Noch ein Monat bis zur Wahl - dann wird ausgezählt. Foto: dpa/Paul Zinken
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Panne bei Europawahl Ärger um doppelte Wahlzettel - die Fortsetzung

In Berlin wurden Wahlunterlagen doppelt verschickt. Ein Leser bekam sogar drei Mal Post - und das hatte Folgen. Hier die Geschichte aus dem "Checkpoint".

Neues zur EU-Wahlpanne in Tempelhof-Schöneberg (siehe "Tagesspiegel Checkpoint" von Donnerstag) – ein bizarrer Mailwechsel lässt darauf schließen, dass es nach dem Dreifachversand von Briefwahlunterlagen hier weiterhin drunter und drüber geht.

Hier die Fortsetzung im neuen "Checkpoint" von Freitagmorgen: Einem der Betroffenen wurde jetzt sogar telefonisch mitgeteilt, dass er an der Wahl nicht mehr teilnehmen könne - er hatte die dritte Zusendung der immer gleichen Wahlzettel für sich und seine Familie in der Annahme zerrissen, es handle sich um eine weitere fehlerhafte Neusendung (die beiden ersten fehlerhaften Unterlagen hatte das Amt inzwischen „annulliert“, die dritte Zusendung aber nicht entsprechend gekennzeichnet).

Als er jetzt um neue Unterlagen bat, bekam er gestern folgende Antwort:

„Um neue Wahlscheine ausstellen zu können, werden die Schnipsel der vernichteten Wahlunterlagen benötigt. Bitte teilen Sie mir auch mit, was mit den Ihnen und Ihrer Familie fehlerhaft übersendeten Wahlunterlagen erfolgt ist.”

Auf den Hinweis, das sei mit der zuvor damit befassten Mitarbeiterin aber anders besprochen worden, ging es so weiter:

„Meine Vertretung hat Sie gebeten, in Ihren Papiermüll zu schauen. Durch Ihren Hinweis, dass Sie die Ihnen zugesendeten Wahlscheine vernichtet haben, ist leider keine weitere Ausstellung von Wahlscheinen möglich.“

Tja, Pech gehabt. Der Bezirkswahlleiter teilte dem Checkpoint dann noch mit: „Ein ‚Dreiklassenwahlrecht‘ gibt es in Tempelhof-Schöneberg nicht.“ Die Betroffenen seien darüber informiert worden, „dass die doppelten (‚alten‘, fehlerhaften) Wahlscheine annulliert und deshalb neue (gültige) Wahlscheine versandt worden sind“. Und: „Damit ist ausgeschlossen, dass dreimal abgestimmt werden kann.“

Aber offenbar ist nicht ausgeschlossen, dass keinmal abgestimmt werden kann. Und wozu sind die Schnipsel nötig, wenn doch Wahlscheine annulliert werden können? Die Wahlbeobachter der UN können schon mal einen Dienstreiseantrag stellen.

Immer kurz nach 6 Uhr: der Tagesspiegel Checkpoint

Diesen Text haben wir dem neuen "Tagesspiegel Checkpoint" von Freitagmorgen entnommen. Den Checkpoint vom Team um Chefredakteur Lorenz Maroldt, den wir Ihnen morgens kurz nach 6 Uhr in Ihre Mailbox schicken, können Sie unkompliziert bestellen unter checkpoint.tagesspiegel.de

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