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Das Sparkassen-Logo auf dem Dach des Alexanderhauses am Alexanderplatz (2014). Foto: Marc Tirl/dpa
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Spätfolgen der Corona-Pandemie Berliner Sparkasse rechnet mit mehr Firmenpleiten

Die Berliner Sparkasse kommt mit glimpflich durch die Pandemie. Doch einige ihrer Firmenkunden sieht es offenbar schlecht aus.

Die Berliner Sparkasse hat ihren Halbjahresgewinn leicht gesteigert – bleibt aber wegen der Folgen der Coronakrise vorsichtig. Trotz spürbarer Auswirkungen aus der Virus-Pandemie auf einzelne Geschäfte habe man das Ergebnis nach Steuern auf 32 Millionen Euro (Vorjahr: 30 Millionen Euro) leicht erhöht, teilte die nach Kunden größte deutsche Sparkasse am Montag mit. „Das ist vor dem Hintergrund des schwierigen Umfelds alles andere als eine Selbstverständlichkeit“, sagte Vorstandschef Johannes Evers in einer schriftlichen Mitteilung. Bis Jahresende gehe man von „anhaltenden Belastungen“ aus, die Berliner Sparkasse sei aber solide aufgestellt.

Der Zins- und Provisionsüberschuss sank jeweils und die Sparkasse erwartet im zweiten Halbjahr mehr Firmenpleiten, vor allem im Gastgewerbe, Tourismus und der Eventbranche. „Die rund 2000 Beraterinnen und Berater konzentrieren sich derzeit stark darauf, mit betroffenen oder verunsicherten Kundinnen und Kunden die Folgen der Pandemie zu bewältigen und rechtzeitig die Weichen für ihre wirtschaftliche Zukunftssicherung zu stellen“, sagte Evers.

Die Sparkasse erklärte im Geschäftsbericht, man könne das Sechs-Monats-Ergebnis nicht auf das Gesamtjahr hochrechnen. Der Gewinn 2021 werde sich „voraussichtlich auf dem Niveau des geplanten Wertes von 32 Millionen Euro bewegen“.

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Überdurchschnittlich gut lief derweil das Geschäft mit der privaten Baufinanzierung: Zwischen Januar und Juni wuchs der Kreditbestand in diesem Segment um mehr als 20 Prozent auf den Rekordwert von 4,84 Milliarden Euro, das Neugeschäft der gewerblichen Immobilienfinanzierung brach hingegen um fast 60 Prozent auf 673 Millionen Euro ein. Darin spiegele sich etwa ein Rückgang des Engagements professioneller Immobilienentwickler in den Berliner Markt wider – „bedingt auch durch den Verlust an Vertrauen“. Der umstrittene Mietendeckel, den das Bundesverfassungsgericht kassiert hat, habe Investoren und für Zurückhaltung gesorgt.

Was die Entwicklung der regionalen Konjunktur angeht, gibt sich die Sparkasse optimistisch. Angesichts fortschreitender Impfkampagnen, Lockerungen der Corona-Maßnahmen sowie einer bundesweiten Erholung der Wirtschaft rechne man zum Jahresende mit einem Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent in Berlin. Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) hatte Anfang August eine Schätzung von "gut drei Prozent" für das Gesamtjahr formuliert.

„Damit Berlin aber langfristig an die Jahre vor der Pandemie anknüpfen kann, muss die Stadt vor allem bei Investitions- und Standortentscheidungen überzeugen“, schrieb Evers. Dafür sei die Modernisierung von Stadt und Verwaltung erforderlich. Der Sparkassen-Chef appellierte an die Politik, den Abbau von Bürokratie, die Digitalisierung von Schulen, Verwaltung und Justiz voranzutreiben. „Ein attraktives städtisches Umfeld und statt Enteignungsdebatten neuen Wohnraum schaffen, sind vordringlich. Alle müssen alles dafür tun, die Berliner Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, potenzielle Investoren zu überzeugen und somit Arbeitsplätze zu schaffen und zu sichern.“ rtr/kph

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