Die beiden Kudamm-Raser hatten bei einem illegalen Autorennen auf dem Ku'damm einen Mann bei einem Zusammenstoß getötet. Foto: Paul Zinken/dpa
© Paul Zinken/dpa

Mordprozess in Berlin Raser will aussagen

Kerstin Gerke

Drei Jahre nach dem tödlichen Autorennen auf dem Ku'damm will Marvin N. sein Schweigen brechen. Am 5. März werde es zur Aussage kommen.

Kurz vor Ende des Mord-Prozesses gegen die Ku’damm-Raser gab es am Dienstag eine Überraschung: Drei Jahre nach dem tödlichen Autorennen will Marvin N. sein Schweigen brechen und sich erstmals vor dem Landgericht äußern. Das kündigte ein Anwalt des 27-Jährigen an. Am 5. März werde es zur Aussage kommen.

Schlechte Nachrichten gab es für Hamdi H., den zweiten Angeklagten. Der Antrag seiner Verteidiger, den Haftbefehl gegen ihn aufzuheben, wurde abgelehnt. Bei vorläufiger Bewertung bestehe gegen den 30-Jährigen weiterhin ein dringender Tatverdacht eines vorsätzlichen Tötungsdeliktes, entschied das Gericht.

Bis 170 Kilometern pro Stunde über den Ku'damm

Hamdi H. und Marvin N. hatten sich in der Nacht zum 1. Februar 2016 in der City West ein illegales Autorennen geliefert. Mit bis zu 170 Kilometern pro Stunde waren sie über den Kurfürstendamm gerast. Bis Hamdi H. an einer für ihn roten Ampel in einen Jeep krachte. Der 69 Jahre alte Fahrer starb in seinem Wagen.

Im ersten Prozess wurden H. und N. zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt – es war das bundesweit erste Mordurteil für Raser nach einem Stechen mit tödlichem Ausgang. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob die Entscheidung aber auf und ordnete eine Neuverhandlung an. Die Richter sahen einen bedingten Tötungsvorsatz nicht ausreichend belegt.

Seit drei Monaten stehen H. und N. wieder vor Gericht. Sie schwiegen bislang wie bereits im ersten Prozess. H. hatte sich damals allerdings gegenüber einer Verkehrspsychologin geäußert.

Zwölf Newsletter, zwölf Bezirke: Unsere Leute-Newsletter aus allen Berliner Bezirken können Sie hier kostenlos bestellen: leute.tagesspiegel.de

Zur Startseite