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Der Eingang zum Corona-Testzentrum in der Max-Taut-Schule in Lichtenberg. Foto: Christophe Gateau/dpa
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Update Öffnungszeiten, Termine, Testzentren Hier sind in Berlin kostenlose Schnelltests möglich

Tobias Fellner

Beim Shoppen und dem Besuch von Kultureinrichtungen ist in Berlin nun ein negativer Corona-Tests erforderlich. In der ganzen Stadt gibt es dafür Teststellen.

Schnelltests gelten als ein Schlüssel, um Lockerungen zu ermöglichen, ohne die Infektionszahlen wieder in die Höhe zu treiben. Der Berliner Senat setzt sie nun ein, um eine Rücknahme von Lockerungen zu umgehen. Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz in der Hauptstadt dreimal in Folge über 100 lag, hätte eigentlich die von Bund und Ländern vereinbarte „Notbremse“ ziehen müssen - ein Zurückdrehen der Corona-Regeln auf den Stand von Anfang März.

Der neue Weg des Senats: Geschäfte und Kultureinrichtungen bleiben geöffnet, ab dem 31. März aber ist der Zugang nur noch mit einem tagesaktuellen negativen Testergebnis möglich. Das gilt auch bei Dienstleistungen wie Friseurbesuchen. Ausgenommen sind Läden des täglichen Bedarfs, etwa Supermärkte, Drogerien oder Apotheken.

Kaufhäuser und Malls sollen eigene Teststationen einrichten. Grundsätzlich sind Kund:innen und Besucher:innen aber selbst dafür verantwortlich, sich einem Test zu unterziehen. Sie können einen Testnachweis verwenden, den sie von der Arbeit haben, da Arbeitgeber:innen nun zweimal pro Woche Tests anbieten müssen. Auch die Ergebnisse von Selbsttests, die unter Aufsicht durchgeführt werden, gelten nach Angaben von Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) als geeigneter Nachweis. Die Berliner:innen können aber auch die kostenlosen Testangebote nutzen, die Bund und Land jedem einmal wöchentlich ermöglichen.

Für die kostenlosen Schnelltests stehen stadtweit mehr als hundert Teststellen bereit. Auf der Seite test-to-go.berlin sind alle offenen Einrichtungen aufgelistet. In drei größeren Zentren ist ein Test auch ohne Anmeldung möglich. Zudem gibt es viele kleinere „Test-to-go“-Stationen. Bei ihnen muss zum Teil vorher online ein Termin reserviert werden, doch auch hier gibt es Angebote, bei denen man einfach vorbeigehen kann.

Hinter Test-to-go-Stationen stehen Privatanbieter, die von der Senatsverwaltung für Gesundheit zertifiziert werden und genauso Tests durchführen wie Testzentren. Arztpraxen, Apotheken und alle weiteren Drittanbieter, die zertifizierte „Test to go“-Stationen werden wollen, können unter testen-lernen.berlin an einem Registrierungs- und Zertifizierungsprozess teilnehmen. Neben einem Online-Schulungsportal werden die Anbieter bei Bedarf auch durch Präsenz-Nachschulungen und ein mobiles Testteam beim Start unterstützt. Für Fragen gibt es außerdem eine eigene Zertifizierungs-Hotline unter der Nummer 0800/3848688.

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Auch unabhängig vom Besuch konkreter Einrichtungen ruft der Senat die Menschen auf, sich zum eigenen Schutz und zum Schutz des persönlichen Umfelds einmal pro Woche testen zu lassen.

Nicht gedacht sind die Schnelltests für Menschen, die bereits Symptome einer Covid-19-Erkrankung aufweisen. Dafür gibt es die Corona-Ambulanz der Charité und die Covid-19-Praxen der Kassenärztlichen Vereinigung.

So bekommt man einen Termin für den kostenlosen Schnelltest

Bei drei großen Zentren mit hohen Kapazitäten ist ein Besuch ohne vorherige Anmeldung möglich. Sie sind montags bis sonntags von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Diese großen Zentren sind:

  • Testzentrum West: Kurt-Weiss-Sporthalle, Franzensbader Straße 16, Charlottenburg-Wilmersdorf, 14193 Berlin
  • Testzentrum Zentral: Poststadion, Lehrter Straße 59, Mitte, 10557 Berlin
  • Testzentrum Ost: Max-Taut-OSZ, Fischerstraße 36, Lichtenberg, 10317 Berlin

Zu Beginn war auch ein Testzentrum in der Carl-von-Ossietzky-Schule in der Blücherstraße 46-47 in Friedrichshain-Kreuzberg eingerichtet. Diese Einrichtung wurde jedoch von der Liste der Testzentren gestrichen.

