Liebigstraße 34, wenige Häuser neben der Rigaer Straße 94 - beide umkämpft Foto: Florian Boillot
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Randale in Friedrichshain Verletzte Polizisten, gewaltbereite Autonome: Rigaer Straße und kein Ende

Nach dem Wochenende setzt Ernüchterung ein: Was tun gegen die Gewalt und Angriffe auf Polizisten?

Die Demonstrationen waren offiziell beendet, als am Samstagabend die eigentliche Randale losging: Acht eingeleitete Strafermittlungsverfahren und 16 verletzte Polizisten sind die Bilanz allein der linken Demonstrationen in Friedrichshain und Kreuzberg am Samstag. Am heftigsten ging es dabei wieder einmal in der Rigaer Straße zu, wo seit Jahren ein Kampf um das besetzte Haus Nummer 94 tobt, und in der Liebigstraße 34. Am Sonntag zog die Polizei Bilanz, und der politische Schlagabtausch begann. Innensenator Andreas Geisel (SPD) erklärte: „Ich verurteile aufs Schärfste die Gewalt, die der Polizei am Sonnabend vor allem in der Rigaer Straße entgegenschlug. Wer Menschen angreift, die das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit sichern, hat sich von der ernsthaften politischen Debatte verabschiedet.“

Dregger wirft Geisel absichtliche Gefährdung der Polizisten vor

 Geisel selbst war kurz zuvor vom CDU-Innenpolitiker Burkard Dregger verbal angegriffen worden: „Ich mache den Innensenator und die rot-rot-grüne Koalition persönlich verantwortlich für den blindwütigen Hass und menschenverachtende linke Gewalt gegen Polizeibeamte letzte Nacht in der Rigaer Straße“, teilte er mit. Seit Jahren lägen die Vorschläge der CDU auf dem Tisch, würden aber im Innenausschuss stets abgelehnt. Dregger: „Wer so handelt, nimmt die 40 verletzten Polizeibeamten heute Nacht billigend in Kauf.“ Polizisten wurden auch bei Zusammenstößen mit anderen Demonstranten und mit Fußballfans verletzt.

Die Rigaer Straße ist seit Jahren umkämpft; von dort gibt es immer wieder Angriffe gegen die Polizei. Alle Versuche des Eigentümers, etwa durch Räumungsklagen seine Immobilie in seinen Besitz zu bringen, sind bisher gescheitert. Mehr als tausend Menschen hatten an der Demonstration teilgenommen, die unter anderem den Erhalt von Wohnprojekten der linksalternativen Szene forderte.

In der Nacht zu Sonntag hatten Vermummte ein Polizeifahrzeug und Polizisten in der Rigaer Straße mit Steinen beworfen sowie Müllcontainer auf die Fahrbahn geschoben und angezündet. Polizisten wurden mit Farbe besprüht. In Mitte wurden Farbbeutel und Pflastersteine gegen Fassaden und Fenster geworfen und Autoreifen angezündet.

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