Ein Gelände in der Potsdamer City ist nach dem Fund einer Bombe aus dem 2.Weltkrieg gesperrt. Die 250kg schwere Fliegerbombe soll an diesem Freitag entschärft werden. Foto: Ralf Hirschberger/dpa
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Potsdam Züge fallen aus: Fliegerbombe wird entschärft

Roberto Jurkschat

Sperrkreis am Potsdamer Hauptbahnhof: 3000 Menschen müssen am Freitag ihre Wohnung verlassen, es wird Einschränkungen im Regional- und S-Bahnverkehr geben.

Die Entschärfung einer Bombe in Potsdam am Freitag hat doch größere Folgen für den Verkehr als erwartet. Denn entgegen früherer Angaben liegen auch Gleise hinter dem Hauptbahnhof im Sperrkreis. Dadurch gibt es, wichtig für Pendler, Einschränkungen im Regional- und S-Bahnverkehr. Der Hauptbahnhof und der Bahnhof Babelsberg sind zwar zugänglich, doch zwischen beiden Stationen ruht während der Entschärfung der Verkehr. Auch mehrere Bus- und Tramlinien sind betroffen.

Im Sperrkreis befinden sich außer Wohnhäusern auch zwei Pflegeheime, eine Einrichtung des betreuten Wohnens, eine Kindertagesstätte, ein Jugendkulturzentrum, der Kletterpark, außerdem die Staatskanzlei, das Redaktionsgebäude der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“ sowie Ministerien, Landesämter und ein Bundespolizeistandort. Die 3000 Bewohner im Sperrkreis müssen ihre Wohnungen bis 7.30 Uhr verlassen. Danach kontrollieren Evakuierungstrupps, ob sich noch Menschen in dem gesperrten Bereich befinden.

Sind alle Vorbereitungen abgeschlossen, können Experten mit der Entschärfung des Sprengkörper beginnen. Er liegt, wie berichtet, auf dem Gelände eines ehemaligen Straßenbahndepots. Die 250 Kilogramm schwere britische Fliegerbombe ist laut Stadtverwaltung die 189. größte Bombe, die im Stadtgebiet seit dem Jahr 1990 entschärft wird.

Bombe lag gerade 60 Zentimeter unter der Erde

Die Statistik erfasst dabei alle Sprengkörper über 100 Kilogramm. Entdeckt wurde sie bei Bauarbeiten; sie lag gerade einmal 60 Zentimeter unter der Erde. Der Sprengkörper sei leicht deformiert, hieß es aus dem Rathaus. Sprengmeister Mike Schwitzke vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg, der schon Anfang Juli eine britische Fliegerbombe im Nuthepark nahe dem Potsdamer Hauptbahnhof entschärft hat, ist auch dieses Mal wieder im Einsatz.

Bislang sind in Potsdam rund sechs Tonnen Munition aus dem Boden geholt worden. Noch im Juli sagte Sprengmeister Mike Schwitzke, dass er damit rechne, dass noch bis zu drei weitere Tonnen im Erdreich lagern.

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