Mit diesem Flugblatt wendete sich die Schwester der Vermissten an die Öffentlichkeit. Viva Capulet/Facebook
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Suche nach 15-jährigem Mädchen Schwester von Rebecca Reusch bittet um Hilfe

Seit dem 18. Februar wird die 15 Jahre alte Rebecca Reusch vermisst. Ihre Schwester sucht unter #findbecci in sozialen Medien nach ihrer kleinen Schwester.

Etwa 50 Menschen haben sich Dienstagnachmittag am U-Bahnhof Rudow versammelt, um nach der seit Tagen vermissten Rebecca Reusch zu suchen. Dazu aufgerufen hatte die Schwester des verschwundenen Mädchens in den sozialen Netzwerken. Vom Bahnhof ging es zu den Rudower Höhen, wo die Teilnehmer Büsche und das Unterholz absuchten.

Am achten Tag nach dem Verschwinden der 15-Jährigen Schülerin Rebecca Reusch sind bei der Polizei 48 Hinweise eingegangen. Fünf Tage, nachdem das Mädchen auf dem Weg zur Schule spurlos verschwunden war, hatte sich die Polizei mit einem Fahndungsaufruf an die Öffentlichkeit gewandt, die 3. Mordkommission ermittelt – bislang anscheinend vergebens.

Auch deshalb hat eine der zwei älteren Schwestern von Rebecca über Instagram und Facebook unter dem Hashtag #findbecci zu der Aktion aufgerufen: Sie fordert die Bevölkerung zu privaten Suchaktionen auf. Auch in den sozialen Medien verteilte die Schwester den Suchaufruf, auf Instagram hat er bis Dienstag bereits knapp 20.000 Herzen bekommen.

Bei Instagram schreibt die große Schwester auch: „Es ist todernst. Es geht um das Leben meiner Schwester und ich werde nicht aufgeben und so lange nach ihr suchen, bis ich meine Becci wieder in den Armen halten kann.“ Und weiter: „Becci, wir finden dich. Wir lieben dich. Gott ist bei dir und behütet dich.“ Bei dem Rundgang in Rudow wollte sich die Schwester, die ein Baby bei sich trug, nicht näher äußern. Ihr Freund erklärt, sie suchten jeden Tag an unterschiedlichen Orten nach Rebecca. Die Zahl der Menschen, die sich daran beteiligten, wachse jeden Tag weiter an.

Die meisten Teilnehmer haben über Instagram von der Aktion erfahren oder kennen die Schwester. „Wir sind hier, weil wir auch mit nach Rebecca suchen wollen“, sagt Julie, die mit der Schwester auf Facebook befreundet ist. Es sei toll, was man über soziale Medien erreichen könne. Die Polizei kommentierte die private Suchaktion der Familie am Dienstag zurückhaltend. Das Vorgehen der Familie sei zwar nachvollziehbar, es sei jedoch auch nicht hilfreich, wenn die Ermittlungen gefährdet werden könnten – etwa indem Details oder mögliches Täterwissen in die Öffentlichkeit getragen werden.

Am Montagmorgen, 18. Februar, hatte sich Rebecca Reusch von der Wohnung ihrer Schwester auf den Weg zur Schule gemacht, wo sie um 9.50 Uhr hätte ankommen sollen. Doch an der Schule in der Fritz-Erler-Allee traf sie nie ein. Das Mädchen ist 1,70 bis 1,80 Meter groß, schlank und hat dunkelblondes schulterlanges Haar. Am Tag ihres Verschwindens trug sie einen weißen Kapuzenpullover mit der Aufschrift „Rap Monster“, dazu eine rosafarbene Plüschjacke, einen roten Rucksack und eine blaue Jeans mit zerrissenen Knien. Außerdem hatte sie eine große beige-rosafarbene Handtasche dabei und trug schwarze Sportschuhe der Marke Vans. Hinweise nehmen die 3. Mordkommission unter 030/4664-911333 oder per E-Mail entgegen. Auch an jede andere Polizeistation können sich Zeugen wenden.

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