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Budenzauber. Gerhard Schröder mit Currywurst, 2007. Foto: imago/photothek
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Restaurant ändert Karte wegen Schröder Das „Altkanzlerfilet“ macht in Berlin Probleme

Die „Ständige Vertretung“ tilgt eine Hommage an Putins Lobbyisten. Doch auch das Leibgericht von Olaf Scholz lässt Schlimmes befürchten. Eine Glosse.

Die Speisekarte der „Ständigen Vertretung“ hat 28 Seiten, die – abgesehen von einem Bauernmädchen und Pinocchio sowie einem Bärchenpärchen im Kindermenü – recht sachlich gehalten sind. Ausnahme ist Seite 16, die von oben bis unten dem „Alt-Kanzlerfilet“ gewidmet ist, Untertitel: „Die Kult-Currywurst“.

Oben auf der Seite steht nicht nur eine Erklärung zur überragenden nationalen und regionalen Bedeutung dieser durchaus diskutablen Speise, sondern auch die Info, es handele sich um „das Leibgericht von Bundeskanzler Gerhard Schröder“.

Daneben abgebildet ist ein Foto vom essenden Schröder mit Klaus-Uwe Benneter, der in der SPD in Land und Bund allerlei war, bevor er in gnädige Vergessenheit geriet.

Aber wegen Schröder müssen sie jetzt die Karten neu drucken lassen. Gerecht wäre es, wenn das Rosneft und Gazprom und wie Schröders russische Sponsoren sonst noch alle heißen, das bezahlen müssten. Ob auch das „Alt-Kanzlerfilet“ von den Karten getilgt wird, müsse noch entschieden werden, zitiert die Deutsche Presse-Agentur „StäV“-Inhaber Jörn Brinkmann. Das Thema beträfe dann auch Hunderte Teller, sagte er. Gibt’s eigentlich noch Polterabende?

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An der Wurst selbst wird offenbar nicht gerüttelt, zumal die ja für Schröder nichts kann. Das hat sie mit dem Pfälzer Saumagen gemeinsam, dessen Image einst unter dem späten Helmut Kohl gelitten hat, weil man irgendwie das Gefühl hatte, wenn man zu viel Saumagen isst, wird man wie der Riese aus Oggersheim. Gut, aus heutiger Perspektive lieber so als wie Gerd aus Hannover. Hinterher ist man eben immer klüger; vorher nur in Ausnahmefällen.

Olaf Scholz hat auf Anfrage der "taz" kurz vor der Bundestagswahl im vergangenen Jahr als sein Lieblingsgericht übrigens Königsberger Klopse genannt ("Das schmeckt nach früher."). Herrje, da kommt noch was auf uns zu.

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