Die Trümmer eines Flugzeugs liegen nach einem Absturz auf einem Feld verstreut. Foto: Jörg Carstensen
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Brandenburg Zwei Tote bei Flugzeugabsturz

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In Brandenburg ist am Samstagmittag ein Motorflugzeug abgestürzt. Zwei Menschen starben. Erst im August letzten Jahres gab es einen ähnlichen Fall.

Beim Absturz eines zweimotorigen Flugzeugs sind am Sonnabend in Brandenburg zwei Menschen gestorben. Wie die Polizei mitteilte, stürzte die Maschine gegen Mittag nahe der Gemeinde Oberbarnim im Landkreis Märkisch-Oderland ab. Das zweimotorige Flugzeug war gegen 11 Uhr in Strausberg gestartet, wie die dortige Flugleitung dem Tagesspiegel bestätigte. Bei der Unglücksmaschine handelte es sich nach deren Angabe um ein Flugzeug des früheren italienischen Herstellers Partenavia.

Beim Aufprall völlig zerstört

Die Absturzstelle liegt knapp zehn Kilometer nordöstlich des Flugplatzes Strausberg, auf einem Feld an der B168 zwischen Ernsthof und Prädikow. Die Maschine wurde beim Aufprall völlig zerstört, brannte aber nicht aus. Bei den Insassen soll es sich nach Angaben des rbb um zwei Männer handeln. Über die Ursache des Unglücks gab es zunächst keine Informationen, der Absturz ist jetzt wie üblich ein Fall für die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung. Die Bergungsarbeiten am Absturzort dauerten am Abend an.

Flugplätze rund um Berlin sind bei Sportfliegern und Flugschulen beliebt, hin und wieder kommt es dabei zu tödlichen Zwischenfällen. Erst im August vorigen Jahres hatte es in Brandenburg einen solchen Flugunfall gegeben. Damals war ein 71-Jähriger mit seinem Ultraleichtflugzeug kurz nach dem Start vom südlich Berlins gelegenen Flugplatz bei Niedergörsdorf abgestürzt und gestorben. 2017 hatte es zwei Flugunfälle mit je einem Toten im südlichen Brandenburg gegeben.

Der Flugplatz in Strausberg besteht seit 1927, wurde erst privat, dann von der deutschen Luftwaffe und zu DDR-Zeiten von den sowjetischen Luftstreitkräften genutzt. 1992 endete die militärische Nutzung, und Strausberg wurde eine gefragte Adresse für Sport- und Geschäftsflieger sowie Flugschulen. Auch dort hat es schon einige tödliche Vorfälle gegeben. Im Dezember 2009 starb der Pilot einer aus Warschau kommenden Maschine, der offenbar technische Probleme hatte, noch einen Notruf absetzen konnte, doch in ein Waldstück stürzte und dabei ums Leben kam.

Einsatzkräfte am Werk. Foto: Jörg Carstensen/dpa
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Weder Pilotenfehler, noch ein technischer Defekt

2005 starb der Pilot eines in Strausberg gestarteten Ultraleichtflugzeugs beim Absturz am Berliner Reichstag, allerdings lagen hier weder Pilotenfehler noch ein technischer Defekt vor. Der Mann ließ die Maschine bewusst abstürzen. Suizidale Absichten waren auch der Hintergrund einer Bruchlandung 2013 in Strausberg: Ein Flugschüler, der sich das Leben nehmen wollte, hatte seinen Lehrer attackiert, dieser konnte das Flugzeug nur mit Mühe notlanden, das sich dabei überschlug. Der Flugschüler wurde zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

Einem Flugunfall in Berlin fiel dagegen 2001 ein Ehepaar zum Opfer, dessen Maschine wegen Motorproblemen beim Landeanflug auf den Flughafen Tempelhof in einen Hinterhof in der Neuköllner Karl-Marx-Straße stürzte und in Flammen aufging. Das Unglück spielte eine große Rolle in der Diskussion um die Schließung des innerstädtischen Flughafens. Auch die letzte Landung in Tempelhof, bereits nach der Schließung, hätte leicht tragisch enden können. Im Juni 2010 entschloss sich der Pilot einer Sportmaschine wegen Triebwerksproblemen dort zur Notlandung. Trotz der vielen Besucher des Tempelhofer Feldes ging der Zwischenfall gut aus, starten durfte der Pilot von Tempelhof aus allerdings nicht mehr, musste die Maschine vielmehr teilweise demontieren und per Tieflader abholen lassen. (mit dpa)

Das Flugzeug stürzte nahe der Gemeinde Oberbarnim ab. Foto: Jörg Carstensen
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