Die Hasenheide hat sich mit dem Lockdown zur festen Adresse für Raves entwickelt. Foto: Christoph Soeder/dpa
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Update Corona in Berlin 3000 Menschen feiern illegale Party in der Hasenheide

Schon länger finden in dem Park Raves statt, die auch wegen der Corona-Regeln verboten sind. In der vergangenen Nacht feierten womöglich CSD-Partygänger mit.

Die Clubs sind wegen der Corona-Pandemie weiterhin geschlossen, das Partyvolk lässt sich davon offenbar nicht abhalten: In der Nacht zu Sonntag sollen rund 3000 Menschen in der Hasenheide eine riesige Party gefeiert haben. Die "B.Z.", die zuerst berichtete, meldete ursprünglich 5000 Raver.

Nach Angaben einer Polizeisprecherin beschwerten sich gegen 22.20 Uhr mehrere Anwohner über Lärm aus der Grünanlage. Daraufhin habe die Polizei die Menschen vor Ort aufgefordert, die Musik abzustellen und den Park zu verlassen.

Weil sich die Menschenmenge daraufhin nicht ganz auflöste und sich die Party in andere Teile der Hasenheide, etwa an den Rixdorfer Teich, verlagerte seien später seien auch Scheinwerfer, Lautsprecheransagen und gezielte Ansprachen eingesetzt worden. Rund 70 Beamte und mehrere Polizeihunde waren vor Ort.

Die meisten Partygänger seien den Aufforderungen der Polizei irgendwann nachgekommen, in Einzelfällen seien Platzverweise ausgesprochen worden - insgesamt sei die Stimmung aber ruhig geblieben.

Laut Polizei wurden fünf Anzeigen wegen unzulässigen Lärms geschrieben, vier Musikanlagen wurden beschlagnahmt.

Erst um fünf Uhr war der Einsatz beendet, zum Schluss habe die Polizei laut "B.Z." noch die Bürgersteige von Feiernden räumen müssen.

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In der Sendung "RBB Aktuell" sagte Dragqueen Nina Queer am Samstagabend, dass wohl auch Gäste ihrer 1000-köpfigen Party zum Christopher Street Day im Standbad Grünau nach dem offiziellen Ende des Events um Mitternacht in die Hasenheide weiterziehen wollen. "Da kann man unkontrolliert feiern", sagte sie. "Das tut mir Leid, aber da kann ich nichts für." Und: "Viel Spaß trotzdem."

Immer wieder war es in den letzten Wochen zu illegalen Partys in der Hasenheide, aber auch im Gleisdreieckpark gekommen. Laut aktueller Berliner Infektionsschutzverordnung sind bis einschließlich 31. August Veranstaltungen im Freien mit mehr als 1000 zeitgleich Anwesenden verboten.

Gesundheitsstadtrat: Partyszene "zutiefst asozial"

Der Neuköllner Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) sagte dem Tagesspiegel, dass er das Verhalten der Partyszene als "zutiefst asozial" empfinde. Liecke war laut eigener Aussage in den vergangenen Tagen selbst in der Hasenheide vor Ort.

Zum einen würden sich die Feiernden der Gefahr der Ansteckung aussetzen und damit auch andere anstecken, sagte Liecke. Zudem würden ohne Rücksicht auf andere der Park vermüllt und die Grünflächen zerstört - generell ein Problem in der Hasenheide.. "Das ist egoistisch und nicht mehr zu akzeptieren", sagte Liecke.

Die Spuren am Sonntag nach der Party. Foto: Dietmar Theiler Vergrößern
Die Spuren am Sonntag nach der Party. © Dietmar Theiler

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Die Polizei müsse nun die Veranstaltungen dauerhaft unterbinden, solange es keinen legalen Ort für Partys mit begrenzter Teilnehmerzahl gibt. "Vielleicht wäre das Tempelhofer Feld geeignet dafür", schlägt Liecke vor.

Mehrere Politiker, darunter Kultursenator Klaus Lederer (Linke) und Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) sowie eine Reihe von Bezirksbürgermeistern, wollen sich dafür einsetzen, dass demnächst Grünflächen für Open-Air-Events und auch Party offiziell zur Verfügung gestellt werden - unter Einhaltung der Corona-Regeln.

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