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Polizei im Einsatz (Symbolbild). Foto: Patrick Pleul/dpa
© Patrick Pleul/dpa

Mutmaßlicher Serienvergewaltiger in Berlin gefasst Gerade erst aus Knast entlassen – und drei Prostituierte missbraucht

Benjamin H. kam gerade aus dem Gefängnis. Nun soll er mehrere Sexarbeiterinnen verschleppt und in Wäldern vergewaltigt haben.

Ermittler der Brandenburger Polizei haben einen 40-jährigen Berliner gefasst, der eine Serie von Vergewaltigungen begangen haben soll. Der Mann soll seit Mitte Dezember in einem Waldgebiet in Brandenburg bei Grünheide drei Frauen gefesselt, vergewaltigt und beraubt haben.

Benjamin H. war erst im Herbst aus der Haft entlassen worden. 2015 war er unter anderem  wegen einer ähnlichen Tat vom Landgericht Cottbus zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden. 2012 hatte er eine junge Ungarin vom Straßenstrich in Berlin in Schönefeld vergewaltigt. Nun, nachdem er wenige Wochen wieder frei war, soll er wieder zugeschlagen haben.

Ein aufmerksamer Beamter, der die Tagesberichte der Kriminalpolizei zu den neuen Taten gelesen hat, erinnerte sich an den damaligen Fall und den Namen des Mannes. Das brachte nun den Durchbruch in den Ermittlungen zu der Serie von Vergewaltigungen.

Der erste Fall ereignete sich bereits am 12. Dezember, zwei weitere folgten am 27. Dezember und am 6. Januar. In einem anderen Fall hatte sich eine Sexarbeiterin am 17. Dezember in Fürstenwalde geweigert, ins Auto des Mannes zu steigen.

Das Tatmuster war sonst stets dasselbe: Der Mann soll in Berlin und im Umland die Prostituierten angesprochen und in einem Auto mitgenommen haben. Dann soll er sich als Polizist ausgegeben, die Frauen gefesselt und mit seinem Auto in das Waldgebiet gebracht haben. Dort soll er die Frauen vergewaltigt, ihnen Geld und Handy abgenommen und die Frauen allein im Wald zurückgelassen haben.

"Akribische Spurensuche" und Hinweise von Bürgern

Der bislang letzte bekannte Fall liegt nur wenige Tage zurück. Am 6. Januar wurde dann an einer Bushaltestelle im Grünheider Ortsteil Kagel (Oder-Spree) eine 23-jährige Frau aufgegriffen. Sie hat laut Staatsanwaltschaft berichtet, als Prostituierte zu arbeiten und von einem Mann in Berlin angesprochen und von ihm in einen Wald bei Kagel mitgenommen worden zu sein. Wie in den anderen Fällen soll der Mann sie vergewaltigt und beraubt haben.

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Neben dem Hinweis des Brandenburger Beamten halfen den Ermittlern „eine akribische Spurensuche“ und Hinweise von Bürgern. Zudem sei umfangreiches Beweismaterial sichergestellt worden, darunter Sekretspuren eines Mannes sowie Kennzeichentafeln, die er in Berlin gestohlen und an sein Tatfahrzeug montiert haben soll.

Am Sonnabend haben Brandenburger Beamte den Verdächtigen dann in Neukölln festgenommen. In seiner Wohnung seien diverse Beweismittel gefunden worden, hieß es. Am Sonntag erließ das Amtsgericht Fürstenwalde Haftbefehl gegen den 40-Jährigen.  Benjamin H. sitzt jetzt in Untersuchungshaft. Bislang habe sich der Mann nicht zu den ihm vorgeworfenen Taten geäußert, erklärte die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder). Ermittelt wird gegen ihn wegen Vergewaltigung, sexueller Nötigung, Raub und Freiheitsberaubung.

2012 entführte Benjamin H. eine Prostituierte aus der Kurfürstenstraße

Benjamin H. hatte laut dem 2015 ergangenen Urteil des Landgerichts Cottbus im Oktober 2012 eine Prostituierte, Anfang 20, einführt. Die Frau war auf dem Straßenstrich an der Berliner Kurfürstenstraße in das Auto des Mannes gestiegen und wollte mit ihm in ein Stundenhotel fahren. Doch H. fuhr nach Brandenburg.

Auch damals behauptete er, Polizist zu sein und ihre Papiere prüfen zu wollen – und zeigte der jungen Ungarin einen vermeintlichen Dienstausweis und eine Waffe. In Schönefeld vergewaltigte H. die Frau dann und setzte sie später an einer Bushaltestelle ab, stahl ihr Geldbörse, Handy und Ausweis.

Am Tatort fand die Polizei später ein Kondom mit der DNA des Täters. Das Auto war, wie sich herausstellte, zuvor in einem Berliner Autohaus gestohlen worden. Schon damals war H. etwa wegen Autodiebstahls mehrfach vorbestraft. Allein für die Vergewaltigung bekam er sechseinhalb Jahre Haft, durch weitere, damals noch nicht vollzogene Urteile wurden es insgesamt acht Jahre und neun Monate.

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