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Ende April wurde die sechsfache Mutter in Pankow auf der Straße erstochen. Ihr Ehemann kam als mutmaßlicher Täter in Untersuchungshaft. Am Tatort wurden Blumen und Kerzen abgelegt. Foto: dpa/Jörg Carstensen
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Mutter von sechs Kindern getötet Erstochene Frau aus Afghanistan – Berliner Polizei untersucht interne Fehler

Disziplinarrechtliche Maßnahmen seien eingeleitet worden. Eine Erklärung, warum die Polizei die Mutter nicht schützen konnte, gibt es nicht.

Die Berliner Polizei kann weiterhin nicht erklären, warum sie die sechsfache Mutter aus Afghanistan, die vermutlich von ihrem Mann erstochen wurde, nicht schützen konnte. Laut Polizeipräsidentin Barbara Slowik wird intern geprüft, ob Beamte Fehler gemacht haben und ob die Qualitätsstandards eingehalten wurden. Ein Disziplinarverfahren sei noch nicht eröffnet worden, hieß es. Bislang werde noch geprüft, ob ein Anfangsverdacht für eine Disziplinarvergehen vorliegen könnte. Weiteres werde geprüft. Konkreter wollte Slowik nicht werden, weil die Aufklärung noch laufe.

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Die 31-Jährige war Ende April in Berlin-Pankow getötet worden. Ihr 42 Jahre alter Ehemann, von dem sie sich getrennt hatte, sitzt als mutmaßlicher Täter in Untersuchungshaft. Slowik sagte, die Frau habe ihren Ehemann zwei Monate vor der Tat zum ersten Mal bei der Polizei angezeigt.

Danach suchte sie demnach Hilfe bei den Wachleuten des Flüchtlingsheims. Zwei weitere Anzeigen gegen den Mann nahm die Polizei in den nächsten Wochen auf und er erhielt Hausverbot. Die Polizei nahm auch Kontakt zum Jugendamt und dem Sozialdienst auf. Nach der Tat gab es scharfe Kritik, dass die Polizei und andere Behörden nicht richtig reagiert hätten und die Familie in kein Frauenhaus brachten oder sie anders schützten.

Innensenatorin Iris Spranger (SPD) und Polizeipräsidentin Slowik bedauerten im Innenausschuss erneut wortreich das Verbrechen. Obwohl immer wieder gerade geflüchtete Frauen aus Afghanistan von ihren Männern, Brüdern oder anderen männlichen Verwandten angegriffen, verletzt oder umgebracht werden, seien solche Taten "sehr, sehr schwer vorhersehbar", sagte Spranger. Auch Slowik meinte, derartige Gewalt sei schwer vorherzusagen und könne leider nicht immer verhindert werden. (dpa)

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