagabend die Fraktionen über den Fall informiert. Zu wem der Mitarbeiter Kontakt hatte, war zunächst offen. Das Gesundheitsamt verfolge die Infektionsketten, hieß es. (mit dpa)

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