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Anfang November fanden Fußgänger Knochenteile in einem Waldstück. Analysen zeigten: Sie stammten vom vermissten Stefan T. Foto: imago/Chromorange
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Mutmaßlicher Kannibalen-Mord Ermittler finden weiteres Leichenteil in Berlin-Pankow

Der Verdacht ist monströs: Ein Berliner Lehrer soll Stefan T. getötet und gegessen haben. Nun wurden weitere Spuren gefunden.

In Berlin ist ein weiteres Leichenteil des mutmaßlich ermordeten 44-jährigen Stefan T. aufgetaucht. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag mit.

Der Mathe- und Chemie-Lehrer Stefan R. aus Pankow sitzt wegen Mordverdachts seit vergangenen Donnerstag in Untersuchungshaft - er soll den Monteur T. Anfang September getötet und Teile seines Opfers verzehrt haben.

Den Behörden zufolge sei das Leichenteil Montagmittag gefunden worden - in Pankow, wie schon die Knochen, die Anfang November von Fußgängern in Französisch Buchholz entdeckt wurden und die Ermittlungen angestoßen haben. Noch am Abend durchgeführte rechtsmedizinische und kriminaltechnische Untersuchungen erbrachten den Nachweis, dass es sich bei dem Fund um sterbliche Überreste des Stefan T. handelt. Um was für ein Köperteil es handelt, soll nicht öffentlich gemacht werden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Martin Steltner auf Nachfrage.

Der Fundort ist jedoch ein anderer, als bei den Knochenteilen Anfang November. Das neue Beweisstück sei nicht in Französisch Buchholz sondern in Heinersdorf entdeckt worden, sagte Steltner. Es habe sich um einen Zufallsfund gehandelt, Hunde kamen demnach nicht zum Einsatz. Man könne nicht ausschließen, dass weitere Leichenteile auf dem Stadtgebiet gefunden werden.

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Die Ermittler gehen davon aus, dass T. am 6. September, dem Tag seines Verschwindens, ermordet wurde. Ob T. tatsächlich auch vom mutmaßlichen Täter gegessen wurde, könne bislang nicht bewiesen werden.

Es gebe dazu Indizien, nicht zu allen Einzelheiten wollte sich Steltner äußern. Nur so viel: R. habe sich in "einschlägigen Kannibalismus-Foren" herumgetrieben und sei dort aktiv gewesen. "Ob es sich tatsächlich um Kannibalismus handelt, werden wir vielleicht nie erfahren", sagte Steltner.

Für eine Anklage seien primär aber auch die Mordvorwürfe entscheidend. Der Haftbefehl gegen R. lautete auf Sexualmord aus niedrigen Beweggründen. Der Beschuldigte, sagte Steltner, schweigt weiter zu den Vorwürfen.

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