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Das Berliner Unternehmen Enpal will Eigenheimbesitzer die Installation und Finanzierung einer Solaranlage so leicht wie möglich machen. Foto: promo
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Nach Finanzspitze aus Japan Berliner Solaranlagenvermieter Enpal erreicht "Einhorn"-Status

Der erst 2017 gegründete Solaranlagen-Vermieter erhält 150 Millionen Euro aus dem Land der aufgehenden Sonne. Damit ist eine magische Schwelle erreicht.

Enpal, ein dynamisches Unternehmen mit Zentrale in Friedrichshain, rückt in die Gruppe von Start-ups auf, die mit mehr als einer Milliarde US-Dollar bewertet werden. Solche Firmen bezeichnet man als „Unicorns“ (Einhörner). Diesen informellen Adelstitel verdankt das Unternehmen, das ein Abo-Modell für Solaranlagen betreibt, bezeichnenderweise einem Geldgeber aus Japan, dem „Land der aufgehenden Sonne“.

Man habe mit dem „Vision Fund 2“ der japanischen SoftBank eine Finanzierungsrunde im Volumen von 150 Millionen Euro abgeschlossen, teilte Enpal am Montag in Berlin mit. Das Investment schließe die Serie-C-Finanzierungsrunde ab. Enpal hatte bereits im Juli 100 Millionen Euro von prominenten Investoren erhalten, unter anderem von HV Capital und Peter Rive, einem Cousin von Elon Musk und Gründer der amerikanischen Firma Solarcity, die inzwischen zu Musks Tesla-Imperium gehört.

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Enpal-Mitgründer und Vorstandschef Mario Kohle rechnete am Montag in einem Gespräch dem Portal „Gründerszene“ vor, dass sein Unternehmen nach dieser jüngsten Finanzierungsrunde mit insgesamt 950 Millionen Euro bewertet werde. Das entspreche 1,1 Milliarden Dollar. Somit erreiche Enpal den Einhorn-Status – wie ein Dutzend anderer deutscher Start-ups in diesem Jahr, schreibt das Online-Magazin weiter.

Enpal-Mitgründer und Geschäftsführer Mario Kohle. Foto: promo Vergrößern
Enpal-Mitgründer und Geschäftsführer Mario Kohle. © promo

In einer schriftlichen Mitteilung bezeichnete Mario Kohle den Kampf gegen den Klimawandel als eine der größten Herausforderungen der Menschheit. „Unser Traum ist es, eine Solaranlage auf jedes Dach zu bringen, einen Batteriespeicher in jedes Haus und ein Elektroauto vor jede Tür. Wir wollen Menschen aus allen Lebenssituationen zu einer nachhaltigen Gemeinschaft verbinden“, sagte er. Yanni Pipilis von SoftBank Investment Advisers sagte: „Wir glauben, dass Enpal ihren Kunden eine All-in-One-Solarlösung bietet, die Barrieren für Verbraucher senkt“.

Enpal wurde 2017 von Kohle, Viktor Wingert und Jochen Ziervogel gegründet und ist nach eigenen Angaben mit mehr als 10.000 Kunden „einer der Marktführer für Solarlösungen für Hausbesitzer in Deutschland“. Enpal bietet PV-Anlagen im Abonnement. Hausbesitzer zahlen regelmäßig eine Gebühr und können die Anlage nach 20 Betriebsjahren für nur einen Euro erwerben.

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Enpals Umsatz betrug im vergangenen Jahr 2020 rund 56 Millionen Euro, was nach einem überschaubaren Betrag klingt angesichts der Milliardenbewertung. In diesem Jahr soll aber die 100-Millionen-Grenze beim Umsatz übersprungen werden, heißt es. Doch auch dies wäre nur rund ein Zehntel der Summe, die potenzielle Käufer des Unternehmens aufbringen müssten.
Die Firma ist historisch nicht das erste erfolgreiche Unternehmen aus der Solarindustrie aus der Region. Berliner Firmen wie Solon, Sulfurcell, Inventux oder das Werk der US-Firma First Solar in Frankfurt (Oder) waren zehn bis 15 Jahren bedeutende Arbeitgeber der regionalen Wirtschaft. Vor zwölf Jahren kratzte Solon mit Sitz in Berlin-Adlershof an der Grenze zum Milliardenumsatz und wurde entsprechend teuer an der Börse gehandelt. Es folgte - auch wegen regulatorischer Entscheidungen aus der Bundesregierung - der Absturz: Eine indische Firma entließ die Mitarbeitenden, kaufte den Solons Markennamen und die letzten Maschinen und brachte sie in ihre Fabrik in den Vereinigten Arabischen Emirate.

Ob der neue Boom der Solarfirmen nachhaltiger ist, hängt nicht zuletzt von den Koalitionsverhandlungen im Bund und im Land Berlin ab. Auf beiden Ebenen stehen die Zeichen derzeit auf stärkere Förderung der erneuerbaren Energien.

Der noch amtierende rot-rot-grüne Senat hatte bereits vor zwei Jahren Schritte unternommen, um die lokale Nachfrage nach Solaranlagen zu stärken. Am Montag teilte die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe mit, dass die Förderung von Solarstromspeichern in Berlin um ein weiteres Jahr verlängert werde: Das Förderprogramm EnergiespeicherPLUS erhalte demnach nach der Mittelerhöhung im September nun auch die Richtlinienverlängerung und damit die Zusage zur Weiterführung bis zum 31. Dezember 2022. Immobilienbesitzer erhielten bis zu 15.300 Euro für die Anschaffung von Stromspeichern, die gemeinsam mit einer neu zu errichtenden Solaranlage in Berlin installiert werden. Mehr Infos zu dem Programm gibt es auf den Seiten der landeseigenen Investitionsbank Berlin (IBB).

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