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Ein Polizei Auto sperrt die Straße in einem Waldbrandgebiet in der Gohrischheide ab. In der Gohrischheide an der Landesgrenze zu Brandenburg ist ein munitionsbelastetes Waldstück in Brand geraten. Foto: dpa/Robert Michael
© dpa/Robert Michael

Update Nach Bränden in Brandenburg und Sachsen Glutnester flammen auf – Feuerwehren sind im Großeinsatz

Die Lage war am Wochenende zwar unter Kontrolle. Die Feuerwehren rechnen dennoch damit, dass die Löscharbeiten noch mehrere Tage dauern werden.

Nach der Eindämmung des großen Waldbrandes an der sächsisch-brandenburgischen Landesgrenze stellt sich die Feuerwehr noch auf einen längeren Einsatz ein. Die Lage war am Wochenende zwar unter Kontrolle, allerdings loderte in der Gohrischheide in Sachsen noch immer ein zwei bis drei Hektar großer Brand und in Brandenburg flackerten immer wieder Glutnester auf. Am Sonntag waren bei Zeithain (Kreis Meißen) und im Raum Mühlberg (Elbe-Elster) weiterhin Hunderte Feuerwehrleute vor Ort. Am Freitag hatte es auf bis zu 800 Hektar gebrannt.

Der Sprecher der Brandenburger Einsatzleitung, Clemens Fischer, erklärte am Sonntagnachmittag, dass die Großschadenslage am Abend aufgehoben werden solle. Dann könne die überregionale Unterstützung von Feuerwehren aus dem gesamten Bundesland beendet werden. Allerdings würden die Löscharbeiten noch einige Tage dauern, meinte er. „In den munitionsbelasteten Gebieten, in denen sie gar nicht löschen können, werden immer noch weiter Feuer auflodern und Qualm aufsteigen.“

Auch die sächsische Feuerwehr ging davon aus, dass sie noch bis Ende der Woche im Einsatz sein werde, wie Einsatzleiter Matthias Heydel am Sonntag sagte. An den Brand mitten im Naturschutzgebiet kämen die Feuerwehrleute nicht zum Löschen heran. Das Feuer werde aus der Luft überwacht. Es solle sich gemächlich durch die Heide fressen. Am Rand werde es dann von den Einsatzkräften mit Löschfahrzeugen erwartet. Die Windprognosen seien derzeit günstig für dieses Vorhaben, sagte Heydel. Am Sonntag waren auf sächsischer Seite rund 140 Helfer im Einsatz.

Auch die Brandenburger Feuerwehr war mit 285 Rettern am Sonntag weiterhin im Großeinsatz. Dabei gehe es nach wie vor insbesondere um die Bekämpfung der zahlreichen Glutnester im Brandgebiet bei Mühlberg im Landkreis Elbe-Elster, sagte der Sprecher der Einsatzleitung, Clemens Fischer. „Überall flackern immer wieder Flammen an diesen Gefahrenstellen auf“, berichtete er. Der erwartete Regen sei im Brandgebiet leider ausgeblieben.

Spezialtrupps seien mit Harken und Löschspritzen unterwegs, um die tiefsitzenden Glutnester mit Temperaturen von 500 Grad und mehr abzulöschen, berichtete Fischer. Darunter seien auch 30 Mitglieder der Katastrophenschutzeinheit „@fire“, berichtete die Hilfsorganisation.

Ein Mann bearbeitet mit dem Löschwasser den Waldboden in der Gorischheide, während eine Frau mit einer Hacke, darauf wartet, dass diese ihn unterstützen kann. Foto: Daniel Schäfer/dpa Vergrößern
Ein Mann bearbeitet mit dem Löschwasser den Waldboden in der Gorischheide, während eine Frau mit einer Hacke, darauf wartet, dass diese ihn unterstützen kann. © Daniel Schäfer/dpa

In der Nacht habe erneut ein Hubschrauber mit einer Wärmebildkamera die Suche nach den Glutnestern unterstützt, berichtete der Sprecher. Der Helikopter könne aber nicht über munitionsbelastetem Gebiet fliegen, weil Granatsplitter nach einer Explosion bis zu 1000 Meter in die Luft geschleudert werden könnten. Nach Angaben von Fischer wurde zur Bekämpfung des Waldbrands inzwischen ein gemeinsamer Führungsstab mit den sächsischen Kollegen im Ortsteil Neuburxdorf der Stadt Bad Liebenwerda gebildet.

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Der Großbrand war am Donnerstag auf dem Gebiet der Gohrischer Heide in Sachsen ausgebrochen und hatte sich am Freitag in Richtung des brandenburgischen Mühlberg (Elbe-Elster) ausgeweitet. Mehr als 800 Hektar standen zeitweise in Flammen. Eine zwischenzeitliche Evakuierung der Ortslagen Kröbeln und Kosilenzien der Stadt Bad Liebenwerda wurde am Freitagabend ab 21 Uhr wieder aufgehoben.

