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Rodler auf dem Teufelsberg in Berlin-Grunewald, im Hintergrund der Funkturm und der Fernsehturm und Berlins Stadtsilhouette. Foto: Rainer Jensen/dpa
© Rainer Jensen/dpa

Nachkriegsdebatte um Berliner Trümmer Als der Tagesspiegel gegen den Teufelsberg war

Höchste Zeit, eine Fehleinschätzung zuzugeben – sowie Diskussionskultur und Verantwortlichkeit vor 70 Jahren zu loben. Eine Glosse.

Zum Thema Teufelsberg hat sich der Tagesspiegel festgelegt: „Verschiedene gewichtige Gründe sprechen gegen das Projekt.“ Geht es um aktuelle Fragen der Nutzung der verfallenden Spionagestation? Nein, um den Berg an sich. Der Satz stand im Tagesspiegel vom 11. Juni 1950 in einem Kommentar unter der Überschrift „Wohin mit dem Schutt?“.

Vor allem der „feine Staub“, der dann aus den aufgehäuften Kriegstrümmern in den Grunewald und die nahe gelegene Waldoberschule dringe, spreche gegen den künstlichen Berg.

Diese Argumentation setzte sich nicht durch, Entschuldigen Sie bitte, da lagen wir falsch. Aber ein anderer Satz von damals ist bemerkenswert: „Die öffentliche Diskussion dieses Projekts bürgt dafür, daß der Magistrat ernsthaft Gründe und Gegengründe prüfen wird.“

Medien und Stadtpolitik förderten in der Nachkriegszeit Diskurs, Verantwortlichkeit, Transparenz. „Die Presse hat das Recht, von der Verwaltung Auskunft zu verlangen und die Verwaltung ist verpflichtet, jede mögliche Auskunft zu geben.“

Das sagte Ernst Reuter, der Oberbürgermeister. Jeder Pressevertreter, der bei Magistratsstellen auf „Unverständnis für die wichtige Aufgabe der Presse“ stoße, könne sich bei ihm persönlich beschweren. Da hat sich einer für zuständig und verantwortlich erklärt – ungewöhnlich aus heutiger Sicht.

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