Die Lagerfeuerromantik wurde von den Polizeibeamten jäh gestoppt. Foto: Magdalena Thiele
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Mit Sperrholz und Metallstreben Mann entzündet Lagerfeuer am Fehrbelliner Platz

Am Freitagnachmittag wehte eine brenzlige Luft über den Fehrbelliner Platz. Ein Mann hatte ein Feuer angezündet. Eine Glosse.

Lagerfeuer haben ja grundsätzlich etwas Romantisches. Weniger jenes, das am Freitagnachmittag auf dem Fehrbelliner Platz mitten neben dem U-Bahneingang vor der Biocompany-Filiale loderte.

Der „Feuerteufel“ gab sich zunächst unbeeindruckt von den herumstehenden Passanten, die das Schauspiel aus sicherer Entfernung betrachteten. Nach und nach zerbrach er die mitgebrachten Sperrholzplatten an der kleinen Mauer zum Bahneingang und gab sie dem von ihm angehäuften, mit Metallstreben gestützten Feuer preis. Geübt sah das aus, hier war ein Profi am Werk.

Ganz professionell ließ der Mann in Jogginghose und Latschen – er schien keine lange Anfahrt gehabt zu haben – sich auch nicht aus der Ruhe bringen, als nach ungefähr zehn Minuten die Polizeisirene ertönte und der Mannschaftswagen an der Kreuzung halt machte.

Erst als die Beamten ihn ansprachen und deutlich machten, dass sein Vorgehen nur schwerlich mit der Berliner Straßenverkehrsordnung in Einklang zu bringen sei, hielt er inne. So ganz schien er die Aufregung, die um sein flammendes Meisterwerk entstanden war, noch immer nicht zu verstehen, beugte sich aber den Anweisungen der sich deutlich in Überzahl befindenden Beamten.

Einer der Polizisten versuchte derweil das Feuer mit einem Kännchen Wasser einzudämmen, überließ diesen Teil des Einsatzes dann aber den inzwischen eintreffenden Feuerwehrleuten. So schnell wie sie gekommen war, verschwand damit die sich anbahnende Lagerfeuerromantik. Aber Romantik wäre ja auch fehl am Platz, ist schließlich Berlin und nicht Paris, wa.

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