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Blaulicht der Polizei. Foto: dpa
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Update Terroralarm in Berlin-Marzahn Syrer spricht in Chat über Anschlag auf öffentliche Verkehrsmittel

Noch in der Dunkelheit rücken Berliner Polizisten zu der Durchsuchung in einem Plattenbau in Marzahn aus. Die Suche nach Sprengstoff bleibt erfolglos.

Mit einem Großeinsatz haben Polizei und Generalstaatsanwaltschaft am Dienstagmorgen auf einen Hinweis reagiert, in Marzahn stehe ein islamistischer Sprengstoffanschlag bevor. Knapp 200 Beamte durchsuchten im Stadtteil die Wohnung einer syrischen Familie und weitere Orte. Sprengstoff wurde nicht gefunden, doch die Sicherheitsbehörden behalten den Fall im Blick.

In dem Hinweis ging es um einen Jugendlichen aus der Flüchtlingsfamilie, der in einem Chat mit mutmaßlichen Anhängern der Terrormiliz „Islamischer Staat“ über einen Anschlag auf öffentliche Verkehrsmittel geredet hatte. Die Polizei suchte deshalb in Marzahn auch mögliche Anschlagsorte ab, entdeckte aber keine Sprengsätze.

Der Verdacht der Vorbereitung einer schweren Straftat habe sich bislang nicht bestätigen oder konkretisieren lassen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner. Ob der junge Syrer ernst zu nehmen sei, bleibe offen, hieß es in Sicherheitskreisen.

Es sei jedoch dringend geboten gewesen, dem Hinweis nachzugehen. Zur Herkunft der Information gab es keine Angaben. Angesichts der hohen Gefahr islamistischer Anschläge in Deutschland hatten die Behörden rasch reagiert.

Das ist auch eine Lehre aus Versäumnissen im Fall Anis Amri. Der Tunesier hatte vor vier Jahren mit einem gekaperten Truck den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz angegriffen. Zwölf Menschen starben, mehr als 50 wurden verletzt. Die Behörden sahen Amri als Gefährder, beobachteten ihn aber nur lückenhaft.

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Ein ähnliches Versagen gab es im Oktober in Dresden. Ein als Gefährder eingestufter Syrer konnte kurz nach seiner Haft-Entlassung unbehelligt Messer kaufen, erstach schwulen Touristen und verletzte dessen Lebenspartner.

Polizei und Verfassungsschutz wollten den Syrer im Blick behalten, blieben aber nicht nah genug dran. Weder beim Messerkauf noch bei dem Angriff auf die Touristen waren Beamte in der Nähe.

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