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In die Röhre: Panda Pit wird im CT durchgecheckt. Foto: Zoo Berlin
© Zoo Berlin

Sorge um Berliner Zootier Ursachen für Krampfanfälle bei Panda Pit bislang unklar

Vier Anfälle an einem Tag: Noch ist die Ursache für Panda Pits Krämpfe unklar, er bekommt ein Anti-Epileptikum. Eisbär Knut starb 2011 kurz nach einem Krampf.

Schreckmoment im Berliner Zoo: Vier Krampfanfälle bekam Panda Pit in der vergangenen Woche, woraufhin das anderthalbjährige Tier von einem Expertenteam gründlich durchgecheckt wurde. Bislang jedoch ist die Ursache für die Anfälle unklar.

Veterinärmediziner der Freien Universität scannten Pit via Computertomografie (CT) unter Narkose durch, doch weder diese noch ein Ultraschall lieferten Aufklärung, auch eine Punktion der Wirbelsäule führte zu keinem Ergebnis. Das sei bei diesem Symptom – Krampfanfälle – jedoch nicht unüblich, hieß es beim Zoo am Mittwoch.

Ansonsten würden sich die Pandazwillinge Pit und Paule gut entwickeln. „Pit frisst, trinkt und spielt ganz normal, es gibt – abgesehen von diesem Vorfall – ansonsten gar keine Auffälligkeiten“, sagt der leitende Zoo-Tierarzt Andreas Ochs. Pit habe nach den vier kurzen Anfällen zwar erschöpft gewirkt, aber keine anderen Symptome gezeigt.

Als Ursachen für Krampfanfälle kommen unter anderem Tumorerkrankungen, Virusinfekte oder bakterielle Infektionen in Betracht. All diese Erkrankungen konnten im Rahmen der Untersuchungen aber bisher ausgeschlossen werden. Pit wird nun weiter vom Zoo-Team beobachtet und bekommt ein Anti-Epileptikum. Zwei Tierärzte wohnen direkt auf dem Zoogelände, sie sehen regelmäßig nach Pit.

Nun muss Pit erst einmal drinnen bleiben, gemeinsam mit Bruder Paule und Mutter Meng Meng: Die Sorge, dass er in der Außenanlage auf einen hohen Baum klettere und dann ausgerechnet dort wieder einen Anfall bekomme und tief falle, sei zu groß, sagt eine Sprecherin des Zoos. Zu sehen ist er für Besucher:innen, aber zunächst nur im Innengehege.

Einmal durchchecken: Panda Pit im CT. Foto: Zoo Berlin Vergrößern
Einmal durchchecken: Panda Pit im CT. © Zoo Berlin

Mit der Geburt von Pit und Paule, die mit bürgerlichen Namen Meng Xiang und und Meng Yuan - "ersehnter Traum" bzw. "erfüllter Traum" - heißen, genau: erfüllte sich für den Zoo ein ersehnter Traum. Lang ersehnt: Panda-Weibchen können nur einmal im Jahr binnen 24 bis 72 Stunden befruchtet werden. Sieben Mal paarte sich Jiao Qing innerhalb von zwei Tagen im April 2019 mit Meng Meng - auf ihren dominanten Druck hin. Zudem setzte der Zoo, um bei der unsicheren Nummer auf Nummer sicher zu gehen, einen Elektro-Ejakulator ein.

Allerdings alles nur ein geliehener Traum: Die Jungbären gehören wie ihre Eltern dem chinesischen Staat. Allein für die erwachsenen Tiere überweist der Zoo eine Art jährliche Leasing-Gebühr von rund einer Million US-Dollar.

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Auch für die Kleinen dürfte ein nicht unerheblicher Beitrag fällig werden. Die Gebühren fließen laut einer Sprecherin komplett in den Artenschutz. Unter anderem wird die Zucht und Wiederauswilderung von Pandas finanziert.

Aber das soll Pit nun bei seiner Genesung nicht beunruhigen: "Wir sind erstmal erleichtert, dass es Pit soweit gut geht und wir einige Ursachen bereits ausschließen können", sagt Zoo-und Tierpark-Direktor Andreas Knieriem. "Wir haben unsere Pandafamilie nicht nur tief ins Herz geschlossen, darüber hinaus haben sie für das Überleben ihrer Art auch eine wichtige Bedeutung."

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Der Große Panda wird auf der Roten Liste für bedrohte Arten der Weltnaturschutzunion IUCN als gefährdet eingestuft. Die aktuelle Zählung des weltweiten Bestandes geht von nur noch etwa 1864 ausgewachsenen Exemplaren in freier Natur aus.

Auch Eisbär Knut hatte allem Anschein nach kurz vor seinem Tod im März 2011 einen Krampf. Er brach allerdings direkt darauf zusammen und starb. Sein Todestag jährt sich am 19. März zum zehnten Mal.

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