Augen auf beim Wagenkauf: Und immer an die Zukunft denken. Foto: Constanze Nauhaus
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Nach dem Diesel-Urteil Augen auf beim Kinderwagen-Kauf!

"Ich-will-Ihr-Auto kaufen"-Kärtchen waren gestern. Die Branche hat sich rasch neue Geschäftsfelder erschlossen - zur Überraschung unserer Autorin.

Wie dichtete Christian Morgenstern einst so schön? „Ein Stiesel saß in seinem Diesel inmitten Krachgeriesel – wisst Ihr, weshalb?“ Oder so ähnlich. Weshalb, weiß zwei Wochen nach dem Diesel-Urteil jedenfalls keiner mehr. Einer sechsstelligen Anzahl Berliner wurde die – häufig an Liebe grenzende, wenn nicht gar die Grenze zu ebenjener überschreitende – Beziehung zu ihren Autos verdieselt.

Aber während die Dieselprieme noch rumschimpfen, werden an anderer Front bereits ganz neue Geschäftsfelder erschlossen. Sie dachten, nun könnten Sie Ihre Dreckschleuder vielleicht an eine dieser Handynummern auf den ebenso ungeliebten wie inflationären „Ich-kaufe-Ihr-Auto“-Visitenkärtchen, die Sie bislang als Karikatur ihrer selbst zu kunstvollen Papierschlangen hinter der Scheibe angeordnet haben, verhökern? Zu spät.

Emissionsfrei durch die Fahrverbotszonen

Die Autokäufer wollen Ihren ollen Euro 5 jetzt natürlich auch nicht mehr. Sie stecken ihre Zettelchen nun lieber ins Verdeck von Mittelklasse-Buggys in einschlägigen Muttibezirken. „Ich habe Interesse an Ihr Fahrzeug“, steht da also morgens am Buggy. Trotz „Technische und Optische Mängel“.

Mängel? Pardon? Der sieht vielleicht etwas lädiert aus, voller Keks-, ich meine, Vollkornknäcke-Krümel und so, fährt aber 1a! Auch durch die Dieselverbotszonen in spe übrigens. Eine Investition in die Zukunft also, ganz ohne Fahrverbot – jedenfalls, solange die in den Epizentren herrschende Elternklasse nicht von der Straße geputscht wird.

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