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Menschen haben Blumen und Kerzen an der Stelle abgestellt, vier Menschen bei dem Verkehrsunfall starben. Foto: Paul Zinken/dpa
© Paul Zinken/dpa

Trotz Gehirn-OP und Ärztewarnung am Steuer 44-Jähriger nach tödlichem SUV-Unfall in der Invalidenstraße angeklagt

Vier Menschen starben bei dem schweren Unfall in Berlin-Mitte im September 2019. Nun muss sich der Autofahrer wegen fahrlässiger Tötung verantworten.

Nach dem SUV-Unfall in der Invalidenstraße im September 2019 mit vier Todesopfern hat die Staatsanwaltschaft Berlin nun Anklage gegen den Fahrer erhoben. Das teilte die Behörde am Donnerstag mit.

Der 44-jährige Michael M. soll sich wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs vor dem Landgericht Berlin verantworten.

Die Staatsanwaltschaft Berlin wirft dem Mann vor, am 6. September 2019 seinen Porsche Macan Turbo, ein hochmotorisierter SUV, in Berlin-Mitte gefahren zu haben, obwohl er wegen „eines bekannten Anfallleidens und einer kurz zuvor durchgeführten Gehirnoperation nicht in der Lage war, aktiv am Straßenverkehr teilzunehmen.“

M. soll laut Staatsanwaltschaft in der Zeit seit der Krankheitsdiagnose vor dem Unfall sogar mehrfach von seinem behandelnden Neurologen dazu aufgefordert worden sein, vorerst kein Auto mehr zu fahren.

Der Fahrer soll an diesem Tag im September 2019 auf der Invalidenstraße in einer Schlange von Fahrzeugen gestanden haben. Dann soll er ausgeschert sein und auf der Gegenfahrbahn seinen Wagen beschleunigt haben. In diesem Moment soll er nach Erkenntnissen der Ermittler einen epileptischen Anfall erlitten haben. Deshalb soll er „konstant voll beschleunigt haben und ungebremst auf den Fußweg an der Kreuzung Invalidenstraße / Ackerstraße gefahren sein.“

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Der Wagen soll zunächst gegen mehrere Metallpoller gefahren sein, die aus der Bodenverankerung gerissen worden seien, und gegen eine Ampel gefahren sein. Dann habe sich der Wagen mehrfach überschlagen.

Dabei soll der Mann mit dem Auto vier an der Ampel wartende Fußgänger mit einer Geschwindigkeit von 102 bis 106 Stundenkilometern erfasst haben. Die Passanten erlagen noch am Unfallort ihren schweren Verletzungen.

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