Queer*Syria zeigt Gesang, Tanz und Performance. Foto: Promo
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Queer*Syria "Ich wünsche mir eine größere Offenheit der Szene"

Eva Tepest
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Beim Event Queer*Syria in dern Neuköllner Bar Silverfuture treten die Künstler*innen Nicky, Elina und Katy auf. Drei Fragen an Katy - in Deutsch und Englisch.

(english version below)

Worum geht es bei Queer*Syria?

Wir sind Künstler*innen aus dem Irak und Syrien, die sich sehr lange kennen und unterschiedliche Talente auf die Bühne bringen – ich singe auf Englisch und Arabisch, meine Freund*innen zeigen Bauchtanz. Queer*Syria findet zum dritten Mal statt. In Zukunft wird das Format aber wohl unter einem anderen Namen laufen. Denn wir wollen weg davon, in erster Linie als Geflüchtete gesehen zu werden.

Was bringt dieser Blick mit sich?
Es gibt einen Hang dazu, Geflüchtete aufgrund ihres Status zu fetischisieren. Das geht gleichzeitig mit einer Eingrenzung einher: Wir möchten etwa aufgrund unserer künstlerischen Talente wahrgenommen werden, nicht, dass Menschen zu unseren Veranstaltungen gehen, um Geflüchtete zu sehen. Inzwischen ist die Kombination aus „queer“ und „refugee“ leider zu einem Markenzeichen geworden. Das sind Themen, die wir immer wieder auf der Bühne thematisieren.

Mit welchen Schwierigkeiten kämpfst du persönlich?
Meine Freund*innen haben als trans Frauen of Colour mit vielen Anfeindungen zu kämpfen, auch in der Berliner Szene. Ich wünsche mir eine größere Offenheit auf allen Seiten.

 

What is Queer*Syria all about?

We are artists originating from Iraq and Syria. We have known each other for a long time and have multiple talents – I am singing in Arabic and English, my friends are belly dancers. Queer*Syria is taking place for the third time. In the future, we will change the name and possibly format. We don’t want to be regarded as refugees first and foremost.

What is difficult about this perception?
Refugees are often fetishised. Thereby, they are being reduced: We want people to see our artistic talents, and not to come see our shows just to look at refugees. Queer and refugee have become almost a brand. This problem is something that we make visible by discussing it on stage as well.

What difficulties are you facing personally?

My friends are trans women of colour, they face a lot of difficulties also in the Berlin scene. I am hoping for people to be more open on all sides.

Queer*Syria, Silverfuture, Weserstraße 206, 22. Juli, 20.30 Uhr

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