Mindestens fünf Berliner Kitas sind wegen Coronavirus-Fällen bereits wieder geschlossen worden. Foto: Jens Kalaene/dpa
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Paritätische Wohlfahrtsverband kritisiert Bezirke Fünf Kitas wegen Corona-Fällen wieder zu

Immer mehr Kitas in Berlin müssen wegen Coronavirus-Fällen wieder schließen. Die Bildungsverwaltung will die Einrichtungen nicht allein lassen.

Vier Tage nach der offiziellen Rückkehr zum Regelbetrieb in Berlins Kitas, sind mindestens fünf Einrichtungen wegen Coronavirus-Fällen bereits wieder geschlossen worden. Das teilte die Bildungsverwaltung auf Tagesspiegel-Anfrage mit. Demnach handelt es sich um Kitas in Tempelhof-Schöneberg (76 Plätze), Friedrichshain-Kreuzberg (185) und Mitte (190).

Zudem seien zwei weitere kleinere Einrichtungen in Steglitz-Zehlendorf (27) und Charlottenburg-Wilmersdorf (25) vorsorglich vom Gesundheitsamt geschlossen worden. Gruppenschließungen gab es an Kitas in Tempelhof-Schöneberg, Mitte und Treptow-Köpenick. Offenbar gibt es aber weitere Schließungen.

In Pankow teilt der Gesundheitsstadtrat mit, dass drei Kitas wegen Coronavirus-Fällen teilweise geschlossen wurden. Insgesamt gibt es rund 2700 Kitas in Berlin.

Wie viele Kinder unter Quarantäne gestellt wurden, konnte die Bildungsverwaltung nicht sagen. Je nach Einschätzung des Gesundheitsamts müssen Kitas auch bei Coronavirus-Infektionen von Eltern oder Geschwistern schließen.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin kritisierte das uneinheitliche Vorgehen der Bezirke. Es fehle ein bezirksübergreifendes, mit den Gesundheitsämtern abgestimmtes Verfahren, das eine schnelle Klärung von Verdachtsfällen in der Kita ermöglicht. Trotz mehrfacher Ankündigung liege den Kitas bisher kein Testkonzept des Landes Berlin vor.

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Sabine Radtke, Kitareferentin beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin, kritisierte: „Sowohl die Kinder als auch die Beschäftigten brauchen einen schnellen garantierten Zugang zu Tests, um bei Verdacht auf eine COVID-19-Infektion unverzüglich und sicher reagieren und das Infektionsrisiko minimieren zu können.“

Eine Sprecherin der Bildungsverwaltung betonte, man lasse Kitas nicht allein. „Es gibt sowohl einen Hygieneplan als auch eine gemeinsame Handreichung der Berliner Gesundheitsämter und der Bildungsverwaltung zum Umgang mit Kontaktpersonen eines SARS-CoV-2 positiv getesteten Falls.“

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