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Reinickendorf und Pankow Busfahrerin soll Hitlergruß gezeigt haben

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Die Berliner Polizei ermittelt nach zwei Vorfällen mit möglicherweise rassistischem Hintergrund.

Volksverhetzung und Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen - so lauten die Vorwürfe gegen eine Busfahrerin der BVG, die jetzt das Verkehrsunternehmen wie auch die Polizei beschäftigen. Nach Angaben der Polizei soll sich der Vorfall am Freitag in Reinickendorf zugetragen haben.

Eine 27-Jährige, bekleidet mit einem Tschador, stieg nach ihren Angaben im Märkischen Viertel gemeinsam mit einer gleichaltrigen Zeugin kurz nach 15 Uhr an der Bushaltestelle Packereigraben in einen Bus der Linie M21 und soll dann von der Busfahrerin beleidigt worden sein. Dabei soll die Busfahrerin auch den Hitlergruß gezeigt und den "Zweifingerbart" angedeutet haben, wie es in der Polizeimeldung heißt. Bevor die alarmierte Polizei eintraf, setzte die Busfahrerin die Fahrt fort. Die Ermittlungen zu ihr dauern an.

BVG-Sprecherin Petra Reetz bestätigte am Sonnabend, dass das Unternehmen die Videoaufnahmen aus dem Bus gesichert habe. Zu deren Inhalten könne man nichts sagen, das sei Sache der Polizei. Dort war am Sonnabend zu hören, dass der Polizeiliche Staatsschutz, der für politisch motivierte Straftaten zuständig ist, möglicherweise erst zu Wochenbeginn die Aufnahmen aus dem Bus auswerten wird.

Fremdenfeindliche Beleidigungen

Im Pankower Ortsteil Buch soll ein Unbekannter aus einer Gruppe heraus in der Nacht zu Sonnabend gegenüber einer anderen Gruppe fremdenfeindliche Beleidigungen von sich gegeben und einen jungen Mann angegriffen haben. Nach derzeitigem Ermittlungsstand war ein 20-Jähriger mit fünf Bekannten gegen 2.45 Uhr in der Wiltbergstraße unterwegs. In Höhe eines Imbisses trafen sie auf eine etwa achtköpfige Gruppe. Aus dieser heraus soll einer zunächst in Richtung der Gruppe des 20-Jährigen fremdenfeindliche Äußerungen von sich gegeben haben. Anschließend begab sich der Unbekannte zu dem jungen Mann und soll ihn dann am T-Shirt gepackt sowie angegriffen haben. Die Begleiter des Angegriffenen liefen daraufhin weg.

Dem Angegriffenen gelang es nun, seinen Widersacher wegzustoßen, woraufhin dieser einen Schlagstock gezückt und sich drohend vor den jungen Mann gestellt haben soll. Der 20-Jährige flüchtete sich aus der Situation, hielt sich auf einem nahegelegenen Parkplatz vor der ihn verfolgenden Gruppe versteckt und alarmierte die Polizei. Als die Beamten eintrafen, war die tatverdächtige Gruppe bereits geflüchtet. Der Hilferufende stand nach Angaben der Polizei "deutlich unter dem Eindruck des Geschehens" und hatte Schmerzen an Hals und Nacken. Eine ärztliche Behandlung lehnte er zunächst ab. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin hat die Ermittlungen zu dem Fall übernommen. Tsp

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