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Antje Minhoff führt seit dem Tod Ihres Vaters im Jahr 2005 die Geschäfte bei, des Schul- und Büroausrüster Minhoff aus Berlin Lichtenrade. Foto: Minhoff GmbH
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Schul-Ausrüster aus Berlin-Lichterfelde Minhoff verdrahtet die Klassenzimmer

Vor genau 50 Jahren wurde der Schul-Technik-Ausrüster Minhoff gegründet. Nach der Absage der Jubiläumsparty wegen Corona hat die Inhaberin eine andere Idee

Die Minhoff GmbH aus Lichterfelde an südlichen Stadtgrenze ist einer der größten Ausrüster für Schulen. Wenn es zum Beispiel um die Anschaffung eines Smart-Boards – also einer weißen Tafel zum Betrachten und Bearbeiten digitaler Inhalte – geht, stoßen nicht nur deutsche Schulleiterinnen und Schulleiter fast automatisch auf dieses Handels- und Dienstleistungsunternehmen, das noch 15000 andere Produkte rund um Schule, Büro und Konferenzen vertreibt.

Minhoff feiert an diesem Mittwoch das 50-jährige Jubiläum der Gründung. „Wir haben schon im letzten Jahr mit den Vorbereitung dafür begonnen, aber mit Beginn der Corona-Pandemie und der Ungewissheit, wie denn Schulunterricht in diesem Jahr überhaupt stattfinden kann, war für mich klar, wohin jetzt ein Teil vom Geld für unsere Feierlichkeiten fließen muss – in Lösungen für die Digitalisierung von Schulen,“ sagt Inhaberin Antje Minhoff, Tochter der Firmengründer Ingrid und Herbert Minhoff.

Zentrale der Minhoff GmbH des Berliner Händlers für Computer und Schulzubehör im Ostpreußendamm in Berlin-Lichterfelde Foto: Minhoff GmbH Vergrößern
Zentrale der Minhoff GmbH des Berliner Händlers für Computer und Schulzubehör im Ostpreußendamm in Berlin-Lichterfelde © Minhoff GmbH

Konkret will sie einer Berliner Schule ein mit modernster Digitaltechnik ausgerüstetes Klassenzimmer spendieren (Regeln der Ausschreibung gibt es hier). Die Unternehmerin, die bereits vor zwölf Jahren werbeträchtig „das Ende der Kreidezeit“ an Schulen ausgerufen hatte, will 30 000 Euro springen lassen, um einen Klassenraum so auszurüsten wie es sich wohl auch Eltern aus dem Silicon Valley für ihre Kinder wünschten: Neben dem obligatorischen Smart Board des Herstellers Smart Technologies aus Calgary in Kanada gibt es 30 Samsung-Tablets, Schulungen, Management-Software, das Einrichten, die Montage und vieles mehr. Alle Lizenzgebühren und dergleichen trägt Minhoff für das erste Jahr. Sollte sich die Schule entscheiden, diesen „Pilotraum“ behalten zu wollen, fallen allerdings Lizenzgebühren an.

Szene in einem Laden der Firma Minhoff beziehungsweise ihrer Kette CSM (Computer Shop Minhoff) in Berlin-Wilmersdorf in den 1980er Jahren. Foto: Minhoff GmbH Vergrößern
Szene in einem Laden der Firma Minhoff beziehungsweise ihrer Kette CSM (Computer Shop Minhoff) in Berlin-Wilmersdorf in den 1980er Jahren. © Minhoff GmbH

Minhoffs Eltern hatten im November 1970 mit der Entwicklung und Programmierung von kaufmännischen Programmen begonnen, darunter von Softwareprodukten für Banken und einem Taxileitsystem. 1978 war ASM (Anwender-Software Minhoff) der erste Importeur und Händler für Apple-Computer in Deutschland. 1980 eröffneten sie den ersten CSM (Computer Shop Minhoff) in der Bundesallee in Wilmersdorf, ein zweiter folgte am Hohenzollerndamm. 2003 eröffnete Minhoff den ersten Online-Shop. Heute beschäftigt das mittelständische Unternehmen – je nach aktueller Projektlage – 20 bis 80 Mitarbeiter. Minhoff engagiert sich auch in ihrem Verein "Du bist smart" gegen Cyber-Mobbing. Auch die IHK würdigte bereits Aktionen der Firma.

Innanansicht eines Ladens der Firma Minhoff oder CSM (Computer Shop Minhoff) in den 1980er Jahren in Berlin. Minhoff galt als erster Händler von Apple-Computern in Deutschland, verkaufte aber (offensichtlich) auch Microsoft-Produkte Foto: Minhoff GmbH Vergrößern
Innanansicht eines Ladens der Firma Minhoff oder CSM (Computer Shop Minhoff) in den 1980er Jahren in Berlin. Minhoff galt als erster Händler von Apple-Computern in Deutschland, verkaufte aber (offensichtlich) auch Microsoft-Produkte © Minhoff GmbH

Die Geschäftsaussichten dürften rosig sein für die Firma, da viele Schulen in Deutschland bald große Sprünge bei der Ausstattung mit Computertechnik machen: Ein Grund ist der bereits im vergangenen Jahr vom Bundestag beschlossene „DigitalPakt Schule“ mit dem der Bund insgesamt rund 5,5 Milliarden Euro (rund 500 Euro pro Schülerin und Schüler) in die IT-Ausrüstung investiert. Die Erfahrungen mit Schulschließungen in diesem Jahr motivieren Schulen zusätzlich, voranzukommen. Was die Coronakrise angeht, halten sich negative und positive Effekte die Waage: „Wir sind weder Gewinner noch sind wir Verlierer der Pandemie“, sagt Antje Minhoff .

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