In den kleineren Teststellen ist wegen der geringeren Kapazitäten teilweise eine Terminbuchung erforderlich. Auf der Website test-to-go.berlin lassen sich alle Teststellen einsehen und per Adresssuche die Angebote in der Nachbarschaft ausfindig machen. Dort ist dann auch eine Terminbuchung möglich.

Teststellen sind von montags bis sonntags verfügbar, die Zeiten variieren zwischen den Standorten jedoch stark: Beginn ist mal um 8 oder 9 Uhr, teilweise auch erst nachmittags, Ende um oft um 18 Uhr, vereinzelt aber auch erst um 20 oder 21 Uhr.

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Je nach Anbieter der Teststelle muss bei der Terminbuchung eine unterschiedliche Menge an Daten angegeben werden: teilweise nur Name, E-Mail-Adresse und Telefonnummer, teilweise auch Krankenkasse und Versichertennummer, Personalausweis- oder Passnummer. Bei welchem Unternehmen die Daten landen, ist am Ende nicht immer klar. In einem Fall wurde auch ein Datenleck bekannt.

Für Fragen gibt es auch eine telefonische Hotline unter der kostenlosen Nummer 0800/2668363. Sie ist täglich zwischen 9 und 18 Uhr erreichbar.

Wie läuft der Test ab?

Im besten Fall registriert man sich - abgesehen von der Terminreservierung - schon vorher über die Website, um einen personalisierten QR-Code zu erhalten. Wer das nicht vorab erledigt hat, kann es auch noch am Testzentrum machen. In jedem Fall sollte man sein Smartphone und seinen Personalausweis mitbringen. Die Testprozedur hat Tagesspiegel-Reporterin Corinna Cerruti hier näher beschrieben. Sie war Anfang März beim Testzentrum Ost in Lichtenberg.

Trotz Smartphone und Personalausweis: Dass alle wirklich nur einmal pro Woche den kostenlosen Test in Anspruch nehmen, ist nach Angaben der Gesundheitsverwaltung nicht gesichert. Der Fokus lag hier offenkundig auf der schnellen Bereitstellung der Testmöglichkeiten. Man werde jedoch die Entwicklung im Auge behalten und behalte sich vor, in diesem Punkt nachzusteuern, sagte ein Sprecher dem Tagesspiegel.

Was bei einem positiven Schnelltest passiert

Die Schnelltests werden von geschultem Personal vorgenommen, die dazu Wattestäbchen tief in die Nase oder den Rachen einführen. Das Ergebnis soll binnen 15 bis 30 Minuten vorliegen, sodass man es noch vor Ort erfährt.

Eine Mitarbeiterin nimmt einen Rachenabstrich für einen Corona-Schnelltest ab. Foto: Christophe Gateau/dpa Vergrößern
Eine Mitarbeiterin nimmt einen Rachenabstrich für einen Corona-Schnelltest ab. © Christophe Gateau/dpa

„Grundsätzlich gilt, wer einen positiven Schnelltest hat, muss sich sofort absondern und sich zwingend mit einem PCR-Test nachtesten lassen“, sagte Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). Auch dieser PCR-Test sei kostenlos. In der Regel wird er direkt im Testzentrum vorgenommen.

Sollte das nicht möglich sein, erfahren die Betroffenen sofort, wo sie ihn machen können, erklärte die Gesundheitsverwaltung. Was ansonsten bei einem positiven Corona-Test zu beachten ist, haben wir in diesem Leitfaden für Sie zusammengestellt.

Neben den staatlich bereitgestellten Testmöglichkeiten sind auch Laien-Selbsttests im Einzelhandel verfügbar. Ihre Anwendung ist einfacher: Die Probe wird nicht ganz so tief aus der Nase entnommen. Diese Schnelltests werden sowohl in Discountern, Drogerien als auch in Apotheken angeboten.

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