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Oberschülerin Sakine lässt sich zum Auftakt der Aktionswoche an der Ruth-Cohn-Schule in Charlottenburg von Henning Spliedt impfen. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
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Shoppen, Tanzen, Impfen Mobile Teams spritzen Berliner nun quasi nebenbei

Jan Skaletzka

Die Aktionswoche der Walk-In-Impfangebote in Berlin hat begonnen. Covid-19 Schutzimpfungen gibt es nun ohne Termin an 14 Standorten berlinweit.

„Noch nie war es so einfach, sich impfen zu lassen“, ist Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) überzeugt. Dazu soll auch die nun gestartete Aktionswoche mit kreativen Impfangeboten beitragen.

Am Montag haben sich mobile Impfteams im Center „Boulevard Berlin“ in der Schlossstraße und am Club Revier Südost in Schöneweide postiert. Wo sonst Einkaufen und Tanzen im Vordergrund stehen, wird nun der Impsfstoff von Moderna verabreicht.

Eine Terminbuchung ist nicht notwendig, nur der Personalausweis und, falls vorhanden, das Impfbuch werden benötigt. Im Laufe der Woche folgen weitere Standorte, insgesamt 14 - alle finden Sie hier.

Bis zum Mittag hatten sich beim den Impfärzten in Steglitz zehn Menschen die Spritze setzen lassen. Andrea Ferber von den Johannitern ist für die mobilen Impfteams verantwortlich und freut sich über die ersten Impfbereiten an diesem ersten Tag – besonders weil die Aktionswoche nicht allen bekannt ist, sei dies eine gute Zahl.

Für den Nachmittag rechnete sie mit einer erhöhten Nachfrage von Berufstätigen. „Die Berichterstattung über uns und die anderen Standorte wird für eine höhere Bekanntheit und mehr Impfinteressierte sorgen.“

160 Impfungen pro Tag auf Einkaufsmeile möglich

Etwas mehr als zehn dürfen es schon werden – auf der Einkaufsmeile kann bis zu 160 Mal pro Tag geimpft werden. Sollten die nicht ausreichen, können innerhalb von einer Stunde Reserven mobilisiert werden. Personal und Impfstoff stehe jederzeit bereit, betont Andrea Ferber.

Andrea Ferber ist für die mobilen Impfteams der Johanniter in Berlin verantwortlich Foto: Jan Skaletzka Vergrößern
Andrea Ferber ist für die mobilen Impfteams der Johanniter in Berlin verantwortlich © Jan Skaletzka

Gesundheitssenatorin besorgt wegen der Impfquote

Fehlen nur noch die Impfwilligen – denn die aktuellen Quoten seien nicht ausreichend, um im Herbst das Schlimmste zu vermeiden, sagte Senatorin Kalayci am Morgen in der RTL-Sendung „Frühstart“. Man müsse zur Kenntnis nehmen, dass es Hardliner gebe, die sagen, sie ließen sich auf keinen Fall impfen. „Aber es gibt auch eine Bevölkerungsgruppe, die noch überlegt und diese müssen wir ansprechen und motivieren.“ Sie sollen mit der Aktionswoche erreicht werden.

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„Das Testen ersetzt nicht das Impfen. Das muss man klar sagen“, sagte Kalayci. „Bei denen ein Impfen nicht möglich ist, also bei den unter Zwölfjährigen, da geht es nicht anders. Bei den über Zwölfjährigen müssen wir aber massiv auf das Impfen setzen.“

Der Ausdrucksweise des ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck, der Impfgegner als „Bekloppte“ bezeichnet hatte, wollte sie sich nicht anschließen: „Das ist seine Wortwahl. Er hat sich die Freiheit genommen.“ Sie habe aber auch kein Verständnis für Impfunwillige.

Aus der Opposition kamen am Montag Forderungen nach weiteren Anstrengungen. Florian Kluckert, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus, plädierte für eine Kampagne in verschiedenen Sprachen. „Die Äußerung von Gesundheitssenatorin Kalayci ist eine Kapitulationsansage und schafft kein Vertrauen in die Politik“, sagte er. „Rot-Rot-Grün muss jeden Tag alles dafür tun, um die Impfquote in der Hauptstadt zu erhöhen.“

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