Junge Polizeibeamte bei einer Vereidigung in Berlin (Archivfoto). Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
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Berlin-Spandau Möglicher Betrugsversuch: Polizeiakademie verschiebt Prüfung

An der Berliner Polizeiakademie gibt es wieder einen möglicherweise illegalen Vorfall: Prüfungsunterlagen wurden bekannt, zwei Klausuren wurden verschoben.

Sie sollen für Recht und Ordnung einstehen. Doch einer oder mehrere angehende Berliner Polizisten haben sich möglicherweise gar nicht gesetzeskonform verhalten. Diese Vermutung legt zumindest eine Meldung aus der Berliner Polizeiakademie von Freitagabend nahe.

Demzufolge haben sich bislang unbekannte Verdächtige möglicherweise Zugang zu den Prüfungsunterlagen für zwei für Montag angesetzte Klausuren verschafft. Die Leitung der Polizeiakademie gehe einem Hinweis nach, „wonach angeblich Inhalte einer schriftlichen Prüfung bekannt geworden sein sollen.“

Um eine ordnungsgemäße Durchführung der Klausur gewährleisten zu können, sei der Prüfungstermin in Absprache zwischen Akademie- und Behördenleitung verschoben worden. Betroffen ist nach Angaben eines Polizeisprechers der Jahrgang jener Polizeischüler, die 2017 ihre Ausbildung an der Akademie begonnen haben. Das seien insgesamt ungefähr 240 Männer und Frauen – direkt von der verschobenen Prüfung betroffen seien aber nur 60. Die Prüfungen sollten in zwei Fächern stattfinden, eines davon war laut Polizeisprecher „Öffentliches Recht“.

Immer wieder in den Schlagzeilen

Der Hinweis auf die mögliche Offenbarung von Dienstgeheimnissen sei aus dem Inneren der Polizeiakademie gekommen, sagte der Polizeisprecher am Freitag. Nun müsse geprüft werden, wie umfangreich der Vorgang ist. Wann die Klausuren stattdessen geschrieben werden, ist noch offen.

Die Berliner Polizeiakademie war in den vergangenen Jahren immer wieder wegen des Verhaltens von Schülern in den Schlagzeilen, das gerade für angehende Polizisten nicht angemessen ist. Vor allem 2017 war die Ausbildungsstätte ins öffentliche Interesse geraten – wegen schwacher Unterrichtsqualität und Disziplinlosigkeiten. Daraufhin sollte die Schulinspektion die Polizeiakademie untersuchen. Erst im vergangenen Dezember gab es Ermittlungen wegen eines schweren Diebstahls.

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