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Auf dem Alexanderplatz demonstrierten 15.000 Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt. Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa
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"Silent Demo" auf dem Alex in Berlin Polizeigewerkschaft bedankt sich für friedlichen Protest, aber verurteilt Angriffe auf Beamte

Julius Geiler Amélie Baasner Anima Müller

93 Festnahmen, 28 verletzte Beamte auf dem Alex + Corona-Proteste und Gegendemos rund um das Brandenburger Tor + Polizei mit 800 Beamten im Einsatz + Der Demo-Blog für Berlin.

Mit rund 800 Einsatzkräften und einem Hubschrauber ist die Berliner Polizei am Samstag bei zahlreichen Demonstrationen im Zentrum der Stadt im Einsatz gewesen. 

Die Einsatzkräfte konzentrierten sich vor allem auf eine Demonstration am Alexanderplatz, die "Silent Demo", die des Todes des Afroamerikaners George Floyd gedachte. 

Im Anschluss an die friedlich verlaufene Kundgebung kam es jedoch laut Polizei zu einem Gewaltausbruch zwischen dem Bahnhof Alexanderplatz und dem Berolinahaus. Polizisten und Passanten seien aus einer größeren Gruppe heraus mit Steine und Flaschen beworfen worden, nachdem ein Mann wegen Sachbeschädigung eines Einsatzfahrzeuges festgenommen worden sei. 93 Menschen wurden laut Polizei festgenommen und 28 Polizeibeamte leicht verletzt.

Die angemeldete Teilnehmendenzahl von 1500 Personen war bereits zu Beginn der Demonstration überschritten worden. Insgesamt hätten sich zwischenzeitlich etwa 15.000 Menschen auf dem Platz versammelt, sagte die Polizei am Samstag. Beamte mussten umliegende Straßen sperren und neu eintreffende Menschen beten, nicht mehr auf den Platz zu gehen, um eine Massenpanik zu verhindern.

Der Facebook-Veranstaltung hatten am Samstagvormittag bereits rund 8500 Menschen zugesagt, etwa 9500 signalisierten ihr Interesse. Die Demonstrierenden war aufgefordert, in schwarzer Kleidung zu erscheinen. Man wolle still und schweigend („silent“) an den Tod des Afroamerikaners George Floyd erinnern, der in der US-Großstadt Minneapolis bei einem brutalen Polizeieinsatz von einem weißen Polizisten ermordet wurde. 

In vielen deutschen Städten fanden am Samstag Proteste gegen Rassismus statt. Allein in Berlin fanden 14 Veranstaltungen statt, eine fünfzehnte wurde zusätzlich genehmigt, so die Polizei.

Zusätzlich fuhr der für seine veganen Rezepte bekannte Koch Attila Hildmann, der in jüngster Zeit vor allem mit Verschwörungstheorien aufgefallen war, mit einem Autokorso vom Olympiastadion zur Museumsinsel. Eine Kundgebung der rechtsextremen NPD am Potsdamer Platz trug das Motto „White Lives Matter“ und richtete sich damit direkt gegen die Anti-Rassismus-Demonstration am Alexanderplatz. (Mehr dazu unten im Newsblog.)

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