Der Tatverdächtige am 15. Juni am Bahnhof von Bernau. Foto: Polizei
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Vergewaltigungen in Berlin und Kleinmachnow Rund 80 Hinweise zu mutmaßlichem Serientäter nach Fotofahndung

Wer war der Mann auf dem Bahnsteig in Bernau – und ist er der Vergewaltiger von mindestens fünf Frauen? Eine Foto- und Videofahndung brachte viele Hinweise.

Zu der mutmaßlichen Serie von Vergewaltigungen in Berlin und Brandenburg geht die Polizei Informationen aus der Bevölkerung nach. Bei den Ermittlern seien rund 80 Hinweise von Bürgern eingegangen, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag auf Anfrage. Am Mittwoch hatten Polizei und Staatsanwaltschaft Aufnahmen aus einer Überwachungskamera von einem Bahnsteig in Bernau (Barnim) veröffentlicht, die den mutmaßlichen Serientäter zeigen sollen.

Die Behörden rechnen dem Mann sieben Taten zwischen dem 12. und 30. Juni zu. Davon wurden fünf im Bereich des Grunewalds im Berliner Südwesten begangen und eine unweit davon im brandenburgischen Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark), wo eine Joggerin angegriffen wurde. Hinzu kommt ein Übergriff auf eine junge Frau in Bernau nordöstlich von Berlin.

In mindestens fünf Fällen wurden die Opfer vergewaltigt, einmal blieb es beim Versuch. Für die Serientäter-Annahme sprechen laut den Behörden sichergestellte Spuren an den Tatorten, gerichtsmedizinische Untersuchungen sowie übereinstimmende Zeugenaussagen.

Der Gesuchte soll etwa 30 Jahre alt, 1,75 bis 1,85 Meter groß und von schlanker Statur sein; sein Oberkörper wird als athletisch beschrieben. Er könnte dem Äußeren nach Osteuropäer sein, hieß es. Mit den Frauen habe er auf Englisch gesprochen. Die Ermittler wollen wissen: „Wer kennt den Unbekannten?“ Oder seinen Aufenthaltsort?

Aufnahmen des Tatverdächtigen stammen vom 15. Juni

Die veröffentlichten Bilder und Videos zeigen - recht gut erkennbar - einen glatzköpfigen Mann auf einem Bahnsteig, der seinen Mundschutz unter dem Kinn trägt. Die Veröffentlichung solcher Bilder nach Straftaten hat in der Vergangenheit öfters dazu geführt, dass Täter identifiziert und gefasst werden konnten oder sich selbst stellten.

Die Aufnahmen des Tatverdächtigen entstanden am Abend des 15. Juni - da war es nahe der Bernauer Haltestelle zu einem Übergriff auf eine 20-Jährige gekommen, wie die dortige Polizei damals mitgeteilt hatte.

Die junge Frau war demnach auf einem unbeleuchteten Geh- und Radweg beim Bahnhof angegriffen worden. Der Täter habe sie unter Drohungen mit sich gezogen und sich an ihr vergangen. Die damalige Personenbeschreibung: Glatze, schmales Gesicht, hellhäutig, schwarze Jogginghose, blaue Trainingsjacke.

Wer Hinweise zum Täter hat, soll sich beim Landeskriminalamt Berlin unter der Telefonnummer (030) 4664-913402 oder per E-Mail lka134-hinweise@polizei.berlin.de melden. Auch jede andere Polizeidienststelle nimmt Hinweise entgegen. Insbesondere bitten die Ermittler das bislang unbekannte Opfer der Tat vom 25. Juni 2020, sich zu melden. (dpa)

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