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ÖPNV-Flecktarn gegen Covid-19 Wann kommt endlich der BVG-Mundschutz auf den Markt?

Das neue Mask have für die U-Bahn: Wer auf Tuchfühlung gehen muss, verhüllt lieber Mund und Nase. Notfalls geht das per Schal, aber Fans wollen mehr. Eine Glosse.

„Maske? Was für eine Maske?" Lebensältere erinnern sich vielleicht noch an die irritierte Rückfrage des Schauspieler Vic Dorn, der in einem Loriot-Sketch aus den 1970ern von einer Reporterin interviewt wurde.

Wegen seines, nun ja, recht individuellen Äußeren hatte es Dorn, natürlich gespielt vom Loriot, zu einer gewissen Berühmtheit im Gruselgenre geschafft. Mehrfach und nachdrücklich bat ihn die Reporterin, doch „die berühmte Horrormaske“ abzunehmen – bis ihr endlich etwas schwante…

Wer hätte gedacht, dass die Frage „Maske? Was für eine Maske?“ eines Tages mal wieder aktuell werden könnte? Auch wenn es heute – anders als damals bei Loriot – natürlich nicht ums Abnehmen, sondern ums Tragen geht. Lachen kann auch keiner, der die Diskussion um den Sinn eines Mund-Nasen-Schutzes verfolgt und vielleicht gerade auf Tuchfühlung mit seinen Mitmenschen in der U-Bahn ist. Und sich etwas anderes als den Schal vors Gesicht halten möchte.

Die BVG scheint zumindest nicht abgeneigt zu sein, wenn mehr Fahrgäste oder womöglich sogar alle mit einem Schutz unterwegs sein würden. Eine Maskenpflicht einführen wie Jena oder mancher Lebensmittelhändler? „Wir sind kein Privatunternehmen wie ein Supermarkt“, heißt bei der BVG. Höchstens der Senat könne so etwas vorschreiben.

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Aber warum auf Anweisung von oben warten? Es gab da beispielsweise einen Verkehrsbetrieb, der war schon vor 20 Jahren für Überraschungen gut. Er ließ damals Unterbuxen schneidern, und druckte, höhö, „Rohrdamm“ oder „Krumme Lanke“ drauf, was mancher cooler als „Calvin Klein“ fand. Später kamen sogar Turnschuhe mit integrierter Jahreskarte dazu, zu deren Verkaufsstart mehr Andrang herrschte als im Berufsverkehr auf der U7. Bis heute bietet das Unternehmen Schirme, Turnbeutel, Umhängetaschen und Seidenkrawatten an, die aussehen, als hätte schon mal jemand drauf gesessen – weil sie das Muster der Sitze in Bussen und Bahnen tragen. Nicht auszudenken, wenn jetzt jemand bei dieser Firma auf die Idee käme, doch einen Mundschutz im ÖPNV-Flecktarn anzubieten: Es wäre das Mask have für die U-Bahn.

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