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Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) fordert vom Bund ein härteres Vorgehen gegen Raser. Foto: picture alliance/dpa
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Nach Unfall in Neukölln Berlins Justizsenator fordert Vermietungsverbot PS-starker Autos an Fahranfänger

Nach dem Unfall eines 19-Jährigen mit einem Sportwagen will Justizsenator Dirk Behrendt jungen Fahrern den Zugang zu hochmotorisierten Fahrzeugen erschweren.

Nach der Unfallfahrt eines 19-Jährigen mit einem 610 PS-Sportwagen in Neukölln fordert Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne), Fahranfängern den Zugang zu hochmotorisierten Autos zu erschweren. „Es ist irrsinnig, dass ein 19-Jähriger mit 610 PS durch die Stadt rasen kann. Die individuelle Freiheit endet da, wo eine Gefahr für die Allgemeinheit entsteht. Wir brauchen dringend ein Überlassungsverbot hochmotorisierter Kraftfahrzeuge an Fahranfänger“, sagte Behrendt.

Zwar sei die Zahl der Strafverfahren gegen Raser in den letzten Jahren deutlich gestiegen. In vielen Fällen - wie auch dem am Wochenende - gehörten die Fahrzeuge jedoch nicht den Fahrern selbst, sondern seien nur gemietet. Dadurch werde für die Justiz die Beschlagnahme und Einziehung erschwert, sagte Behrendt. „Deshalb wollen wir den Hebel bei den Vermietern ansetzen.“

Das Land Berlin hatte im Sommer über eine Bundesratsinitiative ein zivilrechtliches Überlassungsverbot von hochmotorisierten Fahrzeugen an Fahranfänger angestrebt. Vermieter, die entgegen dem geplanten Verbot Wagen an junge Fahrer vermieten würden, wären so Gefahr gelaufen, die gewerberechtliche Zulassung zu verlieren. Der Bundesrat hatte die Berliner Initiative im September jedoch abgelehnt.

Behrendt sieht daher nun den Bund in der Pflicht, ein entsprechendes Gesetz zu erarbeiten. „Die Koalitionsverhandlungen im Bund sind nun gefragt, dass unsere Straßen nicht weiter zu Rennstrecken verkommen.“

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Allerdings sind in dieser Hinsicht noch Fragen ungeklärt, die auch die Berliner Initiative offen gelassen hatte. Etwa ab wann ein Fahrzeug als hochmotorisiert gilt. So verfügen beispielsweise einige Elektroautos wegen des höheren Batteriegewichts über mehr Leistung im Vergleich zu Verbrennern und könnten von einer pauschalen PS-Regelung eher betroffen sein. „Die Frage ist nicht ganz einfach, da Elektroautos schneller mal 300 PS haben“, sagte ein Sprecher Behrendts dazu.

Ein 19-Jähriger hatte am Freitagabend in Neukölln mit einem gemieteten Sportwagen einen Unfall verursacht. Auf der Karl-Marx-Straße verlor er die Kontrolle über das Auto, stieß mit dem Peugeot einer 35-Jährigen zusammen und krachte anschließend in vier parkende Fahrzeuge. Nach Polizeiangaben vom Montag wurden bei dem Unfall drei Menschen leicht verletzt. Illegale Autorennen gelten seit Oktober 2017 als Straftaten. Allein in Berlin sind seither 500 Personen wegen Raserfahrten verurteilt worden.

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