In der Gohrischheide an der Landesgrenze zu Brandenburg bekämpft die Feuerwehr einen großen Waldbrand. Foto: dpa/Robert Michael Vergrößern
In der Gohrischheide an der Landesgrenze zu Brandenburg bekämpft die Feuerwehr einen großen Waldbrand. © dpa/Robert Michael

Auf sächsischer Seite hatte sich die Situation bereits etwas früher entspannt. Es gebe keine großflächigen Flammen mehr und das Feuer sei vorerst unter Kontrolle, sagte Einsatzleiter Matthias Heydel von der Feuerwehr Zeithain am Freitag. „Das Gröbste ist erst einmal erledigt.“

Feuer breitete sich über Landesgrenze aus

Am Freitag hatte sich der Brand auf dem Gebiet in der Gohrischheide in Sachsen im Tagesverlauf nach Angaben des Landkreises wegen der ungünstigen Windverhältnisse bis nach Brandenburg ausgeweitet. Am Nachmittag war deshalb die Großschadenslage ausgerufen worden, Kosilenzien und Kröbeln wurden evakuiert.

Einen ähnlich großen Waldbrand habe es in der Gegend bislang nicht gegeben, sagte die Sprecherin der Feuerwehr Zeithain, Dorit Riedel. „Sowas hatten wir hier in den letzten Jahren noch nie.“

Erschwert wurden die Löscharbeiten in der Gohrischheide, weil es sich teils um munitionsbelastetes Gebiet handelt und die Flächen nicht betreten werden können. „Das ist ein alter Truppenübungsplatz. Einsatzkräfte, die vorne vor Ort waren, haben berichtet, dass es immer wieder zu kleineren Explosionen gekommen ist“, sagte Riedel.

Ein Feuerwehrwagen fährt zwischen Kosilenzien und Nieska im Landkreis Elbe-Elster an einem abgebrannten Wald vorbei. Foto: dpa/Julius-Christian Schreiner Vergrößern
Ein Feuerwehrwagen fährt zwischen Kosilenzien und Nieska im Landkreis Elbe-Elster an einem abgebrannten Wald vorbei. © dpa/Julius-Christian Schreiner

Im Kreis Elbe-Elster Brandenburg herrschte am Freitag die Stufe 4 der Waldbrandgefahr, vor allem im Norden Brandenburgs lagen einige Kreise bei der höchsten Stufe 5. Auch im Landkreis Meißen galt die zweithöchste Gefahrenstufe.

Gebiet in Treuenbrietzen an Eigentümer übergeben

In Treuenbrietzen (Kreis Potsdam-Mittelmark) ist nach dem schweren Brand am Wochenende das Waldgebiet nun an die privaten Waldeigentümer übergeben worden. „Sie müssen dort jetzt für Brandwachen sorgen und im Fall eines Brandes die Feuerwehren informieren“, sagte der Sprecher des Landkreises, Kai-Uwe Schwinzert, am Freitag auf Anfrage.

Die bei Beelitz (Potsdam-Mittelmark) im Waldboden versteckten Glutnester waren zwischenzeitig teilweise wieder aufgeflammt, konnten aber wieder gelöscht und unter Kontrolle gebracht werden. „Was wir jetzt nicht gebrauchen können, ist Wind“, sagte Schwinzert. Der könne gefährliche Flammen anfachen.

Brände in Beelitz und Rheinsberg

In Beelitz waren den Angaben zufolge zwei Feuerwehren in der Nacht im Einsatz. Einzelne, über die Waldfläche verteilte Stellen waren betroffen. Die Feuer seien in der Nacht gelöscht worden, sagte Bürgermeister Bernhard Knuth (parteilos). Es handele sich um eine „entspannte Lage, die jedoch etwas Aufmerksamkeit erfordert“, sagte Knuth.

Auch der Waldbrand bei Rheinsberg im Landkreis Ostprignitz-Ruppin ist unter Kontrolle. Vor Ort sei aber eine Brandwache eingerichtet, falls sich erneut eine Brandgefahr entwickeln sollte, sagte eine Sprecherin der Feuerwehr.

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Der Waldbrand im Brandenburger Norden war am Donnerstag ausgebrochen. Nach ersten Angaben der Feuerwehr standen etwa fünf Hektar Wald in Flammen. Die Polizei sprach von zwei bis drei Hektar.

In Rheinsberg im Landkreis Ostprignitz-Ruppin gilt neben dem Landkreis Prignitz die höchste Waldbrandgefahrenstufe 5. Bei dem Feuer im Ortsteil Schwanow kam es am Donnerstag zu starker Rauchentwicklung.

Bahnstrecke wegen Feuerwehreinsatz unterbrochen

Am vergangenen Wochenende hatte es zwei Waldbrände in Treuenbrietzen und Beelitz (Kreis Potsdam-Mittelmark) südlich von Berlin gegeben. Hunderte Feuerwehrleute, unterstützt von Soldaten der Bundeswehr, waren im Einsatz. Jeweils etwa 200 Hektar standen in Flammen. Feuerwehrleute beobachten weiterhin die Entwicklung vor Ort.

Am Donnerstag kam es an der Bahnstrecke zwischen Beelitz-Heilstätten und Michendorf zu einem erneuten Feuerwehreinsatz. Wie die Deutsche Bahn am Donnerstagnachmittag per Twitter mitteilte, war die Strecke für den RE7 zwischenzeitlich gesperrt. Einzelne Glutnester waren wieder aufgeflammt, wie es von der Polizei hieß. (dpa, Tsp)

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