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Clan-Chef Issa R. muss sich vor Gericht verantworten. Tsp
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Update Muss vor Gericht „Du legst dich mit dem Teufel an“ droht ein Berliner Clan-Chef

Der Chef eines bekannten Berliner Clans hat Ärger mit der Justiz. Bei einer Verkehrskontrolle soll er ausfällig geworden sein. Nun wird ihm der Prozess gemacht.

Der Chef eines bekannten arabischstämmigen Berliner Clans muss sich am 19. März wegen Beleidigung eines Polizisten vor Gericht verantworten. Dabei soll es sich laut „Focus Online“ um Issa R. handeln, dem Oberhaupt einer der mächtigsten Clans in Berlin.

Dem 52-Jährigen wird zur Last gelegt, bei einer Verkehrskontrolle im April des Vorjahres einen Beamten beschimpft zu haben, teilte die Sprecherin der Berliner Strafgerichte, Lisa Jani, am Dienstag mit. Damit wurde ein Bericht von „Focus Online“ bestätigt.

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Der Clan-Chef soll den Beamten wüst beleidigt haben: „Halts Maul, halt die Fresse“ und „Du legst dich mit dem Teufel an“, soll er laut „Focus Online“ gebrüllt haben. Außerdem soll er dem Polizisten klar gemacht haben, wer in Berlin das Sagen hat: „Ihr müsst Respekt haben vor dem Clan-Chef“ und „Was wollt ihr machen? Uns passiert doch eh nichts“, soll er dem Beamten über geäußert haben.

Laut Gericht war der Angeklagte zu einem ersten Prozesstermin im November nicht erschienen, so dass ein Strafbefehl von 50 Tagessätzen zu je 15 Euro festgelegt wurde. Dagegen habe er Einspruch eingelegt, so dass der Fall jetzt erneut verhandelt werde. Für den Prozess am Amtsgericht Tiergarten sei ein Termin veranschlagt.

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Im Juli 2019 hatte das Oberhaupt der Großfamilie im Landgericht einen Tumult ausgelöst. Nachdem sein Sohn vom Vorwurf des Mordes wegen Mangels an Beweisen freigesprochen worden war, schrie er von einer Zuschauerbank im Gerichtssaal in Richtung des Staatsanwalts, bis ihn Angehörige und Justizwachtmeister auf den Flur drängten. Der Ankläger hatte eine hohe Jugendstrafe wegen Totschlags gefordert.

Derzeit sitzen andere Verwandte der Großfamilie im Prozess um den Diebstahl einer millionenteuren Goldmünze aus dem Bode-Museum auf der Anklagebank. (dpa/tsp)

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