Freie Bahn. Entspannte zehn Minuten von den Treptowers bis zum Ufer an der Stralauer Allee ist Iris Wermescher unterwegs. Foto:

Sommer in Berlin Mit dem Schlauchboot zur Arbeit paddeln

Sie spart sich den Stress auf Straßen und in der U-Bahn: Iris Wermescher nimmt ins Büro den Wasserweg über die Spree.

Im Stau stehen zur Rush Hour? Kennst sie nicht. Iris Wermescher hat einen kurzen Arbeitsweg, den sie im Sommer sogar mit dem Gummiboot bestreiten kann: Vom Spreeufer bei den Treptowers rüber zur anderen Uferseite, wo die Sales Managerin einer Potsdamer Touren-App einen Arbeitsplatz in einem Co-Working Space hat. Darüber berichtete schon der Tagesspiegel-Newsletter "Checkpoint" (hier geht's zur Anmeldung). Nun erzählt Iris Wermescher mehr - über den Verkehr auf der Spree, entspannte Mittagspausen und schöne Ecken zum Paddeln.

Frau Wermescher, wie sind sie auf die Idee gekommen, zur Arbeit zu paddeln?

Ich wohne direkt beim Molecule Man an der Spree, seit Februar habe ich den Schreibtisch drüben auf der anderen Seite bei WeWork. Normalerweise laufe ich zu Fuß über die Elsenbrücke oder nehme das Fahrrad. Irgendwann habe ich mich gefragt, warum ich nicht einfach den kürzesten Weg nehme - übers Wasser.

Vor einem Monat bin ich dann mit einer Kollegin zum ersten Mal in See gestochen. Sie kam morgens zu mir, wir hatten eine kleine Flasche Sekt dabei und haben eine halbe Stunde gebraucht, bis wir drüben waren. Normalerweise bin ich aber schneller, brauche so um die zehn Minuten. In der Mittagspause geht's dann nochmal mit den Kollegen aufs Boot, das ist total entspannend. Auf dem Wasser fühlt man sich gleich wie im Urlaub.

Wie ist der Verkehr auf der Spree?

Morgens ist nicht besonders viel los, da kann es schon sein, dass man nur die Wasserschutzpolizei sieht. Am Nachmittag auf dem Rückweg ist schon mehr los. Diese Woche wollte ich mich zwischen einem Touristendampfer und einem Frachtkahn einfädeln, da brach plötzlich ein Ruder, das war dann schon doof. Aber kein Problem, ich hab's dann gemacht wie beim Kanadierfahren und bin mit einem Paddel weiter.

Was haben Sie dabei?

Meine Tasche samt Laptop - aber keine Rettungsweste.

Und wie nutzen Sie das Schlauchboot in ihrer Freizeit?
Afterwork ist Richtung Spreepark toll, dann paddele ich gern zur Insel der Jugend. Der Landwehrkanal ist auch schön. Am Wochenende packe ich alles auf meine Schwalbe und fahre raus zum Sacrower See oder zum Liepnitzsee. Den Müggelsee kann ich nicht so sehr empfehlen, da ist einfach zu viel los. Wer dort mit einem Schlauchboot unterwegs ist, wird schon mal von größeren Booten angehupt.

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