Foto: DPA, Arno Burgi
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Christopher Street Day in Berlin Taschendiebe stehlen Handys und Kameraobjektive - Festnahme

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Fahnder haben drei mutmaßliche Taschendiebe festgenommen. Das Trio war bei der CSD-Parade unterwegs. Insgesamt geht die Zahl der Taschendiebstähle in Berlin zurück.

Als die Kriminalbeamten gegen 15.35 Uhr zugriffen, hatten die mutmaßlichen Täter auf der Christopher Street Day-Parade am Samstag bereits sieben Handys und zwei hochwertige Kameraobjektive entwendet und in einem Rucksack verstaut. Bevor sie sich zur Festnahme entschlossen, beobachteten die Zivilfahnder längere Zeit die drei 23, 33 und 35 Jahre alten Männer. Diese gingen laut Polizei arbeitsteilig vor: Zwei Diebe näherten sich unbemerkt den Opfern und stahlen die Gegenstände, dann steckte ihr Komplize diese rasch in den Rucksack.

Gewerbsmäßig agierende Diebe stehen im Fokus

Das Trio wurde erkennungsdienstlich behandelt, alle drei Männer stammen aus Polen. Am Sonntag sollen sie einem Haftrichter zum Erlass von Haftbefehlen vorgeführt werden. Mit dieser Strategie geht die Berliner Polizei seit einiger Zeit erfolgreich gegen mutmaßlich gewerbsmäßig agierende Diebesbanden vor. Die Schwere der gewerbsmäßigen Tat kann in diesem Fall einen Haftbefehl rechtfertigen. Werden die Täter nur vorläufig festgenommen und nach wenigen Stunden wieder auf freien Fuß gesetzt, setzen sie erfahrungsgemäß ihr kriminelles Handwerk sogleich fort.

2016 erreichte das Delikt ein Rekordhoch

Die Zahl der Taschendiebstähle in Berlin sank bereits im vergangenen Jahr 2017 um 39,4 Prozent - und dieser Abwärtstrend hält an. Von 2013 auf 2015 hatte sich die Zahl der Taschendiebstähle hingegen von 20.794 auf 40.399 Taten mehr als verdoppelt. 2016 war ein Rekordhoch von 44.722 registrierten Delikten erreicht.

Die vielen Haftbefehle schrecken Banden ab

Der erfreuliche Rückgang hat verschiedene Gründe. Vor allem die schärfere Verfolgung durch die Justiz und die Präventionsmaßnahmen der Polizei, hätten ausländische Diebesbanden abgeschreckt, erklärt die Senatsinnenverwaltung. Mitte Mai dieses Jahres wurden beispielsweise Haftbefehle gegen zwei junge Frauen wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Taschendiebstahls am Brandenburger Tor erlassen. Und bei der besonders verfolgten Gruppe der sogenannten „Antänzer“ erhielten 2016 noch 66,8 Prozent aller Festgenommenen Haftbefehl, 2017 waren es bereits 81,9 Prozent.

Hinzu kommt, dass Berlins Kriminalpolizisten inzwischen eng mit ihren Kollegen in osteuropäischen Herkunftsländern zusammenarbeiten. Von dort reisen die meisten Diebesbanden an. Und die Bundespolizei kooperiert zudem enger denn je mit den Sicherheitsunternehmen der BVG.

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